Preiswertes Zimmer in Uninähe, bevorzugt in Wohngemeinschaft gesucht

05.10.2010

Hamburgs einziger täglicher Markt auf dem Harburger Sand ist auch bei TUHH-Studierenden beliebt.
Hamburgs einziger täglicher Markt auf dem Harburger Sand ist auch bei TUHH-Studierenden beliebt.
Foto: TUHH/Thomas Rokos

Studenten der TU Hamburg-Harburg ist campusnahes Wohnen am wichtigsten - am meisten vermisst wird modernes Stadtteil-Flair.

Ergebnisse einer Umfrage bestätigen das allgemeine Bild vom Stadtteil Harburg als wenig reizvoller Wohnort.

Harburg ist bei den Studierenden der TU Hamburg als Wohnstandort gefragt! Der Wunsch, in Uninähe Quartier zu beziehen, gewinnt bei den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren in Zeiten von Bachelor und Master noch an Bedeutung. Dennoch wohnt nur etwa ein Drittel der TUHH-Studierenden im Süden Hamburgs.

In einer Umfrage unter TUHH-Studierenden über deren Wohn- und Lebensgewohnheiten wurden als Gründe dafür der Mangel an preiswertem und attraktivem Wohnraum sowie echtem Szeneleben, das ein junges Akademiker-Publikum anspricht, genannt. Generell bestätigt die Umfrage, das allgemeine Bild vom Hamburger Stadtteil Harburg als wenig reizvoller Wohnort mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Bewohnern, die an der Armutsgrenze leben.

An der Umfrage, die die TUHH gemeinsam mit dem AStA und in Kooperation mit dem City Management Harburg im Juni durchführte, beteiligten sich 522 der etwa 5000 Studierenden. 69 Prozent der Teilnehmer sind Studenten, 31 Prozent Studentinnen; 89 Prozent haben die deutsche Staatsangehörigkeit, und 11 Prozent gehören einer anderen Nation (30) an. Die meisten Teilnehmenden, zwei Drittel, wohnen in Harburg. Die Umfrage mit 19 offenen und geschlossenen Fragen, die in Kooperation mit dem City Management Harburg entwickelt worden waren, wurde als selbstselektive Online-Befragung durchgeführt.

72 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Studierenden beurteilten das Wohnungsangebot in Harburg als unattraktiv und nicht ausreichend, nur 28 Prozent bewerten es positiv.

Auf die Frage, welche Standortfaktoren ein Wohnquartier besonders attraktiv machen, kreuzten die meisten Teilnehmer die Nähe zur TUHH (88,31 Prozent) an. Es folgen "gute Verkehrsanbindungen" (80,84), günstige Mieten (80,65), das Wohnumfeld/Szene (49,62), Freizeitmöglichkeiten (36,59). Bei der Frage aber, was in Harburg am meisten fehlt, stand mit 88 Prozent das "Wohnumfeld/Szene" an der Spitze, gefolgt von Freizeitmöglichkeiten (49,04), günstigen Mieten (29,50) und Uni-Nähe (4,21 Prozent). Das heißt, mehr als preiswerter Wohnraum wird in Harburg echtes Szeneleben vermisst, so wie es viele aus Stadtteilen nördlich der Elbe kennen. Demnach mangelt es im Süden an einem modernen Wohnumfeld, viel frequentiert von Studierenden und jungen Berufstätigen, mit Cafes und Kneipen, Fachgeschäften und Freizeitangeboten. Beklagt werden die zunehmende Verwahrlosung des Stadtteils sowie die Abwanderung attraktiver Geschäfte. Für viele Teilnehmer sind deshalb andere Hamburger Stadtteile wie Eimsbüttel attraktiver, andere günstiger, wie zum Beispiel das benachbarte Wilhelmsburg und die Veddel.

Die Kneipen in Harburgs Altstadt werden auch von TUHH Studierenden gern besucht.
Die Kneipen in Harburgs Altstadt werden auch von TUHH Studierenden gern besucht.
Foto: TUHH/Thomas Rokos

Großer Wunsch ist ein größeres Angebot an preisgünstigen und attraktiven Wohnungen für Studenten. 307,77 Euro sind die Studierenden im Durchschnitt bereit, für ein solches Quartier zu bezahlen "Mit einem entsprechenden Angebot für Studenten, kann der große Nachteil Harburgs, die einseitige soziale Mieterstruktur, kompensiert werden", lautet ein Vorschlag.

