Grüne Materialien für die Zukunft

Zwei TU Hamburg-Start-ups nominiert für Innovationspreis

18.04.2023

Die Gründerinnen Anne Lamp und Johanna Baare von Traceless Materials.
Die Gründerinnen Anne Lamp und Johanna Baare von Traceless Materials. Foto: Deutscher Gründerpreis

Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alternative Wege gefunden werden, mit denen Erdöl und Erdgas ersetzt werden können. In der chemischen Industrie sind Innovation und Erfindergeist gefragt. Zwei Start-ups, die ihren Ursprung an der Technischen Universität Hamburg haben, konnten mit beidem überzeugen: COLIPI und Traceless Materials sind als einzige deutsche Start-ups für den Innovationspreis „Renewable Material of the Year 2023“ nominiert. Mit dem Award werden besonders spannende und vielversprechende Lösungen ausgezeichnet, die dazu beitragen, fossilen Kohlenstoff erfolgreich zu ersetzen. Bei der „Renewable Materials Conference“ am 24. Mai in Köln stellen die nominierten Unternehmen ihre Produkte vor. Die Konferenzteilnehmer∗innen vor Ort und online entscheiden anschließend über die drei Preisträger∗innen. 

Hamburger Start-ups überzeugen
COLIPI entwickelt innovative Bioprozesse zur Umwandlung von CO2 in nachhaltige Alternativen zu Pflanzenölen wie Palmöl. Das Besondere ist der patentierte Gasfermentations-Bioreaktor, der mit Hilfe von Mikroorganismen CO2-haltige Abgase in kohlenhydratreiche Biomasse umwandelt. Die Hefe-Öl-Fermentation ist damit CO2-neutral. Mit dem „grünen“ Öl können Palmöl oder Kakaobutter nachempfunden, aber auch ganz neue Öle ohne natürliches Vorbild entwickelt werden. „Die Vielfältigkeit der Öle spiegelt sich auch in ihrer Anwendung in Cremes, Seifen oder Schokoladen wider. Also überall dort, wo auch heute pflanzliche Öle genutzt werden”, so der Projektleiter von COLIPI, Max Webers. 
www.colipi.com

Die Gründer Jonas Heuer, Max Webers, Philipp Arbter und Tyll Utesch von COLIPI.
Die Gründer Jonas Heuer, Max Webers, Philipp Arbter und Tyll Utesch von COLIPI. Foto: Thea Brandauer

Das von Anne Lamp und Johanna Baare gegründete Start-up Traceless Materials hat eine ganzheitlich nachhaltige Alternative zu konventionellen Kunststoffen und Biokunststoffen entwickelt, und trägt so zur Lösung der globalen Plastikverschmutzung bei. Das Start-up stellt aus Nebenprodukten der Agrarindustrie ein Biomaterial her, das die vorteilhaften Eigenschaften von Kunststoffen bietet und gleichzeitig unter natürlichen Bedingungen vollständig kompostierbar ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kunststoffen und Biokunststoffen benötigen es keine schädlichen Zusatzstoffe, Lösungsmittel oder Chemikalien und spart so bis zu 87 Prozent CO2-Emissionen ein. 
www.traceless.eu

Die „Renewable Materials Conference 2023“
Nach der zweiten Ausgabe im Jahr 2022 hat sich die Renewable Materials Conference als eine der wichtigsten Konferenzen für erneuerbare Materialien weltweit etabliert. Vom 23. bis 25. Mai 2023 treffen sich Expert∗innen aus Industrie und Wissenschaft in Köln, um über nachhaltige Materialien zu diskutieren und neue Lösungsansätze vorzustellen. Die Konferenz wird vom nova-Institut ausgerichtet, das erforscht, wie Rohstoffe für die Industrie zukünftig nachhaltig bereitgestellt werden können. 

Weitere Informationen unter
www.nova-institute.eu 
www.renewable-materials.eu


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