Kooperation SMI, TUHH und UKE: Entwicklung von Sensor-Tumorimplantat gestartet

15.08.2019

TUHH-Hauptgebäude.
TUHH-Hauptgebäude. Foto: TUHH

Die Silicon Microstructures, Inc (SMI), die Technische Universität Hamburg (TUHH) und das Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel ist die Zusammenarbeit auf dem Gebiet drahtloser Sensor-Tumorimplantate. Hiermit kann unter anderem die Wirksamkeit einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen maßgeblich optimiert werden.

Ein erster Haupteinsatzzweck soll die direkte drahtlose Druck- und Temperaturmessung im Tumor sein. Dafür ist geplant, einen sehr kleinen Sensor direkt in das Tumorgewebe zu implantieren. Dieses elektronische Implantat-System unterstützt den behandelnden Arzt dabei, die Therapie effektiv auf veränderte Druckzustände und Temperaturen im Tumor abzustimmen. Grundlage dafür sind unter anderen aktuelle Studien des Instituts für experimentelle Medizin des UKE. Bislang kann die Effektivität einer Chemotherapie nur durch bildgebende Verfahren, hauptsächlich Computertomografie, festgestellt werden. Dieses Verfahren führt aber zu Strahlenbelastungen für die Patienten und ist kostenintensiv. Daher wird es nur in größeren Zeitabständen eingesetzt, in denen die Ärzte nicht wissen, ob die Chemotherapie wirkt oder nicht. Der neue Sensor ermöglicht ein kontinuierliches Monitoring und belastet den Patienten nicht. Die Kooperationspartner, Prof. Wolfgang Krautschneider (TUHH), Prof. Udo Schumacher (UKE) und Dr. Christine Stürken (UKE), sind seit vielen Jahren in der Medizintechnik, Krebsforschung und Therapie aktiv und bringen ihr umfangreiches technisches und medizinisches Wissen in die Kooperation ein.

SMI verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Drucksensoren. Das Unternehmen bietet die empfindlichsten und kleinsten MEMS-Drucksensoren, die derzeit weltweit erhältlich sind. Highlight des Produktportfolios ist die IntraSense®-Produktfamilie. Sie vereinfacht die direkte Druckmessung im menschlichen Körper, unter anderem zur Überwachung des intravaskulären oder intrakraniellen Drucks. Eine Größe von weniger als 1 French (entspricht 1/3mm Durchmesser) ermöglicht eine einfache Systemintegration. Die Produkte wurden entwickelt, um eine präzise in-vivo-Druckmessung in vielen minimalinvasiven Geräten, einschließlich Kathetern und Endoskopen, zu ermöglichen. Um eine einfache Systemintegration zu gewährleisten, kann der Sensor verschiedenen Körperflüssigkeiten direkt ausgesetzt werden, ohne dass eine Verkapselung erforderlich ist. Durch die sich ergänzenden Kompetenzen der medizinischen Teams und der Sensor-Experten von SMI werden ganz neue therapeutische Möglichkeiten im Sinne eines Industrie 4.0-basierenden Therapiekonzepts ermöglicht.

Über SMI
SMI ist eine Tochtergesellschaft der Elmos Semiconductor AG. SMI ist nach IATF16949:2016 zertifiziert und ein führender Entwickler und Hersteller von MEMS-basierten Drucksensoren für unterschiedliche Märkte.

Über die Elmos Semiconductor AG
Elmos entwickelt, produziert und vertreibt Halbleiter und Sensoren vornehmlich für den Einsatz im Auto. Unsere Bausteine kommunizieren, messen, regeln sowie steuern Sicherheits-, Komfort-, Antriebs- und Netzwerkfunktionen. Seit über 30 Jahren ermöglichen Elmos-Innovationen neue Funktionen und machen die Mobilität weltweit sicherer, komfortabler und energieeffizienter.


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