Nachhaltigkeit soll das Leben auf dem Campus der TUHH prägen

Erstmals trafen sich Mitglieder des TUHH-Nachhaltigkeitsrats und formulierten Visionen und konkrete Beiträge

06.03.2013

Teilnehmer der ersten Sitzung des Nachhaltigkeitsrates.
Teilnehmer der ersten Sitzung des Nachhaltigkeitsrates. Foto: Sarah El Jobeili

Im vergangenen Jahr formulierte der Präsident der Technischen Universität Hamburg, Garabed Antranikian, seine Vision einer nachhaltigen Universität in Hamburgs Süden: "Die Universität wird grüner im Sinn eines schonenden Umgangs mit den Ressourcen werden. Nachhaltigkeit wird unser Handeln in der Forschung, in der Lehre und im gesamten Leben auf dem Campus prägen."

Mit der Einstellung der TUHH-Nachhaltigkeitsbeauftragen Christine Stecker im vergangenen November rückt die Hochschule der Vision ein Stück näher. Auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene strebt die TUHH die Vernetzung mit Nachhaltigkeitsakteuren und -initiativen zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch und Know-how-Transfer an. Damit das gelingt, gilt es für Christine Stecker, ein Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit auf dem Campus zu schaffen und zu stärken.

Ein erster Schritt der Vernetzung ist bereits gemacht: Mit dem TUHH-Nachhaltigkeitsrat wurde über den Akademischen Senat ein funktionsübergreifend besetztes Universitätsgremium ins Leben gerufen. Seine Mitglieder pflegen zu den verschiedenen Aspekten der nachhaltigen Entwicklung an der TUHH einen gleichberechtigten Austausch. "Dabei geht es um Fragen der grundsätzlichen Ausrichtung - Vision -, aber auch um die Motivation zu ressourcenschonendem Verhalten sowie die weitere Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Lehre", sagt die Diplomkauffrau Stecker.

Kürzlich trafen sich die Mitglieder des Rates zu ihrer ersten Sitzung. Der Rat vernetzt Vertreterinnen und Vertreter aus Lehre und Forschung, Studierende und TU-Angehörige der verschiedenen Verwaltungsbereiche inklusive der neu geschaffenen Stelle der Nachhaltigkeitsbeauftragten.

Als Vordenker, visionäre Ideenschmiede, Multiplikator und Empfehlungsgremium für das Präsidium kommt dieser Runde eine besondere Stellung für den weiteren Entwicklungsprozess zu. Die monatlichen Sitzungen finden hochschulöffentlich statt, so dass sich weitere Interessierte der TUHH aktiv einbringen können. "Auch ist angedacht, zu bestimmten Themen externe Impulsgeber einzuladen. Begleitet wird der Nachhaltigkeitsrat vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V., dem die TUHH im Sommer 2012 als erste Hochschule beigetreten ist. Weitere Beteiligungsstrukturen sind im Aufbau", erklärt die Nachhaltigkeitsbeauftragte.

Das Treffen gab den Teilnehmern Gelegenheit, sich in dieser Besetzung kennen zu lernen und gemeinsam kreativ tätig zu werden. Gefragt waren Zukunftsvisionen einer nachhaltigen TUHH. Im Ideenpool der Visionen begegnete der "essbare Campus" der klimaneutralen Hochschule, die neben Mensamenüs mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau auch Pflichtvorlesungen zur Nachhaltigkeit anbietet. Konkret einbringen wollen sich die Ratsmitglieder unter anderem bei einer stärkeren Vernetzung von Wissenschaft und Öffentlichkeit, der Überprüfung der Energieeffizienz der Beleuchtungsmittel auf dem Campus, beim Einsatz nachhaltigen Baumaterials oder über Berichte in einer Zeitung, herausgegeben von der AG Blue Engineering.

Visionäres Denken ist bei Zukunftsfragen unverzichtbar.
Visionäres Denken ist bei Zukunftsfragen unverzichtbar. Foto: Sarah El Jobeili

Das nächste Treffen des Nachhaltigkeitsrats findet voraussichtlich am 26. März statt. Interessierte Mitarbeiter der TUHH und Studierende sind herzlich eingeladen.

Welche Erwartungen haben die Mitglieder des Nachhaltigkeitsrats an die Arbeit des Gremiums? Dazu einige Statements in alphabetischer Reihenfolge:

Dipl.-Ing. Katrin Coelius/Personalrat

"Viele Forschungsprojekte der TUHH haben Nachhaltigkeit zum Thema und geben ein sehr positives Außenbild der TU in der Öffentlichkeit wieder. Ich finde es gut, wenn die TU als Institution Nachhaltigkeit nun als ein Gesamtanliegen versteht."