Die beliebteste Wohnform der Studierenden ist nach wie vor die Wohngemeinschaft: 40 Prozent gaben an, am liebsten in einer Zweier-WG zu wohnen, 27 Prozent in einer Gruppen-WG und 29 Prozent bekundeten ihre Vorliebe für eine Einzelwohnung. Nur 4 Prozent gaben an, gern in einem Wohnheim zu wohnen. Wunsch und Wirklichkeit klaffen auch hier auseinander: Es fehlen laut Umfrage vor allem Single- und Studentenwohnungen, besonders schwierig sei eine Wohngemeinschaftsgründung. Speziell für ausländische Studierende sei es problematisch, überhaupt Wohnraum zu finden, nicht zuletzt wegen der Sprachprobleme.

Bevorzugte Wohnstandorte sind die in Fußnähe zur TUHH gelegenen Viertel - Heimfeld, Eißendorf, Harburg-City. Die meisten gaben an, dass der Anfahrtsweg zur Uni mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht länger als 20 Minuten betragen darf. Grundsätzlich sollten Busse und S-Bahnen häufiger und auch in der Nacht verkehren. Zudem sollte es mehr Querverbindungen zwischen den sternförmig zum Bahnhof Harburg laufenden Buslinien geben.

Das Freizeitangebot bewerten 59 Prozent negativ, bezüglich des kulturellen Angebotes urteilen die Teilnehmer noch kritischer, während das gastronomische Angebot mehr als 70 Prozent positiv finden. Für die Freizeit fehle es an Sportmöglichkeiten und an Angeboten zum Ausgehen vor allem für den Abend. An Bars, Cafes, Restaurants, Discos herrsche ein Mangel, noch größer sei dieser im Sportsektor, wo zum Beispiel saubere Grünanlagen in Uni-Nähe für Fußball- und Basketball gern genutzt würden. Es fehle eine Schwimmhalle mit erschwinglichen Eintrittspreisen. Auch sei der Hochschulsport vor Ort mit einem zu geringem Angebot vertreten.

Als beliebteste Einkaufsmöglichkeit wird das Phoenix-Center (67,05 Prozent) genannt, gefolgt von den Harburg-Arcaden (44, 06 Prozent), dem Marktkauf-Center (41,38 Prozent), der Fußgängerzone (26,44 Prozent), der Hölertwiete und dem Sand mit dem Wochenmarkt (20,11 Prozent).

"Das erstaunlich große Echo auf diese Umfrage sowie das als Summe vieler Einzelmeinungen gebündelte Ergebnis kann ein wegweisender Faktor für die Planung studentischen Wohnraums südlich der Elbe sein", sagte der Vizepräsident für die Lehre, Professor Garabed Antranikian. Für den AStA-Vorsitzenden Jonathan Barth ist das Ergebnis nicht überraschend: "Wir wissen, dass die Uninähe immer wichtiger wird, tatsächlich aber das Milieu in Harburg wie auch die vergleichsweise hohen Mietpreise viele von einem Umzug abhalten."

Zitate aus der Online-Umfrage "Schöner wohnen in Harburg" :

"Nur günstige Wohnungen in Uni-Nähe zieht nicht, Studenten wollen auch kulturelles Leben!"

"Zurzeit ist das Umfeld sehr unattraktiv und bis auf die Uni-Nähe würde für mich nichts für eine Wohnung in Harburg sprechen."

"Das Kleinstadtmilieu ist erdrückend."

"Ich habe zentral in Harburg am Sand gewohnt, dort waren die Mieten horrend."

"Bezahlbaren Wohnraum gibt es in Harburg nicht: Entweder die Wohnung ist ‚günstig’, dann ist sie heruntergekommen, oder sie entspricht einem ‚normalen’ Standard (Zentralheizung, fließendes Warmwasser ohne Boiler und Durchlauferhitzer), dann werden Mondpreise verlangt oder gar nicht erst an Studierende vermietet."

"Leider sind die meisten Wohnungen, die ich gesehen habe, zu teuer."

"Es fehlt eine angenehme Atmosphäre, die Lust macht, sich bei schönem Wetter in Harburg in ein Cafe zu setzen anstatt in die Schanze zu fahren oder zu Hause zu bleiben".

"Es gibt zu wenige Vermieter, die bereit sind, an Studenten zu vermieten. Und die Wohnungen, die zur Verfügung stehen, sind in einem schlechten Zustand oder in unattraktiven bis gefährlichen Gegenden."

"Mehr Wohnungen, die auf Studenten zugeschnitten sind, sowohl von der Lage als auch von der Größe und vom Kostenfaktor."

"Sehr schwer ein Zimmer zu finden, besonders wenn man wie ich aus Nordrhein-Westfalen von weiter herkommt. Ich hätte schon fast auf mein Studium an der TUHH verzichten müssen, weil ich kein Zimmer in Uni-Nähe gefunden habe."

"Es sollten die Studenten zentrierter wohnen können, quasi ein Studenten-Viertel geschaffen werden".


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