Roboter sind kognitive Systeme, die nachvollziehbar kommunizieren können

Prof. Dr. Jana Jost ist neue Professorin an der TU Hamburg

17.04.2026

Professorin Jana Jost übernimmt die Professur für Technische Logistik und leitet das gleichnamige Institut an der TU Hamburg.
Professorin Jana Jost übernimmt die Professur für Technische Logistik und leitet das gleichnamige Institut an der TU Hamburg. Foto: Sebastian Beierle

Auf Krankenhausfluren geht es meist geschäftig zu. Man stelle sich dort nun kleine Transportroboter vor, die Verbandszeug und Medikamente zu den Patienten bringen oder das Essen ausfahren. Und auf diese Weise Pflegekräfte tatkräftig entlasten könnten. An der Schnittstelle von Robotik, Künstlicher Intelligenz und Mensch-Technik-Interaktion forscht Professorin Jana Jost. Sie bezeichnet sich selbst als Robotik-Enthusiastin, die mit ihrer Arbeit frische Impulse setzen möchte: „Mir geht es immer darum, Fachkräften in ihrem Berufsleben zu helfen“. Dabei können Automatisierungslösungen ganz unterschiedlich aussehen und auftreten. Beispielsweise die Form eines Exoskeletts annehmen, das Mitarbeitende anziehen, um mit maschineller Unterstützung schwere Lasten besser tragen zu können. Mit ihrem interdisziplinären Ansatz und langjähriger Erfahrung in der angewandten Forschung verstärkt die Wissenschaftlerin künftig den Bereich intelligenter Logistik- und Produktionssysteme. Jana Jost übernimmt zum 1. März 2026 die Professur für Technische Logistik und leitet das gleichnamige Institut an der TU Hamburg.

Nach ihrem Studium der Angewandten Informatik sowie der Elektro- und Informationstechnik an der TU Dortmund promovierte Jana Jost dort im Maschinenbau. Ihre Dissertation zur „Maschinellen Sozialisation autonomer mobiler Roboter“ zeigt ihre Begeisterung für die intelligente Robotik. Parallel zu ihrer wissenschaftlichen Qualifikation entwickelte Jost ihre Forschung kontinuierlich in der Praxis weiter: Seit 2013 war sie am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) tätig, zuletzt als Leiterin der Abteilung Robotik und Kognitive Systeme. Zuvor hatte sie bereits Führungsverantwortung als stellvertretende Abteilungsleiterin sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin übernommen.

Verantwortungsvolle Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine

Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie intelligente Maschinen sinnvoll und verantwortungsvoll mit Menschen zusammenarbeiten können. Dabei geht es nicht nur um technische Leistungsfähigkeit, sondern um ein ganzheitliches Verständnis sogenannter sozio-technischer Systeme: „Roboter sind für mich keine bloßen Werkzeuge, sondern kooperative Teilnehmer“, erklärt die Informatikerin. „Sie sollen ihre Umgebung wahrnehmen, menschliches Verhalten antizipieren und Entscheidungen nachvollziehbar kommunizieren.“ Ob mobile Roboter, industrielle Manipulatoren oder humanoide Systeme: Ziel ist es stets, den Menschen zu entlasten und Prozesse effizienter zu gestalten. All das kann helfen, beispielsweise einen Fachkräftemangel auszugleichen und Sicherheit, Akzeptanz und Wohlbefinden zu fördern. Die Faszination für ihr Forschungsfeld ist für die neue Professorin ungebrochen: „Ich lerne jeden Tag etwas Neues und habe die Möglichkeit, aktiv an Lösungen für gesellschaftlich relevante Herausforderungen zu arbeiten.“ 

Hamburg als ideales Umfeld für Flugzeugbau und Hafenlogistik

Der Wechsel an die TU Hamburg fiel Jana Jost leicht: Neben einer exzellenten Forschungsinfrastruktur für Robotik überzeugten sie vor allem neue Anwendungsmöglichkeiten – etwa in der Logistikplanung der Flugzeugproduktion und im Hafenumfeld – sowie das kollegiale Umfeld an der Universität. Jana Jost beschritt den Weg in die Wissenschaft früh: Schon als Kind begeisterte sie sich für Technik und wollte verstehen, wie Dinge funktionieren. Während ihres Studiums führte sie eine Projektgruppe erstmals an das Fraunhofer IML, wo sie ihre Leidenschaft für Forschung entdeckte. Ein anschließendes Industriepraktikum bestärkte sie in dem Wunsch, noch tiefer in die Entwicklung intelligenter robotischer Systeme einzusteigen.

Auch abseits der Forschung ist Jost vielseitig aktiv: Ihr Herz schlägt für Ausdauersport wie Joggen, Radfahren und Triathlon, außerdem reist und liest sie gerne. An Hamburg schätzt sie besonders die Kombination aus urbanem Leben und grünen Rückzugsorten. Mit ihrer Berufung gewinnt die TU Hamburg eine engagierte Wissenschaftlerin, die technologische Innovation mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet und die die Zukunft der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit entscheidend mitgestalten kann.


TUHH - Pressestelle
Elke Schulze
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