TU Hamburg verbindet zwei Reallabore für Boden-, Wasser- und Klimaforschung

Neues Sister Lab in Shanghai schafft im Rahmen des UNU Hubs eine Plattform für die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zwischen Deutschland und China

16.10.2026

Gemeinsam mit den Gastgebern aus Shanghai eröffnet die Delegation aus Hamburg feierlich das Sister Lab des CampusLab on Global Soil Health, Water and Climate der TU Hamburg (
Gemeinsam mit den Gastgebern aus Shanghai eröffnet die Delegation aus Hamburg feierlich das Sister Lab des CampusLab on Global Soil Health, Water and Climate der TU Hamburg (Foto: TUHH)

Was auf einer 990 Quadratmeter großen Fläche in Hamburg begann, verbindet nun zwei Kontinente. Die Technische Universität Hamburg (TUHH) und ihre Partner haben feierlich ein neues Sister Lab (Partnerlabor) im chinesischen Shanghai eröffnet. Damit entsteht eine direkte Verbindung zwischen zwei Forschungs- und Lehrumgebungen, die sich mit globaler Bodengesundheit, Wasser und Klima beschäftigen. Beide Labore sind praktische Umsetzungen der Ziele des United Nations University (UNU) Hubs „Engineering to Face Climate Change“.

Bei der feierlichen Zeremonie im Yangtze River Delta Oasis Smart Valley in Shanghai waren Vertreterinnen und Vertreter der TU Hamburg, der Städte Hamburg und Shanghai sowie der chinesischen Partnerorganisationen zu Gast. Zu den Teilnehmenden zählten auch TUHH-Präsident Prof. Andreas Timm-Giel und Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher. Für Timm-Giel und Tschentscher war die Eröffnung in Shanghai eine wichtige Station ihrer gemeinsamen Delegationsreise durch Vietnam und China. In diesem Jahr feiern Hamburg und Shanghai das 40. Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft.

Das neue Labor in Shanghai baut auf dem CampusLab on Global Soil Health, Water and Climate der TU Hamburg auf. Die Initiative wurde vom Institut für Geohydroinformatik (GHI) ins Leben gerufen und wird von diesem geleitet. Im CampusLab in Hamburg können Umweltprozesse unmittelbar beobachtet, gemessen und untersucht werden. Zugleich ist dieses Freiluftlabor eine wichtige Plattform für die Zusammenarbeit der TU Hamburg mit dem Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-INWEH) im Rahmen des United Nations University Hubs „Engineering to Face Climate Change“.

Wissenschaft über Grenzen hinweg

Dieses Konzept entwickelt das Sister Lab in Shanghai entscheidend weiter. Beide Einrichtungen sollen miteinander vernetzt werden. Umweltsensoren und Monitoring-Technologien an beiden Standorten ermöglichen es Forschenden und Studierenden, Böden, Wasser, Vegetation und Wechselwirkungen zwischen Landoberfläche und Atmosphäre unter sehr unterschiedlichen klimatischen und ökologischen Bedingungen zu untersuchen.

Langfristig sollen die Erkenntnisse aus Hamburg und Shanghai mithilfe digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und moderner Datenanalyse zusammengeführt werden. Studierende und Forschende können Beobachtungen vergleichen, gemeinsame Experimente entwickeln und Erkenntnisse aus Umweltbedingungen an Standorten gewinnen, die Tausende Kilometer voneinander entfernt sind. Das Sister Lab wurde in Zusammenarbeit mit dem Feishu Institut Shanghai entwickelt. Die Forschungseinrichtung hat den Aufbau des Standorts in Shanghai unterstützt und teilt das Ziel, die internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft, Nachhaltigkeit und Bildung zu stärken.

