TUHH-Ringvorlesung "Energiewende - Stand und Herausforderung" startet am Freitag, 19. April

Fragen über Fragen begleiten die Energiewende. Licht ins Dunkel dieser Thematik zu bringen, verspricht eine Vortragsreihe der TUHH.

11.04.2013

Professor Martin Kaltschmitt, Organisator der Ringvorlesung "Energiewende" im Sommersemester.
Professor Martin Kaltschmitt, Organisator der Ringvorlesung "Energiewende" im Sommersemester. Foto: TUHH

"Energiewende - Stand und Herausforderung" - unter diesem Titel informiert ab Freitag, 19. April, eine elfteilige Ringvorlesung an der Technischen Universität Hamburg / TUHH. Sie findet jeweils freitags von 14:30 Uhr bis 16:00 Uhr in der Denickestraße 15 (Gebäude K), Raum 0506, statt und wendet sich an Experten, Studierende sowie interessierte Bürger und Bürgerinnen. Veranstalter der Vorlesungsreihe ist der TUHH-Forschungsschwerpunkt "Klimaschonende Energie- und Umwelttechnik" in Zusammenarbeit mit dem Energieforschungsverbund Hamburg.

Verantwortlich für die Organisation ist das Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) unter dem Institutsleiter Professor Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt.

"Ein Novum dieser Veranstaltung ist die enge Zusammenarbeit der TUHH mit der Universität Hamburg und der Helmut-Schmidt-Universität. Ein Zeichen dafür ist die Auswahl der Referenten. Sie werden Licht in das Dunkel der Energiewende bringen", sagt Professor Kaltschmitt.

Aus heutiger Sicht gilt die Energiewende als eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Dahinter steht der Beschluss der Bundesregierung zum Ausstieg aus der Kernenergie zusammen mit einer Vielzahl weiterer energiepolitischer und energiewirtschaftlicher Rahmenvorgaben. Die damit verbundenen Herausforderungen stellen Wirtschaft und Wissenschaft vor die Herkulesaufgabe, beispielsweise die Stromversorgung in Deutschland mittelfristig mit einem deutlich höheren Anteil einer fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne - und damit mit der gleichen Versorgungssicherheit - zu gewährleisten.

Dazu Prof. Martin Kaltschmitt: "In Deutschland lag der Anteil der erneuerbaren Energien 2012 im Strommarkt bei rund 23 Prozent, im Wärmemarkt bei etwas mehr als 10 Prozent und im Treibstoffmarkt bei zirka 5,5 Prozent. Erneuerbare Energien sind damit eine feste Größe im Energiesystem; und in den kommenden Jahren wird ihr Anteil sukzessive weiter zunehmen. Dies ist mit einer Vielzahl bereits bekannter und auch neuer Herausforderungen verbunden, für die effiziente und nachhaltige Lösungen in enger Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gefunden werden müssen. Gelingt dies, kann Deutschland seine Technologieführerschaft im Energiebereich weiter ausbauen und dadurch Wertschöpfung generieren, da über kurz oder lang auch viele andere Länder und Regionen - aufgrund steigender Energienachfrage und begrenzter fossiler Ressourcen - höhere Anteile regenerativer Energien in ihren Energiesystemen werden integrieren müssen."

Kaltschmitt selbst beschäftigt sich unter anderem mit alternativen Kraftstoffen. Die TU Hamburg verfügt hier bereits über eine beachtliche Expertise und wird mit den laufenden Forschungsaktivitäten auch zum "grünen" Luftverkehr beitragen. Der Wissenschaftler leitet zudem den Fachausschuss "Regenerative Energien" des VDI Deutschland und ist Mitglied des Aufsichtsrats des Instituts Madrileno de Estudios Avanzados Imdea, Madrid. Des Weiteren ist er Mitglied in der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Innerhalb der Ringvorlesung klärt der Harburger Wissenschaftler die Zuhörer über Biokraftstoffe auf und das, was sie zu leisten vermögen.

Unter den elf ausgewiesenen Referenten befinden sich zahlreiche bekannte Namen wie: Felix Chr. Matthes, Marian Paschke, Manfred Fischedick und Claudia Kemfert.

Felix Chr. Matthes, Forschungskoordinator Energie und Klimapolitik im Öko-Institut e.V., Berlin, sagt: "Wir sind eines der wenigen Forschungsinstitute, das nicht nur bestehende Strukturen legitimiert, sondern wir spezifizieren, warum und vor allem wie Dinge verändert werden müssen." Er wird über Marktdesign für Elektrizitätsmärkte mit höheren Anteilen regenerativeren Energien sprechen.

Claudia Kemfert, leitet die Abteilung "Energie, Verkehr, Umwelt" am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der privaten Universität, der Hertie School of Governance, Berlin. Sie wird die Energiewende in Deutschland kritisch beleuchten.

Der Energie- und Umweltforscher Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH befasst sich seit Jahren mit Fragen der Energieverbrauchs­entwicklung und den daraus resultierenden Konsequenzen auf nationaler und internationaler Ebene. Dabei hat sich gezeigt, dass der enorme Energieverbrauchsanstieg in den Ländern China, Indien und Brasilen in den letzten Jahren erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte hatte und diese Auswirkungen zukünftig noch zunehmen werden.

Rechtswissenschaftler Marian Paschke von der Universität Hamburg ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und Sprecher der Arbeitsgruppe: Strategien für eine konzertierte, partnerschaftliche Rohstoffpolitik. Innerhalb der Ringvorlesung will er die Gäste über den gesetzlichen Rahmen der Energiewende informieren.

Es referieren ab dem 19. April: Detlef Schulz, Helmut Schmidt Universität, Hamburg über "Netzausbau vs. Stromspeicherung - Konkurrenten oder Partner?" (19. April); 26. April, Max Voß, RWE AG, Essen, über "Desertec - Option, Vision oder Fiktion?" (26. April); Harald Andruleit, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover, über "Energierohstoffe im 21. Jahrhundert -Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit" (3. Mai); Felix Chr. Matthes, Öko-Institut e.V., Berlin, über "Marktdesign für Elektrizitätsmärkte mit höheren Anteilen regenerativer Energien - Überlegungen und deren Bewertung" (17. Mai); Marian Paschke, Universität Hamburg, über "Gesetzlicher Rahmen für die Energiewende - Stand, Problemfelder, Perspektiven" (31.Mai); Manfred Fischedick, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH über " über Globale Energieverbrauchsentwicklung - Beeinflusst sie unser zukünftiges Energiesystem?" (7. Juni); Martin Skiba, RWE Innogy GmbH, Hamburg, über "Windenergie und ihr Beitrag zur Energiewende - Versuch einer Einordnung" (14. Juni); Martin Kaltschmitt, Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) über "Biokraftstoffe - Was können sie leisten?" (21. Juni); Jürgen Lenz, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) e.V., Bonn, über " Erdgas als Stromspeicher - Joker der Energiewende?" (28. Juni); Karl-Josef Wolf, RWE Power AG, Essen, über "Rauf und runter - Die Rolle der konventionellen Kraftwerke" (5. Juli); Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) e.V., Berlin und Hertie School of Governance, Berlin, über " Energiewende in Deutschland - Wirtschaftsmotor oder ökonomisches Desaster?" (12. Juli).

Der Eintritt ist frei


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