Orkanböen: TU Hamburg-Harburg forscht zur Sicherheit von Offshore-Windkraftanlagen

21.12.2011

Prof. Moustafa Abdel-Maksoud
Prof. Moustafa Abdel-Maksoud
Foto: TUHH/Jupitz

Weit draußen vor der Küsten entstehen europaweit in Wassertiefen von bis zu 40 Metern Offshore-Windparks – mit steigender Tendenz. Was muss bei der Installation sowie Instandhaltung dieser maritimen Bauwerke, die extremen Wetter- und Seegangereignissen ausgesetzt sind, beachtet werden, um sicherheitskritische Situationen zu managen, vor allem aber die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten? Mit diesen Fragen setzt sich eine Forschergruppe der TU Hamburg auseinander.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung numerischer Rechenverfahren zur Simulation der technischen Operationen während der Installation und Instandhaltung von Offshore-Windkraftanlagen. Es ist das Ziel, sicherheitskritische Situationen zu definieren und die Effektivität von geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung zu bewerten. „Damit werden wir der Industrie eine solide Grundlage zur Verfügung stellen, die es erlaubt, die Gefährdung von Menschen und Umwelt zu verringern“, sagt Professor Moustafa Abdel-Maksoud, Sprecher des neuen Forschungsverbundes an der TU Hamburg-Harburg. Die TUHH verfügt in Deutschland als Universität mit dem größten Forschungs-und Lehrpotenzial auf dem Gebiet des Schiffbaus über eine hohe Expertise auf diesem Sektor. „Wir sind für die anstehenden Aufgaben bestens gerüstet“, sagt Abdel-Maksoud, Leiter des Institutes für Fluiddynamik und Schiffstheorie an Deutschlands nördlichster technischer Universität.

In den kommenden drei Jahren wird die interdisziplinäre Forschergruppe aus Meerestechnikern und Fluidexperten, Schiffbauern und Geotechnikern der TU Hamburg Simulationsmethoden entwickeln, die die Analyse der Wechselwirkung zwischen Offshore-Windkraftanlage und den an der Errichtung beziehungsweise Instandhaltung der Anlagen beteiligten Schiffen ermöglichen. Ziel dieser technischen Analyse sind die genaue Abbildung sicherheitskritischer Situationen in der Prozesskette sowie die Erfassung der Einflüsse verschiedener wichtiger Faktoren auf den Ablauf der Vorgänge. „Damit wird eine fundierte Aussage zu Sicherheitsrisiken möglich, und wir können Einfluss nehmen auf den Ablauf, um eine Gefährdung zu vermeiden oder ihre Auswirkungen zu minimieren“, sagt Sprecher Abdel-Maksoud. Außer dem 52-jährigen Schiffstheoretiker sind an diesem interdisziplinären Vorhaben – „Maritime Sicherheitsaspekte bei der Installation und Instandhaltung von Offshore-Windkraftanlagen“ – die Professoren Alexander Düster, Wolfgang Fricke, Jürgen Grabe, Edwin Kreuzer, Stefan Krüger, Thomas Rung und insgesamt fünf Institute beteiligt.

Das Projekt wird mit 1,8 Millionen von der Forschungs-und Wissenschaftsstiftung der Hansestadt Hamburg als eines von sechs Vorhaben, wie vor Kurzem bekanntgegeben wurde, gefördert. Mit weiteren 300 000 Euro beteiligt sich die TUHH im Zuge ihres strategischen Ausbaus von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der „Green Technology“ an diesem Vorhaben.

Mit diesem Forschungsprojekt leistet die TUHH einmal mehr einen Beitrag zur Unterstützung der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende beim Ausbau von Offshore-Windenergie-Anlagen, die ein starkes Rad im Wachstumsmotor für die Gesamtwirtschaft werden wird. Bis zum Jahr 2020 sind installierte Leistungen von 40 Gigawatt und 110 Gigawatt bis zum Jahr 2030 geplant. Die Vermeidung von Unfällen erhöht die Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt die Akzeptanz der Bevölkerung für Offshore-Windkrafttechnologie.

Für Rückfragen:
TU Hamburg Harburg
Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie
Prof. Moustafa Abdel-Maksoud
Tel.: 040/ 42878-6053
E-Mail:m.abdel-maksoud@tu-harburg.de


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