TUHH-Ringvorlesung "Energiewende - Stand und Herausforderungen"

Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt referiert über "Biokraftstoffe - Was können sie leisten?"

21.06.2013

Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt
Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt
Foto: TUHH / Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (V-9)

Biokraftstoffe spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz und bei der Energieversorgung. Mit ihrem Gebrauch sinkt beispielsweise die Abhängigkeit vom immer knapper werdendem Erdöl. "Doch wie kaum eine andere Option zur Nutzung regenerativer Energien bewegen die Vor- und Nachteile ihrer Anwendung sowie die daraus resultierenden Konsequenzen die Gesellschaft und damit letztlich auch die Politik", sagt Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft an der Technischen Universität Hamburg.

Einerseits werden die Biokraftstoffe - zusammen mit der Elektromobilität - als eine wichtige Option für eine umwelt- und klimaverträglichere Mobilität angesehen. "Und das insbesondere unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit für ein vergleichsweise rohstoffarmes Land wie das der Bundesrepublik Deutschland. Zum anderen wird den Biokraftstoffen besonders von vielen NGO's vorgeworfen, dass sie zur Rodung des Regenwalds beitragen, den Hunger bei den Ärmsten der Armen verstärken und durch eine Vielzahl direkter und indirekter Effekte mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden sind", so Kaltschmitt, der von 1981-1986 Tiefbohrtechnik, Erdöl- und Erdgasgewinnung an der Technischen Universität Clausthal studierte.

Mit dem Ziel, faktenorientiert und wertneutral einen Überblick über den Stand und die daraus resultierenden Möglichkeiten der Biokraftstoffe zu geben und die damit einhergehenden technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu identifizieren, wird der TUHH-Professor im achten Teil der elfteiligen Ringvorlesung zunächst auf die technischen Grundlagen der Kraftstofferzeugung eingehen. Dazu wird er erläutern, welche Verfahrenstechnik zur Erzeugung von Biodiesel, Bioethanol, Biomethan und anderen Biokraftstoffen verfügbar ist und wie die entsprechenden Kraftstoffbereitstellungsketten konzipiert sein können. Die Betrachtung der verfügbaren Technik dient dann als Grundlage für eine Analyse verschiedener Problemfelder, durch die Biokraftstoffe derzeit gekennzeichnet sind.

In diesem Zusammenhang wird Prof. Kaltschmitt, Mitherausgeber der Zeitschrift "Biomass Conversion and Biorefinery" und Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, eingehen auf

  1. die Frage nach der derzeitigen Nutzung von Biokraftstoffen in Deutschland und weltweit sowie der daraus resultierenden Flächeninanspruchnahme. Dies vor dem Hintergrund der für die Nahrungsmittelerzeugung einer wachsenden Weltbevölkerung benötigten landwirtschaftlichen Anbauflächen,

  2. die mögliche Klimagasreduktion im Lebensweg und damit den Beitrag der Biokraftstoffe zum Klimaschutz,

  3. die Kosten, die für derartige Kraftstoffe aufzuwenden sind - und das im Vergleich zu denen der fossilen Kraftstoffe sowie auf

  4. die Problematik "Biokraftstoffe und Hunger".

Anschließend werden die Analysen kurz zusammengefasst und in Form von Statements zur Diskussion gestellt.

Am Freitag, 28. Juni, dürfen sich Fans der Ringvorlesung auf Jürgen Lenz, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) e.V., freuen. Lenz spricht über "Erdgas als Stromspeicher - Joker der Energiewende?". Die Ringvorlesung findet jeweils freitags von 14.30 Uhr bis 16 Uhr im Hörsaal des Gebäudes K, Denickestraße 15, statt.

Interessierte Bürger, Studierende und Experten sind herzlich eingeladen.

Der Eintritt ist frei.


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