Die Vernetzung der beiden Standorte ist für Prof. Nima Shokri, Leiter des CampusLab on Global Soil Health, Water and Climate und Gründungs-Co-Exekutivdirektor des UNU Hub an der TU Hamburg, ebenso wichtig wie die Forschungsinfrastruktur selbst. „Als wir das CampusLab in Hamburg eröffneten, ging es uns nie nur darum, einen weiteren Versuchsstandort zu schaffen“, sagt Shokri. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Studierende, Forschende und die Gesellschaft Umweltveränderungen unmittelbar erleben und neue Ideen unter realen Bedingungen erproben können. Das Sister Lab in Shanghai trägt diese Idee über Ländergrenzen hinweg. Wir haben nun die Möglichkeit, zwei sehr unterschiedliche Umgebungen zu beobachten, die Daten miteinander zu verknüpfen und vor allem die Menschen zusammenzubringen, die damit arbeiten.“

Gemeinsame Lehrveranstaltungen

Die beiden Standorte sollen künftig eine gemeinsame Ausbildungs- und Forschungsumgebung für Studierende und Forschende in frühen Karrierephasen bilden. Gemeinsame Lehrveranstaltungen, Workshops, Feldmessungen und Forschungsprojekte ermöglichen es den Teilnehmenden in Deutschland und China, gemeinsam an umweltwissenschaftlichen Fragestellungen zu arbeiten. Gleichzeitig sammeln sie praktische Erfahrungen mit Sensortechnologien, Umweltdaten, künstlicher Intelligenz und Feldforschung.

„Klimatische Belastungen, Bodendegradation und Wasserknappheit machen nicht an nationalen Grenzen halt. Das sollte auch für die Wissenschaft und Bildung gelten, mit denen wir diesen Herausforderungen begegnen“, sagt Shokri. „Für mich ist das Spannendste an dieser Initiative die Möglichkeit, eine neue Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren auszubilden, für die eine Zusammenarbeit über Fachdisziplinen, Kulturen und Ländergrenzen hinweg selbstverständlich ist. Wissenschaft kann eine sehr wirkungsvolle Brücke zwischen Menschen sein.“

Das Sister Lab stärkt zudem die internationale Ausrichtung des CampusLab-Konzepts der TU Hamburg. Mit dem neuen Standort in Shanghai entwickelt es sich von einer lokalen Forschungsinfrastruktur zum Ausgangspunkt eines internationalen Netzwerks miteinander verbundener Umweltreallabore.

Prof. Andreas Timm-Giel, Präsident der TU Hamburg: „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Sister Lab eine in Hamburg entwickelte Idee nun international weitertragen können. Herausforderungen wie Bodengesundheit, Wasserknappheit und Klimawandel betreffen uns weltweit. Gemeinsam mit unseren Partnern und unserem UNU Hub an der TUHH schaffen wir ein Netzwerk, in dem Forschung und Lehre über Grenzen hinweg technologische Lösungen voranbringen.“

Prof. Irina Smirnova, Vizepräsidentin für Forschung an der TU Hamburg: „Das Sister Lab in Shanghai ist ein wichtiger Schritt zur internationalen Weiterentwicklung unseres CampusLab-Konzepts und zur Umsetzung unserer Strategie ‚Engineering to Face Climate Change‘. Es eröffnet Studierenden und Forschenden neue Möglichkeiten, über Ländergrenzen hinweg Wissen und Erfahrungen auszutauschen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels zu entwickeln.“

Prof. Luis Seco, Akademischer Direktor des Feishu Institute, Professor an der University of Toronto und Vorsitzender des Centre for Sustainable Development am Fields Institute: „Feishu und die Technische Universität Hamburg bauen eine lebendige Brücke zwischen Deutschland und China. Mit Mathematik, Künstlicher Intelligenz und Umweltwissenschaften überwinden sie Grenzen, um gemeinsames Wissen in konkretes Handeln, wissenschaftliche Zusammenarbeit in Freundschaft und Freundschaft in eine bessere Zukunft für unseren Planeten zu verwandeln.“

Fotocredit: TUHH


TUHH - Pressestelle
Michael Tokarski
E-Mail: michael.tokarski@tuhh.de
Tel.: +49 30601 3458

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