Christoph Drewitz, Student, AG Blue Engineering



"Vom Nachhaltigkeitsrat erwarte ich mir, dass wir durch die institutionell übergreifende Besetzung die Universität ganzheitlich nachhaltiger gestalten können. Einerseits wünsche ich mir, dass das Gremium eine beratende Ansprechstelle ist; andererseits geben wir Impulse in die TUHH. Von zentraler Bedeutung für mich ist, den Gedanken der Nachhaltigkeit in die Lehre zu integrieren. Zum Beispiel mit einer Pflichtveranstaltung für alle Studierenden zum Thema "Soziale und ökologische Verantwortung des Ingenieurs."


Prof. Dr.-Ing. Heike Flämig, Institut Verkehrsplanung und Logistik

"Wenn wir als TUHH es schaffen, Nachhaltigkeit auch entsprechend institutionell und organisatorisch zu verankern, dann übernehmen wir nicht nur eine Vorreiterrolle, weil die Strukturen und Prozesse stimmen, sondern weil wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedanken in Lehre und Forschung und der dazugehörigen Administration für eine tatsächlich zukunftsfähige Bildung geschaffen haben - die nicht auf Kosten anderer erfolgt."

Prof. Dr.-Ing. Stephan Köster
, Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz

"Ich begrüße außerordentlich die Einrichtung des Nachhaltigkeitsrates an der TUHH und ich wirke gerne in diesem Gremium mit. Ich bin davon überzeugt, dass eine technische Universität der ideale Ort ist, um in zahlreichen Handlungsfeldern konkrete Perspektiven für nachhaltiges Handeln aufzuzeigen. Es liegt nun an uns, gemeinsam mit allen Interessierten, ambitionierte Ziele zu definieren und darauf aufbauend Vorreiterprojekte zu initiieren.

Edward Maurer, Arbeitskreis Nachhaltigkeit " Aus der Aktivität beim Arbeitskreis konnte ich neben Nachhaltigkeitsthemen auch vieles über Kommunikation und Organisation lernen. Das bringt mich auch zu meiner grundlegenden Erwartung an den Rat. So selbstverständlich es auch klingt, halte ich Objektivität, Unvoreingenommenheit und möglichst unabhängiges Herangehen aller Akteure für ein wichtiges Gerüst zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit. "

Dr. rer. nat. Peer Seipold, Institut für Verkehrsplanung und Logistik

"Das thematische Sensibilisieren und das Vermitteln von fachlichem Vorwissen sind wichtige Voraussetzungen für nachhaltiges Handeln."

Christine Stecker, Referentin für Nachhaltigkeit

"Eine zentrale Herausforderung für die nachhaltige Entwicklung einer Hochschule ist sicherlich die frühzeitige Vernetzung nach Innen und nach Außen, um den Prozess so transparent wie möglich zu machen. Es gibt viele konkrete Ansätze aus anderen Hochschulen, an denen man sich orientieren kann. Doch wird es auch darum gehen, das TUHH-eigene Profil als technische Universität mit starkem Nachhaltigkeitsbezug in der Forschung weiter zu schärfen. Das Ziel ist neben markanten Leuchtturmprojekten den Nachhaltigkeitsgedanken in Lehre, Weiterbildung, Forschung, Betrieb der Hochschule und dem täglichen Campusleben zu verstetigen."

Rainer Tesch, Innerer Dienst

"Im Nachhaltigkeitsrat sitzen so viele kluge Vertreter der unterschiedlichsten Gruppierungen, dass ich sicher bin, dass hier etwas bewegt werden wird. Das Wichtigste jedoch ist, dass wir uns klar darüber werden, wie wir mit den Ressourcen umgehen, wenn wir sie ge- oder verbrauchen, seien es Nahrung, Wasser oder Rohstoffe."

Detlef Ziemann, Innerer Dienst

"Wenn es uns gelingt, in den Köpfen der Menschen das Bewusstsein zu verankern, dass alles, was wir tun oder auch nicht tun, irgendwelche Folgen hat, sind wir einen großen Schritt weiter. Das ist zwar, wie ich aus langjähriger Erfahrung weiß, nicht einfach, aber nur so kommen wir weiter. Alles Andere baut darauf auf."

https://www.tuhh.de/tuhh/uni/service/nachhaltige-entwicklung.html


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