Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Seminar: Kulturgeschichte der Physik: Spuren in Hamburg

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Dozent:

Helene Götschel

Umfang:

2 Stunden Seminar

Zeitraum:

Wintersemester

Sprache:

Deutsch

Empfohlene Vorkenntnisse:

Grundkenntnisse in Geschichte der Naturwissenschaften sind erwünscht, aber keine Voraussetzung.

Inhalt:

Zu Beginn der europäischen Neuzeit verwandelte sich die Physik von einer deskriptiven Beschreibung der Naturphänomene hin zu einer stärker analytisch ausgerichteten Naturwissenschaft. Große Bedeutung für diese Entwicklung hatten private Studienzirkel und staatliche Forschungszentren und Akademien. In Deutschland waren im 18. Jahrhundert etwa die Experimentalvorführungen von Lichtenberg an der Universität Göttingen von zentraler Bedeutung für die Physikgeschichte. Auch in Hamburg engagierten sich aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger in der "Patriotischen Gesellschaft" für die Förderung der Künste (wozu auch die Naturwissenschaften gezählt wurden) und nützlichen Gewerbe. Außerdem gab es seit 1613 ein akademisches Gymnasium in der Stadt, an dem sich einige junge Männer der Oberschicht durch die Beschäftigung mit Griechisch und Hebräisch, Logik und Ethik sowie Mathematik und Physik auf ein (auswärtiges) Universitätsstudium vorbereiten konnten. Eine eigene Universität mit physikalischem Institut erhielt Hamburg jedoch erst im Jahr 1919.
Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft oder aufmerksam den Stadtplan studiert, findet zahlreiche Spuren der Kulturgeschichte der Physik und Physikvermittlung. In Hamburg gibt es die Albert-Einstein-Straße, den Heinrich-Hertz-Turm und den Lise-Meitner-Park. Doch wer weiß schon, dass die Jungiusstraße nach Physikprofessor Joachim Jungius benannt ist, der im 17. Jahrhundert am Hamburgischen Akademischen Gymnasium Mathematik und Physik unterrichtete? Oder dass in den Anfangsjahren der Universität die späteren Nobelpreisträger Wolfgang Pauli und Otto Stern in Hamburg lebten und arbeiteten? Zudem haben bis heute fünf in Hamburg geborene Personen Nobelpreise für Physik oder physikalische Forschung erhalten.
Im Seminar werden wir Spuren der Physik in den Namen von Hamburger Straßen und Plätzen sowie Schulgebäuden und Forschungseinrichtungen verfolgen. Auch wenn nicht alle der Physikerinnen und Physiker, an die Straßennamen oder Schulnamen erinnern, einen persönlichen Bezug zu Hamburg hatten, können wir durch die Beschäftigung mit ihren Lebensläufen einige spannende Persönlichkeiten der Physikgeschichte kennen lernen und nebenbei noch viel über die Geschichte Hamburgs und die Entwicklung der Physik in Europa erfahren.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Ingenieurwissenschaften ebenso wie an Studierende der Arbeitslehre und des Gewerbelehramts. Letztere können durch Zusatzleistungen eine höhere Punktezahl von 3 ECTS-Leistungspunkten erwerben.

 

Achtung! Die Veranstaltung findet als Blockveranstaltung an zwei Wochenenden in Januar 2014 statt. Außerdem gibt es an einem Donnerstag Abend im November (voraussichtlich Do., 21.11.2013, 16:15 - 17:45) eine Vorbesprechung. Verbindliche Termine werden nach erfolgreicher Raumbuchung über STUD.IP bekannt gegeben. Die Teilnahme an der Vorbesprechung und an mindestens drei der vier Blocktage ist verpflichtend. Die Veranstaltung ist auf 50 Teilnehmende beschränkt. Sie ist keine Exkursion. Die Anmeldung erfolgt über STUD.IP

Qualifikationsziele:

Einblick in die Wissenschaftsgeschichte der Physik, Grundkenntnisse in geisteswissenschaftlichem Arbeiten, Entwicklung interdisziplinärer Kompetenzen.

Literatur:

  • Simonyi, Karoly: Kulturgeschichte der Physik: von den Anfängen bis heute. 3. Auflage, Frankfurt/M. 2004
  • Witte, Karl: Zur Geschichte des Physikalischen Staatsinstituts und der Physik in Hamburg. In: Uni hh Forschung. Wissenschaftsberichte aus der Universität Hamburg 19 (1985), S. 9-27 (Sonderheft 100 Jahre Physik in Hamburg)
  • Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Studien/Prüfungsleistungen:

Erwartet wird die aktive Seminarteilnahme an der Vorbesprechung und an mindestens drei von vier Blocktagen. Verpflichtend ist die Erarbeitung eines Themas nach eigenen Interessen im Team/ in der Kleingruppe, die Durchführung einer Unterrichtseinheit (von 45-60 Minuten) zu diesem Thema mit Präsentation und interaktiven Elementen sowie die Erstellung eines Handouts (ebenfalls im Team).

Arbeitsaufwand:

60 Stunden insgesamt

Ansprechpartner:

email@helenegoetschel.de

Die ECTS-Punkte dieses Moduls finden Sie im Studienplan des jeweiligen Studiengangs.

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