Zweiter Teil der Ringvorlesung "Interdisziplinarität - Theorie und/oder Praxis?"

Der israelische Materialwissenschaftler Prof. Dr. Daniel Hanoch Wagner referiert über "Die Zukunft struktureller Materialien - Lehren aus der Natur"

05.11.2013

Daniel Hanoch Wagner.
Daniel Hanoch Wagner. Foto: Hanoch Wagner

Im Rahmen der sechsteiligen Ringvorlesung "Interdisziplinarität - Theorie und/oder Praxis?" des in Kürze auslaufenden Graduiertenkollegs "Kunst und Technik" an der TUHH findet heute, 5. November, um 19 Uhr der zweite Vorlesungsteil statt. Gast des Abends ist der israelische Materialwissenschaftler Prof. Dr. Daniel Hanoch Wagner. Er referiert über Werkstoffe und Biomaterialien. Das Thema seines Vortrags trägt den Titel "Die Zukunft der strukturellen Materialien - Lehren aus der Natur". Veranstaltungsort ist der Ditze-Hörsaal in der Technischen Universität Hamburg, Schwarzenbergstraße 95, Raum 0.16.
Professor Wagner forscht am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rechovot/Israel, einem multidisziplinären Institut für naturwissenschaftliche Forschung und Ausbildung.
Er untersucht natürliche Materialien wie Zähne, Knochen oder Holz. Ihn interessieren die Zellen und Zellverbindungen, die solchen und anderen Stoffen ihre Struktur geben. Es geht ihm darum, zu verstehen, welche Eigenschaften die stärksten Materialien haben. Dabei geht er der Frage nach: Was hält die Strukturen zusammen, was macht sie stabil, wann werden sie brüchig?
Wagners Forschungsthema ist die überaus komplexe Struktur dieser Materialen vor dem Hintergrund, ihre Eigenschaften zu verstehen und sie als Vorbild zur Entwicklung neuer Werkstoffe zu nutzen, beispielsweise für Luft- und Raumfahrt. Dazu Prof. Wagner: " Ein interessanter Fall betrifft die Allgegenwart von Verbundwerkstoffen in der Natur und wir werden mögliche Zusammenhänge zwischen Verbund und Mechanik durch unsere aktuellen experimentellen Arbeiten an Schildkrötenpanzern, Zähnen, Geweihen und vielem mehr prüfen." Ein Verbundwerkstoff ist ein Werkstoff, der aus zwei oder mehr verbundenen Materialien besteht. Der Verbundwerkstoff besitzt andere Werkstoffeigenschaften als seine einzelnen Komponenten.
Daniel Hanoch Wagner ist in Israel geboren und wuchs in Brüssel Seinen Abschluss in Physik legte er an der Freien Universität Brüssel ab. Der Master of Science wurde ihm 1977 für den Abschluss in Materialwissenschaft an der Hebräischen Universität von Jerusalem verliehen. Dort promovierte er 1983. Wagner verbrachte drei Jahre an der Cornell University (Ithaca, New York) als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent. 1986 wurde er Mitglied des Weizmann-Instituts für Werkstoffforschung. Er ist Autor von über 230 wissenschaftlichen Publikationen. Zu seinen Hobbys zählen Genealogie, Literatur, Jazz und Fußball.

Das Ziel des auslaufenden Graduiertenkollegs "Kunst und Technik" besteht darin, ingenieur- und geisteswissenschaftliche Forschungsgebiete durch übergeordnete Fragestellungen zusammenzuführen. Das gemeinsame Forschungsinteresse richtet sich auf die Bedeutung von Material und Form in Kunst und Technik. Die Forschung im Kolleg soll sowohl interdisziplinär als auch transdisziplinär angelegt und zwischen naturwissenschaftlich-technischen und künstlerisch-geisteswissenschaftlichen Disziplinen eine Verständigung schaffen. Folgende Disziplinen sind an dem Kolleg und der Gestaltung der Ringvorlesung beteiligt: Kunstgeschichte, Bauingenieurwesen/Massivbau, ArchitekturVolkskunde/Kulturanthropologie und die Materialwissenschaft. Zuständig für den Fachbereich Polymer Composite (Verbundwerkstoffe) ist TUHH-Prof. Dr.-Ing. Karl Schulte, dem im aktuellen zweiten Teil der Ringvorlesung die Rolle des Gastgebers zukommt.


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