Partner des EU-Großforschungsprojekts EuroBioRef tagen an der TUHH

Eingeladen hat das TUHH-Institut für Bioprozess- und Biosystemtechnik unter Leitung von Prof. Dr. An-Ping Zeng

17.09.2013

Teilnehmer des EU-Großforschungsprojekts EuroBioRef an der TUHH
Teilnehmer des EU-Großforschungsprojekts EuroBioRef an der TUHH Foto:TUHH/Brinkmann

Heute, 17. September 2013, und Mittwoch, 18. September, trifft sich der Vorstand des EU-Großforschungsprojekts EuroBioRef zu einer Konferenz an der Technischen Universität Hamburg. Das Projektkürzel steht für "European multilevel integrated biorefinery design for sustainable biomass processing". Eingeladen hat das TUHH-Institut für Bioprozess- und Biosystemtechnik unter Leitung von Prof. Dr. An-Ping Zeng. Themen sind unter anderem Projekt-Management, Kommunikation und Schulungsaktivitäten.

2012 ist der Harburger Wissenschaftler in das Verbundprojekt mit 30 Projektpartnern aus 15 europäischen Ländern aufgenommen worden. Die EU unterstützt das Projekt mit 23 Mio. Euro. Zwei Millionen Euro stehen dem TUHH-Team für seine Projektforschungen noch bis 2014 zur Verfügung. Dann nämlich endet das Projekt EuroBioRef.

An dem Meeting nehmen 20 Projekt-Partner aus 15 europäischen Ländern teil. "Generell forschen alle Beteiligten an der Gewinnung von Bioenergie und Material aus Biomasse wie beispielsweise Biokraftstoff für Flugzeuge", sagt der Bioprozess- und Biosystemtechniker Zeng. An der TUHH wird die biosystemtechnische Forschung für die Prozessentwicklung in der Biotechnologie als auch in der Biomedizin angewendet. Zengs Hauptaufgabe in dem EU-Projekt besteht vor allem darin, hocheffiziente Verfahren für die erdölunabhängige Produktion von 1,3-Propandiol und Butanol - das als Biokraftstoff eingesetzt werden könnte - zu entwickeln. Butanol als Biokraftstoff-Komponente gewinnt man durch fermentative Umsetzung von zellulose-haltigen nachwachsenden Rohstoffen bzw. Abfällen durch geeignete Mikroorganismen. Und aus Glycerin, einem Abfallprodukt aus der Biodieselproduktion, lassen sich wertvolle Chemikalien herstellen. Prof. Zeng und seinem Forscherteam ist es gelungen, aus Hydrolysat vom Holz und Rohglycerin gleichzeitig 1,3-Propandiol und Butanol in einem integrierten Prozess mit in-situ Produktabtrennung herzustellen. "Dadurch können die Substrate viel effizienter genutzt und die Produkte sehr kostengünstig produziert werden", so Zeng. Aus den Resten, die bei der Herstellung von Butanol und Propandiol anfallen, wird Biogas hergestellt.

Ein Teilnehmen der Konferenz ist Projektkoordinator Prof. Franck Dumeignil. Er forscht am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und der University of Colorado - Colorado Springs (UCCS). Zum EU-Forschungsprojekt findet er folgende Worte: "Das Programm bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Kluft zwischen der Landwirtschaft und der chemischen Industrie zu schließen. Dabei wird die komplette Biomasse-Kette in einen wirtschaftlich rentablen und anwendbaren Ansatz integriert, um so für eine nachhaltige biobasierte Wirtschaft in Europa zu sorgen. Durch Erforschung neuer innovativer Technologien wird Europa konkurrenzfähiger und attraktiver. Darüber hinaus wird dadurch eine enge und faire Partnerschaft zwischen Europa und den tropischen Ländern in diesem High-Tech-Bereich ermöglicht. Auch in diesen Ländern wird das Konzept eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft fördern."


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