TUHH voll und ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit

04.03.2013

Die renommierte Energieexpertin Claudia Kemfert  hielt im Rahmen des Seminars "Umweltpolitik und Nachhaltigkeit" einen spannenden Vortrag zum aktuellen Stand der Energiewende
Die renommierte Energieexpertin Claudia Kemfert  hielt im Rahmen des Seminars "Umweltpolitik und Nachhaltigkeit" einen spannenden Vortrag zum aktuellen Stand der Energiewende
Foto: Claudia Kemfert

Wann immer es um Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit geht, ist Professorin Dr. Claudia Kemfert gefragt. Als Gutachterin und Politikberaterin brachte sie ihr Know-how bereits in diverse Nachhaltigkeitsbeiräte und Kommissionen ein. Im Rahmen ihrer Tätigkeit in der High Level Group of Energy and Climate beriet sie schon den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso. Seit April 2004 leitet die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin die Abteilung für Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und ist Mitglied der Advisory Group on Energy der Europäischen Kommission sowie im Club of Rome. Für ihre Arbeit wurde die Wirtschaftsexpertin (Energieforschung und Klimaschutz) mit Preisen wie dem B.A.U.M.-Umweltpreis und derUrania-Medaille ausgezeichnet.

Vor Kurzem war Professorin Dr. Claudia Kemfert zu Gast an der TUHH und hielt im Rahmen des Seminars "Umweltpolitik und Nachhaltigkeit" von Monika Griefahn einen Vortrag zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Energiewende. Dabei lobte sie die Aufgeschlossenheit der Studierenden gegenüber dem Thema und machte im Anschluss an das Seminar auf die Möglichkeiten der TUHH im Bereich der Nachhaltigkeit aufmerksam: "Durch eine interdisziplinäre Ausbildung kann die TUHH eine gute Grundlage für die aktive Umsetzung der Energiewende schaffen", erklärte sie. "Ich freue mich über das Engagement der Technischen Universität Hamburg im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, der aktiven Umsetzung und nicht zuletzt des Angebotes interessanter Seminare zu diesem Thema", führte sie weiter an.

Monika Griefahn, die von 1990 bis 1998 das Amt der niedersächsischen Umweltministerin wahrnahm und heute im Rahmen ihres eigenen Unternehmens "Monika Griefahn GmbH institut für medien umwelt kultur" u.a. moderiert, Vorträge hält und lehrt, wird das Seminar im Sommersemester 2013 erneut anbieten. An wen sich das Seminar richtet und wie sich das Angebot auf den Entwicklungsprozess der TUHH im Bereich der Nachhaltigkeit auswirken kann, erklärte sie im Interview mit der Öffentlichkeitsarbeit der TUHH.

Auch im Sommersemester 2013 will die ehemalige Umweltministerin Monika Griefahn das Seminar für interessierte Studierende anbieten
Auch im Sommersemester 2013 will die ehemalige Umweltministerin Monika Griefahn das Seminar für interessierte Studierende anbieten
Foto: Monika Griefahn

TUHH: Frau Griefahn, wer profitiert vom Besuch des Seminars?

Griefahn: Ich bin der Meinung, es ist für Ingenieure wichtig, sich in das gesellschaftliche Umfeld, für das sie Technik entwickeln, hineinzuversetzen. Daher richtet sich das Seminar nicht an spezielle Studienrichtungen, sondern ist für alle die Gelegenheit, einen Blick über den Tellerrand zu wagen und aus Sicht verschiedener gesellschaftlicher Akteure zu denken.

TUHH: Welche Kompetenzen sollen die Studierenden über das Seminar "Umweltpolitik und Nachhaltigkeit" vermittelt bekommen?

Griefahn: Inhaltlich geht es mir in erster Linie darum, den Blick zu öffnen für verschiedene Herangehensweisen an ein Thema. Das ist wichtig, um zum Beispiel für oder gegen etwas argumentieren zu können, aber auch, um gute Vorschläge von anderer Seite aufnehmen zu können und dann in sein Tun zu integrieren. Übergeordnet geht es eigentlich darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Gesellschaft funktioniert. Aber ich lege in dem Seminar auch viel Wert auf Anwesenheit und darauf, dass die Studierenden sich an den Diskussionen beteiligen und Referate halten.

TUHH: Wie könnten die Studierenden das Wissen aus Ihrem Seminar ggfs. mit in den Entwicklungsprozess zur nachhaltigen TU einbringen?

Griefahn: Ich hoffe, dass mein Konzept grundsätzlich hilft, aus den Studierenden aktive Bürger zu machen - wenn sie es nicht schon sind. Und natürlich erhalten sie auch Ansätze für nachhaltiges Handeln. Wer sich zum Beispiel mit dem Thema "Teller oder Tank" beschäftigt hat, also damit, wie wir mit Lebensmitteln umgehen, dessen Sinne und dessen Meinung sind vielleicht nach dem Referat geschärft und er schaut sich die TU-Mensen mal genauer an, hinterfragt das Angebot, entwickelt vielleicht ein Konzept für Lebensmittelreste mit oder ähnliches. Es ist nur ein Beispiel - vielleicht arbeitet die TU da ja auch schon vorbildlich?!

TUHH: Mit welcher Intention holen Sie zusätzlich externe Referentinnen und Referenten mit in das Seminar?

Griefahn: Die Referenten sind allesamt Praktiker, besonders aus dem politischen oder Politik beratenden Bereich, wie zum Beispiel Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung oder Prof. Maximilian Gege vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.). Sie können den Wert ihres Handelns am besten vermitteln. Sie zeigen, dass es wichtig ist, sich für seine Ziele einzusetzen, und dass man etwas bewirken kann, wenn man aktiv ist. Wir versuchen vorrangig, Vertreter aller politischen Ebenen einzuladen - von Kreistagsabgeordneten angefangen, über den Landtag, Bundestag und bis hin zum Europäischen Parlament. Krista Sager war zum Beispiel aus dem Bundestag hier oder Knut Fleckenstein als Europaabgeordneter. Ich freue mich auch riesig, dass die Referenten kommen, ohne Geld zu verlangen - allein das zeigt ihr Engagement.

TUHH: Das Seminar soll im Sommersemester erneut angeboten werden. Was haben Sie sich dafür vorgenommen?

Griefahn: Ich hoffe, dass ich wieder auswärtige Referenten begeistern kann zu kommen und freue mich auf Studierende, die Interesse und Lust haben zu diskutieren und die gute Referate halten. Das ist dann sowohl für mich als auch für die Kommilitonen ein Gewinn.

Weitere Informationen:

http://www.claudiakemfert.de/

http://www.monika-griefahn.de/




TUHH - Public Relations Office
Sarah El Jobeili
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