Flugzeug-Fertigung fehlerfrei und schnell: TUHH-Wissenschaftler entwickeln digitalisierte Flugzeugmontage

10.06.2020

Wissenschaftler des Instituts für Produktionsmanagement und -technik der Technischen Universität Hamburg und Partner.
Wissenschaftler des Instituts für Produktionsmanagement und -technik der Technischen Universität Hamburg und Partner. Foto: TUHH

Wissenschaftler des Instituts für Produktionsmanagement und -technik (IPMT) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) präsentieren das Projekt SmartADU2020 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA), die erstmals im digitalen Format unter dem Motto „ILA goes Digital“ stattfindet. SmartADU2020 demonstriert, wie sich mithilfe von Digitalisierung, Ultraschallortung, mechatronischen Maschinen und Werkzeugtechnik die Flugzeugmontage optimieren lässt, wodurch die Qualität gesteigert und die Produktion beschleunigt wird. SmartADU2020 wurde im Luftfahrtforschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit insgesamt 1,5 Mio. Euro gefördert und wird im ILA Future Lab des BMWi als eines von fünf Förderprojekten vorgestellt.

Schneller und effizienter: Im gesamten Flugzeug werden für die Verbindung von Bauteilen Nietbohrungen benötigt, da Nieten in der Flugzeugmontage als primäre Verbindungstechnologie genutzt wird. Allein 2019 wurden laut Airbus etwa 140 Millionen Nietverbindungen gesetzt. „Aufgrund der erschwerten Zugänglichkeit von Bauteilen können Nietbohrungen allerdings nicht komplett automatisiert gefertigt werden“, erklärt TU-Professor Wolfgang Hintze die Ausgangslage ihrer Forschung. „Mit unserem Projekt verbessern wir die Montage von Bauteilen, indem wir verschiedene Technologien kombinieren und nutzen“, so Hintze weiter. Mittels Ultraschall wird dazu im ersten Schritt die Position der Bohrmaschine ermittelt. Ist die Position korrekt, wird die Maschine im zweiten Schritt freigegeben und ein Programm aus einer zentralen Datenbank führt die Bohrung aus. Um nicht nur Zeit einzusparen, sondern auch die Qualität der Nietbohrungen zu verbessern, werden die mittels Druckluft betriebenen Bohrmaschinen mit mechatronischen ausgetauscht. Integrierte Messsysteme sorgen für die Qualitätssicherung und übermitteln die Ergebnisse zur Dokumentation und Auswertung an eine zentrale Datenbank.

Die entwickelte Technik im Einsatz.
Die entwickelte Technik im Einsatz. Foto: TUHH

Am IPMT der TUHH werden unter Leitung von Professor Hermann Lödding und Professor Wolfgang Hintze grundlegende Produktionsprobleme ganzheitlich erforscht und Modelle, Verfahren und Prozesse für die industrielle Praxis entwickelt. SmartADU2020 wurde im Verbund mit den in der Bohrtechnologie etablierten Luftfahrtzulieferern Lübbering und Ceratizit, dem Fraunhofer IFAM sowie dem Hersteller von Assistenzsystemen Sarissa durchgeführt und von Airbus, Premium Aerotec, Extramet, Cemecon und AAIL unterstützt.


Weitere Informationen unter
www.tuhh.de/ipmt/das-ipmt.html
www.ila-berlin.de/en/node/5048
www.ila-berlin.de/de/node/5066 (BMWi ILA Future Lab)


TUHH - Pressestelle

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