Zweiter Platz für Hamburg beim Norddeutschen Wissenschaftspreis

Verbundprojekt der Universität Hamburg, der Universität zu Lübeck und der Technischen Universität Hamburg erhält 75.000 Euro

29.11.2018

Foto: Norddeutscher Wissenschaftspreis 2018

Der Norddeutsche Wissenschaftspreis 2018 geht an Verbundprojekte aus dem Bereich Lebenswissenschaften. Den mit 125.000 Euro dotierten ersten Platz belegt das Forschungsprojekt “Multi-Meta-Omik: Neue Technologien für neue Herausforderungen der Norddeutschen Landwirtschaft im Klimawandel“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen. Auf dem zweiten Platz folgt „Magnetic Particle Imaging: Eine strahlungsfreie Alternative für die zukünftige Gefäßdarstellung“ der Universität Hamburg und der Universität zu Lübeck unter Beteiligung der Technischen Universität Hamburg. Den dritten Preis (50.000 Euro) gewinnt „Die (Epi-)genetische Architektur des Alterns – eine Mehrgenerationenstudie an Flussseeschwalben“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kooperation mit dem Max-Plack-Institut für Evolutionsbiologie Plön und dem Institut für Vogelforschung. Die Gewinner setzten sich gegen 13 Mitbewerber-Projekte durch.

Das zweitplatzierte Forschungsprojekt der Universitäten Hamburg und Lübeck widmet sich dem tomographischen Bildgebungsverfahren „Magnetic-Particle-Imaging“ (MPI). Mit ihm kann der Blutfluss in Gefäßen in Echtzeit dargestellt werden: Minimale Mengen von Nanopartikeln werden als Kontrastmittel genutzt und mit Hilfe unbedenklicher Magnetfelder angeregt. Dadurch geben die Partikel elektromagnetische Signale ab, aus denen dreidimensionale Bilder berechnet werden können.

Das Verfahren eröffnet die Möglichkeit, Gefäße ohne eine für Patientinnen und Patienten und Mitarbeitende potenziell gefährliche ionisierende Strahlung darzustellen. Beteiligt sind Arbeitsgruppen der Fachbereiche Medizin und Chemie der Universität Hamburg und der medizinischen Fakultät der Universität zu Lübeck sowie das Institute of Biomedical Imaging des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Technischen Universität Hamburg.

Die wissenschaftliche Auswahlkommission hebt besonders die Internationalität des zweiten Sieger-projekts hervor: Das interdisziplinär zusammengestellte Forschungsteam sei international sehr ausgewiesen. Das Projekt habe daher eine hohe weltweite Strahlkraft. Außerdem sei die Entwicklung und Weiterentwicklung des bildgebenden Verfahrens sehr innovativ und von hoher klinischer Bedeutung. „Magnetic-Particle-Imaging“ trage in sehr hohem Maße zur Wettbewerbsfähigkeit der norddeutschen Forschung im Bereich Lebenswissenschaften bei.

Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Ich freue mich sehr, dass die Universität Hamburg gemeinsam mit der Universität zu Lübeck und der Technischen Universität Hamburg den zweiten Platz beim Norddeutschen Wissenschaftspreis gewonnen hat. Alle Preisträgerprojekte zeigen eindrücklich, auf welch‘ hohem Niveau in Norddeutschland Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen Lebenswissenschaften betreiben. Der Norddeutsche Wissenschaftspreis trägt dazu bei, dies in der Wissenschaftscommunity noch mehr herauszustellen.“

Bremens Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt übergab die mit insgesamt 250.000 Euro dotierten Preise heute im Rahmen eines Festakts im Haus Schütting in Bremen. Bei der Feier waren alle norddeutschen Wissenschaftsministerien hochrangig vertreten.

Der Preis wird von den Wissenschaftsministerinnen und –ministern der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, der Freien Hansestadt Bremen und der Freien und Hansestadt Hamburg gemeinsam vergeben. In diesem Jahr wurden zum sechsten Mal länderübergreifende Kooperationen in der Wissenschaft geehrt.

Der Wettbewerb 2018 war für den Bereich „Lebenswissenschaften“ ausgeschrieben. Gesucht wurden norddeutsche länderübergreifende Wissenschaftsprojekte in den Lebenswissenschaften, die sich durch wissenschaftliche Exzellenz auszeichnen und durch ihren wissenschaftlichen Ertrag einen Beitrag zur Stärkung und Wettbewerbsfähigkeit norddeutscher wissenschaftlicher Netzwerke leisten. Erstmals konnten auch innovative Projektideen eingereicht werden, die das Potenzial haben, einen Beitrag zur Stärkung und Wettbewerbsfähigkeit norddeutscher wissenschaftlicher Netzwerke zu leisten.

Ausschreibungsthema für den nächsten Wettbewerb 2020 (Federführung Schleswig-Holstein) sind die Naturwissenschaften.

Die drei Gewinner-Projekte:

  1. Multi-Meta-Omik: Neue Technologien für neue Herausforderungen der norddeutschen Land-wirtschaft im Klimawandel

Untersuchung der Frage, wie sich der Klimawandel auf das Mikrobiom von Ackerböden auswirkt.

Mikroorganismen regulieren die biogeochemischen Flüsse des Bodens. Untersucht werden die Auswirkungen zunehmender Trockenheit auf die mikrobiellen Funktionen von Ackerböden.

Einreichende Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen

  1. Magnetic Particle Imaging: Eine strahlungsfreie Alternative für die zukünftige Gefäßdarstellung

Entwicklung eines strahlungsfreien Verfahrens für die tomographische Darstellung des Blutflusses.

Tomographische Bildgebungsverfahren dienen der Diagnose einer Vielzahl von Krankheiten. Für die Darstellung des Blutflusses in Echtzeit wird ein strahlungsfreies Verfahren entwickelt.

Einreichende Hochschule: Universität Hamburg; in Kooperation mit der Universität zu Lübeck
https://www.uni-hamburg.d … r-wissenschaftspreis.html

  1. Die (Epi)genetische Architektur des Alterns – eine Mehrgenerationenstudie an Flussseeschwalben.

Untersuchung möglicher Ursachen, wie sich bei Flussseeschwalben das Alter der Elternvögel zum Reproduktionszeitpunkt auf die Fitness der Nachkommen auswirkt.

Eltern prägen ihre Kinder nicht nur über direkte genetische Vererbung von Genmaterial. Die Grundlagen dieser Effekte werden anhand der Auswirkung des Alters der Flussseeschwalben zum Reproduktionszeitpunkt auf die Fitness der Nachkommen untersucht.

Einreichende Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Plön und dem Institut für Vogelforschung

Text: Julia Offen


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