Zurück in der fachlichen Heimat

Prof. Robert Seifried hat die Leitung des TUHH-Instituts für Mechanik und Meerestechnik übernommen

27.03.2015

Prof. Robert Seifried in der Werkstatt seines Instituts.
Prof. Robert Seifried in der Werkstatt seines Instituts.
Foto: TUHH/Brinkmann

Seit einem halben Jahr leitet Prof. Dr.-Ing. Robert Seifried das TUHH Institut für Mechanik und Meerestechnik. „Es freut mich, dass ich wieder zurück in meiner fachlichen Heimat bin“, kommentiert er den Ruf an die TUHH. Damit gemeint ist die Mechanik, eine zentrale Grundlagendisziplin der Ingenieurswissenschaften. Der 40-jährige, am Bodensee geborene Maschinenbauingenieur und Hochschullehrer hat einiges vorzuweisen. Neben der Universität Stuttgart gehören die renommierte University of California in Berkeley und das Georgia Institute of Technology in Atlanta zu den Stationen seiner akademischen Laufbahn. Seifried promovierte in Stuttgart im Bereich der Technischen Mechanik über „Numerische und Experimentelle Stoßanalyse für Mehrkörpersysteme“ und habilitierte dort in der Dynamik, ein Teilgebiet der Mechanik. 2007 kehrte er als Juniorprofessor an die Universität Stuttgart zurück. Während dieser Zeit war er an der Entwicklung und Berechnung des speziellen Antriebskonzepts des Riesenpendels im Deutschen Pavillon auf der EXPO 2010 beteiligt. (http://www.expo2010-deutschland.de/). Zuletzt lehrte Seifried als Professor für Dynamische Systeme in der Fahrzeugtechnik an der Universität Siegen.

Was den Maschinenbauingenieur derzeit umtreibt ist weniger ein mechanisches Problem, sondern eine organisatorische Mammutaufgabe: Die Vorbereitung und Durchführung der Mechanik-Prüfung, an der sich 1700 Studierende der TUHH angemeldet haben. „Dies ist nur mit der tatkräftigen Mithilfe aller Institutsmitarbeiter zu stemmen“, so Professor Seifried. Weil die Hamburger Ingenieurschmiede in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen ist und geeignete Säle für dieses Großereignis an der TUHH nicht zur Verfügung stehen, finden die Prüfungen in der Sporthalle Hamburg statt. „Alle Studierende im Bereich Maschinenbau, Schiffbau, Mechatronik und Bauingenieurwesen hören bei mir in der großen Vorlesung das Grundlagenfach Mechanik. Im Anschluss an die Prüfungen ist das Institut über Wochen lahm gelegt, wenn nämlich alle wissenschaftlichen Mitarbeiter und ich auch mit den Korrekturen beschäftigt sind“, sagt der Professor.

Sein Institut ist für einen Großteil der TUHH Studiengänge federführend für die Lehre der Mechanik und bietet die Vorlesungen Mechanik I, III und IV an. Außerdem bietet Seifried neben Hörsaalübungen auch wöchentlich circa 70 Gruppenübungen zur Mechanik an, die geschulte studentische Tutoren leiten. Seifried: „Organisatorisch ist die Menge vergleichbar mit einem Flohhaufen.“ Aus Erfahrung weiß der junge Professor, dass viele Studierende an den Prüfungen scheitern und sich oftmals viel zu spät oder gar nicht um Hilfe bemühen. Um die Durchfallquote zu reduzieren, bietet er eine spezielle Prüfungsvorbereitung an. „Studierenden der Mechanik III, die bereits mehrfach wiederholt haben, bieten wir neuerdings eine spezielle Prüfungsvorbereitung an. Darin gehen wir gemeinsam alte Prüfungsaufgaben durch. In einem ersten Testlauf haben das Angebot im vergangenen Semester etwa die Hälfte der Studierenden angenommen, die wiederholen müssen. Jetzt sind wir gespannt, wie sie abschneiden und hoffen hier ein längerfristiges maßgeschneidertes Unterstützungskonzept entwickeln und etablieren zu können.“

Neben der Lehre ist die Forschung ein wichtiger Bestandteil seiner Professur. Der Schwerpunkt liegt hierbei in der Modell- und Methodenentwicklung in der Mehrkörperdynamik. Ihn interessieren beispielsweise Leichtbauroboter und die Frage wie man sie regeln und optimieren kann. Generell möchte man leichtere Roboter bauen, die weniger eigene Masse bewegen und so Energie sparen. Muss ein Leichtbauroboter allerdings große Bewegungen ausführen, fängt er an zu schwingen. „Für uns geht es darum, Methoden zu entwickeln, die den Roboter dazu bringen, möglichst genaue Bahnen nachzufahren, obwohl er schwingt“, erklärt der Wissenschaftler. Am Institut ist man in der Lage, dies zu simulieren, regeln und optimieren. „Das ist unsere Spezialität. Wir können simulieren, wie Motoren zu regeln sind, so dass beispielsweise ein hoch elastischer Roboterarm weniger schwingt.“

Info:
Das Institut für Mechanik und Meerestechnik der TUHH nahm im Oktober 1982 seine Arbeit auf. Von 1996 bis 2012 wurde es von Professor Edwin Kreuzer geleitet. Im Oktober 2014 hat Professor Robert Seifried die Leitung übernommen. Wichtige Arbeitsgebiete seit der Gründung des Instituts sind die Strukturmechanik im Allgemeinen unter besonderer Berücksichtigung der Fluid-Struktur-Wechselwirkungen. Im Laufe der Jahre kamen weitere Forschungsgebiete hinzu, im Speziellen die Mehrkörperdynamik, aktive Systeme, Kontaktmechanik und Strukturoptimierung.

See also: www.tuhh.de/mum


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