Unkraut jäten mit Robotik

19.03.2021

TU-Student Durga Prasad Babu Nasika (rechts) baute mit seinem Betreuer Dr. Tavseef Mairaj Shah einen ersten Prototypen seines Jät-Roboters.
TU-Student Durga Prasad Babu Nasika (rechts) baute mit seinem Betreuer Dr. Tavseef Mairaj Shah einen ersten Prototypen seines Jät-Roboters. Foto: Dr. Tavseef Mairaj Shah.

Sommerzeit heißt Erdbeerzeit. Damit die roten Früchte, die zwischen Januar und März ausgesät werden, wachsen und gedeihen können, sollten die Felder von Unkraut befreit sein. Wer das ohne Pestizide – also chemische Unkrautvernichter – leisten will, jätet per Hand. Das ist zwar umweltbewusst, aber auch sehr mühselig, gerade wenn die Erntefläche so groß wie ein Fußballfeld ist. Durga Prasad Babu Nasika, Student an der Technischen Universität Hamburg will das ändern. In seiner Masterarbeit hat er einen Roboter konzipiert, der völlig selbstständig Unkraut auf einem Feld erkennen und jäten kann – ganz ohne Pestizide.

Der Feld-Roboter wurde am Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz unter der Leitung von Professor Ralf Otterpohl entwickelt und ist mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. „So kann er mithilfe einer Kamera das Unkraut zwischen den Pflanzen autonom erkennen und nach Bedarf mit einem elektronischen Arm entfernen“, erklärt der TU-Student. Einen ersten Prototypen baute er gemeinsam mit seinem Betreuer Dr. Tavseef Mairaj Shah in der Forschungsgruppe „Rural Revival and Restoration Engineering“. Aus dem Projekt ist ein Startup entstanden. Das Unternehmen wurde Mitte März unter dem Namen Ant Robotics GmbH in Harburg gegründet und ist derzeit auf der Suche nach einer weiteren Anschlussfinanzierung.

Der Roboter im Einsatz auf einem Erdbeerfeld.
Der Roboter im Einsatz auf einem Erdbeerfeld. Foto: Dr. Tavseef Mairaj Shah.

Nasikas Ziel ist es, mit dem Roboter die Feldarbeit von Landwirten zu erleichtern, damit in Zukunft weniger chemische Spritzmittel eingesetzt werden müssen. Die Pestizide landen nämlich nicht nur auf dem Unkraut, sondern sickern durch den Boden und können dadurch in das Grundwasser gelangen. „Das belastet sowohl die Umwelt als auch die menschliche Gesundheit, denn die Giftstoffe können Krebs auslösen und unser Immunsystem schwächen“, sagt Nasika. Mit seinem Feld-Roboter könnte dieses Risiko verringert werden.

Seine Erfindung will der Nachwuchswissenschaftler der Öffentlichkeit als Open Source-Lizenz zur Verfügung stellen. So hat jeder die Möglichkeit seinen eigenen Jät-Roboter zu bauen und individuell anzupassen. Für seine Abschlussarbeit belegte Nasika den ersten Platz beim BioThesis Forschungspreis in der Kategorie Master. Mit diesem Preis werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgezeichnet, die sich innovativ mit nachhaltigen und ökologischen Themen im Bereich der Bio-Lebensmittelwirtschaft auseinandersetzen.

Gefördert wurde das Jät-Roboter-Projekt von der Hamburg Open Online University in Zusammenarbeit mit den University Innovation Fellows der TU Hamburg. Weitere Infos dazu in der Pressemitteilung vom 28.08.2020.


TUHH - Pressestelle
Swantje Hennings
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