TUHH-Podiumsdiskussion Vereinbarkeit von Karriere und Familie

16.02.2015

Kompetentes Podium: V.l.n.r.: Dr. Harald Wiehler (Aurubis AG), Prof. Dr. Kathrin Fischer (TUHH), Petra Schlütter (Moderation, selbständige Beraterin für Organisationsentwicklung)Tessa Taefi (Promovendin, Pro Exzellenzia-Stipendiatin), Monique Martin (Dow Chemical).
Kompetentes Podium: V.l.n.r.: Dr. Harald Wiehler (Aurubis AG), Prof. Dr. Kathrin Fischer (TUHH), Petra Schlütter (Moderation, selbständige Beraterin für Organisationsentwicklung)
Tessa Taefi (Promovendin, Pro Exzellenzia-Stipendiatin), Monique Martin (Dow Chemical). Foto: G. Geringer / TUHH

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in ihrer akademischen Laufbahn mit der Frage konfrontiert, ob sich Beruf und Kinderwunsch vereinbaren lassen. Das deutsche Wissenschaftssystem steht dabei in der Kritik, keine Optionen zu bieten: Entweder man entscheidet sich für die Karriere oder für die Familie. Die Graduiertenakademie für Technologie und Innovation der TUHH, das Referat für Gleichstellung der TUHH und die hochschulübergreifende Initiative Pro Exzellenzia waren Gastgeber der Podiumsdiskussion zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Rund 50 Gäste von der TUHH, HCU, HAW und HSU besuchten die hochschulübergreifende Veranstaltung.

Wie sieht die Vereinbarkeit von Karriere und Familie in der außeruniversitären Arbeitswelt aus? Gibt es dort bereits Vereinbarkeitsstrategien? Sind die Lösungsansätze auf das Wissenschaftssystem übertragbar? Diese und andere Fragen wurden von den Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmern Tessa Taefi, (Promovendin, Pro Exzellenzia-Stipendiatin und Lehrbeauftragte, Monique Martin, Production Manager, Dow Chemical), Prof. Dr. Kathrin Fischer, (Institut für Quantitative Unternehmensforschung und Wirtschaftsinformatik TUHH) und Dr. Harald Wiehler, (Betriebsleiter Aurubis AG) angeregt diskutiert. Dass es noch immer nicht einfach sei, Führungsposition und Teilzeit zu vereinbaren, sei kein Geheimnis. Um beides unter einen Hut zu bekommen, bedürfe es naturgemäß mehrerer günstiger Faktoren. Zum einen müssen in Unternehmen oder Hochschulen solche Strukturen geschaffen werden, die flexible Zeiträume oder Angebote wie Kitas ermöglichen. Wichtiger als jede formal etablierte familienfreundliche Struktur sei jedoch das kollegiale Umfeld sowie das Verständnis des persönlichen Vorgesetzten. Einig waren sich die Diskutanten, dass das persönliche private Netzwerk wie Großeltern oder Freunde eine große Rolle spielt, wollen beide Karriere machen. Die Bedeutung persönlicher oder auch gesellschaftlicher Vorbilder wurde insbesondere von den weiblichen Podiumsgästen hervorgehoben. Sind im persönlichen Umfeld keine Vorbilder von beispielsweise berufstätigen Frauen mit Kindern vorhanden, so lohne es sich, in geeigneten Netzwerken bewusst danach zu suchen oder einen Blick auf Länder und Kulturen mit anderen Rollenverständnissen zu werfen. In der Diskussion wurde der Wissenschaftsbetrieb nicht generell als „familienfeindlicher“ eingestuft als in Industrie und Wirtschaft. Hervorgehoben wurden die vergleichsweise flexiblen Arbeitszeiten. Allerdings sei die Planungssicherheit angesichts kurzer Vertragslaufzeiten und Befristungen für junge Nachwuchswissenschaflter und -wissenschaftlerinnen kein Pluspunkt.

Tessa Taefi (Promovendin, Pro Exzellenzia-Stipendiatin) und Monique Martin (Dow Chemical).
Tessa Taefi (Promovendin, Pro Exzellenzia-Stipendiatin) und Monique Martin (Dow Chemical). Foto: G. Geringer / TUHH

Es sind Zeiten des Umbruchs: Aufgrund des demografischen Wandels suchen Unternehmen bereits dringend qualifizierte Kräfte und können auf hochqualifizierte Frauen nicht länger verzichten, „nur“ weil sie Kinder haben oder haben möchten. So ist es nur folgerichtig, dass Unternehmen wie auch Universitäten zwangsläufig familienfreundlicher werden – auch in ihren Strukturen und Angeboten.

Die Podiumsveranstaltung wurde mit freundlicher Unterstützung der Firma Dow Deutschland Anlagengesellschaft in Stade realisiert.


TUHH - Pressestelle
Jasmine Ait-Djoudi
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