Strom aus der Natur

Hamburg erhält Zuschlag bei internationalem Wettbewerb

14.06.2021

Von links nach rechts: Ruben Vatter, Lehrer des Immanuel-Kant-Gymnasiums Hamburg, die Schülerinnen und Schüler Svea Bischoff, Mathias Ohm, Metehan Capa and Finja Dührkop und TU-Professor Dr. Andreas Liese.
Von links nach rechts: Ruben Vatter, Lehrer des Immanuel-Kant-Gymnasiums Hamburg, die Schülerinnen und Schüler Svea Bischoff, Mathias Ohm, Metehan Capa and Finja Dührkop und TU-Professor Dr. Andreas Liese. Foto: TU Hamburg/Geringer

Als Vorreiter in Sachen nachhaltiger Energiegewinnung hat Hamburg erfolgreich am globalen „AcceliGOV“-Wettbewerb teilgenommen. Nun erforschen Hamburger Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der TU Hamburg die Stromerzeugung aus der Natur. Dafür stellt die Non-Profit-Organisation und Wettbewerbsveranstalterin Leading Cities Experimentier-Kits des spanischen Unternehmens Bioo zu Verfügung. Städte aus der ganzen Welt nahmen an dem Wettbewerb teil und aus den sieben Finalisten, darunter Städte wie Athen, Turin und Stockholm, wurde Hamburg als „AcceliGOV“-Gewinner ausgewählt.

Schulsenator Ties Rabe: „Wenn es um Umwelt, neue Technologien und Forschung im Bereich der Naturwissenschaften geht, sind Hamburgs Schülerinnen und Schüler mit großer Begeisterung bei der Sache. Das zeigt sich auch im Bereich der Wettbewerbe, wo immer wieder herausragende Leistungen ausgezeichnet werden. Alternative Energien treffen hierbei den Nerv der Zeit und stoßen beim Forschernachwuchs auf großes Interesse. Mit dem Erfolg Hamburgs im AcceliGOV-Wettbewerb wird dieses Thema vielen neugierigen Schülerinnen und Schülern nahegebracht. Das ist ein Gewinn für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für unsere Stadt und unsere Gesellschaft."

„Wenn wir digitale Transformation und klimaverträgliche Strombedarfe gemeinsam denken, profitieren Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Toll, dass Hamburger Schulkinder dies mit den Experimentier-Kits selbst erfahren. Strom für die Digitalisierung nachhaltig zu gewinnen ist richtungsweisend“, sagt Christian Pfromm, Chief Digital Officer der Freien und Hansestadt Hamburg und Leiter des Amtes für IT und Digitalisierung.

Hamburgs regionaler Energiebedarf soll bereits bis 2035 durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Wind- und Solarenergie spielen dabei eine zentrale Rolle, aber auch Hamburgs Grünflächen könnten 24 Stunden am Tag Strom zu 100 Prozent aus der Natur erzeugen, ohne ihr zu schaden. Rund 240 Hamburger Schülerinnen und Schüler erforschen dieses Potenzial mit Hilfe von 80 Experimentier-Kits. Unterstützt werden sie dabei vom Institut für Technische Biokatalyse sowie der NachwuchsCampus-Initiative der Technischen Universität Hamburg und dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg. „Ich bin überzeugt, dass diese naturwissenschaftlichen Experimente junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler begeistern, ihr Interesse für Nachhaltigkeit weiter befeuern und ihr Interesse an einem ingenieurwissenschaftlichen Studium wecken“, sagt Kerstin Kuchta, Vizepräsidentin Lehre an der TU Hamburg.

Leading Cities ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die innovative Städte auf der ganzen Welt miteinander verbindet. Neben Hamburg wurde das Netzwerk von neun weiteren Städten ins Leben gerufen, darunter Lyon, Barcelona, Boston oder auch Vancouver. Ziel der Organisation ist es, ein globales Netzwerk aus Vordenkern des öffentlichen, privaten, akademischen und gemeinnützigen Sektors aufzubauen, um fortschrittliche Innovationen für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu fördern. Eine Maßnahme hierfür ist beispielsweise der globale Wettbewerb „AcceliGOV“. Damit möchte Leading Cities Kommunen die Implementierung innovativer Lösungen erleichtern, indem vorausbezahlte Pilotprojekte zur Verfügung gestellt werden. Eines davon stammt von dem spanischen Unternehmen Bioo, das sich auf die wissenschaftliche Forschung zur Erzeugung von Strom aus der Natur spezialisiert hat. Dafür wurde Bioo vom Europäischen Parlament als Europas innovativstes Unternehmen ausgezeichnet. Eines der Hauptziele des Unternehmens ist es, Natur und Technologie zusammenzubringen, um die Lebensqualität zu verbessern.

Bioo nutzt die Elektrizität, die bei der Zersetzung von organischen Substanzen im Boden durch Bakterien, Regenwasser und Bewässerung entsteht. Im Zersetzungsprozess der Moleküle werden Elektronen freigesetzt und die Bioo Technologie fängt diese Elektronen ein, wodurch Strom erzeugt wird. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler der 9. bis 13. Jahrgangsstufe ist der Bau einer Biobatterie, um LEDs zum Leuchten zu bringen. Durch Bioo Education können sie aus erster Hand lernen, wie man Strom aus der Natur erzeugt: Mit dem Material-Kit, einem pädagogischen Plan und einer digitalen Plattform. Die Schülerinnen und Schüler lernen biologische Batterien als neue Quellen der Energieerzeugung kennen und tauchen dabei in das praktische Wissen aus Biologie, Geologie, Physik, Chemie oder Technologie ein. Bioo lehrt nicht nur die technischen Aspekte der Stromerzeugung, sondern zeigt auch, wie man Innovation und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Rückfragen der Medien

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E-Mail: franziska.trede@tuhh.de
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