Preise, Pech und Pannen

TUHH-Student Alexander Galkin gewann mit seinem Team beim Nationalentscheid des Microsoft Imagine Cup 2010 den zweiten Platz.

16.08.2010

Alexander Galkin
Alexander Galkin

Um vier Uhr früh saß er noch am Rechner, um sechs Uhr im ersten Zug Richtung Berlin. In der Tasche hatte Alexander Galkin, Informatik-Ingenieurwesenstudent an der TUHH, ein Gerät, in dem nicht nur ungezählte Stunden Arbeit steckten, sondern auch immense Hoffnungen hingen. Immerhin gehörte Galkin zusammen mit seinen drei Kollegen von der TU-München zu den acht auserwählten Teams, die sich an diesem Tag Ende April beim Nationalfinale des Microsoft Imagine Cup 2010, einem der größten internationalen studentischen Technologiewettbewerbe, für das Weltfinale qualifizieren sollten.

Gemäß des Wettbewerb-Mottos "Technologien für eine bessere Welt" hatten sie ihr Projekt "comSpace - communication without boundaries" getauft und ein kostengünstiges webcam-basiertes Kommunikationsgerät entwickelt. Deren spezielle Vernetzung macht es möglich, dass bei virtuellen Gruppenkonferenzen mit mehreren Anwesenden auf jeder Seite, sämtliche Teilnehmer einzeln erfasst und zusammen als Panoramabild abgebildet werden, während zugleich die wechselnden Sprecher automatisch erkannt und hervorgehoben werden. Ein Projekt, das beispielsweise Schulen, Vereinen oder Organisationen zugute kommen kann, die sich vernetzten wollen.

Bis zur letzten Sekunde hatten sie noch daran gearbeitet und programmiert, von März auf April zwei Wochen am Stück, gegen Ende auch jede Nacht. Es war eine Arbeit unter extremen Zeitdruck, begleitet von vielen Pannen und Problemen, "angefangen vom fehlenden Adapter für das zur Verfügung gestellte Gerät, über unausgereifte Software bis hin zu zwischendurch kurzfristig veränderten Wettbewerbsbedingungen" berichtet Galkin. Die Generalprobe kurz vor der Abfahrt hatte dennoch einigermaßen geklappt, die Stimmung war recht zuversichtlich. Doch dann ging das Gerät kaputt. "Es war innen völlig verschmort - der absolute Höhepunkt, das Schlimmste, was vorher noch passieren konnte", erinnert sich Galkin, "da war ich wirklich nahe an der Verzweiflung, aber auch so müde, dass schon fast alles egal war."

Entsprechend improvisiert verlief in Berlin die Präsentation, wo sie zumindest die technische Jury noch von sich überzeugen konnten, die inhaltliche Jury favorisierte dagegen das Team smartTT von der Uni Heidelberg. Mit nur fünf Prozent Differenz in der Wertung landete das comSpace-Team in der Kategorie Embedded Development schließlich auf dem zweiten Platz. "Das war natürlich etwas enttäuschend", sagt Galkin, "aber angesichts der Umstände absolut in Ordnung". Und vom Weitermachen lässt er sich ohnehin nicht abhalten. Das nächste Ziel steht schon fest: Nach dem dritten Platz im norddeutschen Regionalfinale 2009 und dem zweiten Platz im Nationalfinale 2010 wäre der erste Platz im Weltfinale 2011 bloß konsequent.


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