MINT mal anders: Abschlussprojekt der Kinderforscher an der TUHH

21.01.2016

Die Kinderforscher stellen ihre Experimente vor.
Die Kinderforscher stellen ihre Experimente vor.
Foto: TUHH/Geringer

Warum fliegt ein Flugzeug? Wie werden Brücken stabil? Was treibt die Rakete an? Die Kinderforscher an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) wissen es. Vier Monate haben die 213 Schülerinnen und Schüler beim Experimentieren Einblicke in naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen gewonnen. In der gestrigen großen Abschlussveranstaltung im Audimax der TUHH vor 700 Zuschauern berichteten die Kinderforscher über ihre Erlebnisse, damit auch ihre Eltern, Geschwister, Medienvertreter und Universitätsbesucher die Welt besser verstehen.

Ingenieure, Informatiker und Naturwissenschaftler sind auf dem Arbeitsmarkt gefragter denn je. Viele Schüler und besonders Schülerinnen können sich allerdings nur schwer mit den sogenannten MINT-Fächern identifizieren. Deshalb initiierten Chemielehrerin Gesine Liese und ihr Mann, TUHH-Professor Andreas Liese, 2007 das Projekt „Kinderforscher an der TUHH“ in Kooperation mit der Beratungsstelle besondere Begabungen im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg. „Wir haben gemerkt, dass viele Menschen Berührungsängste mit Naturwissenschaften und Technik haben. Unsere Idee war es, Kinder, Eltern und Lehrer für MINT zu begeistern, indem sie experimentieren und einen Bezug zu ihrem Alltag erkennen“, beschreibt Gesine Liese die Anfänge des Projekts. Inzwischen bieten die Kinderforscher an der TUHH Projekte für über 850 Schülerinnen und Schüler an 30 Schulen jährlich an.

Foto: TUHH/Geringer

Insgesamt 11 Schulen haben von Oktober 2015 bis Ende Januar 2016 an den Herbstkursen der Kinderforscher an der TUHH teilgenommen. Die Schülerinnen und Schüler experimentierten im wöchentlichen Wechsel in ihrer Schule und an der Universität. Die Abschlussveranstaltung war für alle ein aufregender Abend. Hier konnten sie zeigen, was sie gelernt hatten. Der Grundschüler Philipp Blesch erklärte den Besuchern beispielsweise, wie sie einen Helikopter entwerfen können. Zur Anschauung dienten Hubschrauber aus Lego. Philipps Tipp: Die kleinen Stecker auf den Legosteinen abzählen, damit das Verhältnis stimmt. „Geht zwar schwer, aber es geht,“ sagte er. Das Projekt mit der TUHH fand Philipp sehr interessant. Besonders spannend war für ihn, wozu eigentlich Tragflächen da sind, und wie die Steuerung im Flugzeug funktioniert. Flugzeugbauer oder Pilot wolle er aber nicht werden: „lieber Archäologe.“ Kinderforscherin Alexandra Christoph hat die Scheu vor MINT abgelegt. „Ich möchte Ingenieurin werden,“ sagt die Drittklässlerin „und dann möchte ich Strom machen, ohne dem Klima zu schaden.“

Seit mehreren Jahren ist die Airbus Group einer der großen Unterstützer dieses Projekts. Gunnar Groß, General Secretary Airbus Operations GmbH, besuchte die Abschlussveranstaltung der Kinderforscher und überreichte den Nachwuchswissenschaftlern kleine Flugzeuge. „Wir möchten die Jugend und Wissenschaft fördern. Insbesondere die frühe Förderung ist wichtig, um Begeisterung für Technik zu wecken.“ Die TUHH und die Airbus Group arbeiten auf verschiedenen Ebenen zusammen. Außerdem bietet Airbus eine Vielzahl an dualen Studiengängen in Kooperation mit Hochschulen an, unter anderem Informatik-Ingenieurwesen an der TUHH. „Die Kinderforscher sind eine ideale Ergänzung,“ findet Groß. „Die, die heute Kinderforscher sind, werden vielleicht morgen Studenten an der TUHH und übermorgen Forscher, Zulieferer oder Airbus-Kollegen.“

Besonderer Dank gilt den finanziellen Unterstützern: Airbus Group, Sigma Aldrich Foundation/Merck, Beratungsstelle besondere Begabung.


TUHH - Public Relations Office
Jasmine Ait-Djoudi
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