Alumniarbeit an der TUHH

"Jeder Student soll von Ehemaligen profitieren"

08.11.2012

Professor Andreas Liese ist seit Juni 2012 Vorsitzender des Vereins "Alumni und Förderer der TUHH"
Professor Andreas Liese ist seit Juni 2012 Vorsitzender des Vereins "Alumni und Förderer der TUHH"
Foto: TUHH / Sarah El Jobeili

Jeden Monat setzt sich das Team des Vereins "Alumni und Förderer der TUHH" mit dem Alumni & Career Center und der Stiftung zur Förderung der TUHH zusammen, um über neue Maßnahmen und Aktivitäten im Bereich der Alumni-Arbeit zu beratschlagen. Dort sprechen Prof. Dr. Andreas Liese (Vorsitzender des Vereins), Bärbel Müller (Mitarbeiterin des Vereins), Astrid Bültemeier (Leiterin des Alumni & Career Centers), Michaela Hoppe (Alumnimanagerin) und Saskia Kapels (Mitarbeiterin der Stiftung) über die Absolventenfeier am 9. November, zu der etwa 1.100 Gäste erwartet werden, aber auch darüber, wie man Studierende über ihr Studium hinaus als Alumni an die TUHH binden und den Kontakt aufrechterhalten kann. Ohne Frage spielt die Alumni-Arbeit an der Technischen Universität Hamburg eine immer zentralere Rolle, auch wenn es darum geht, Unternehmen schon frühzeitig auf potenzielle Fachkräfte aufmerksam zu machen und Studierenden so früh wie möglich berufliche Kontakte zu vermitteln. Es ist eine gewinnbringende Situation für alle Beteiligten.

Studierende als Alumni zu gewinnen, die sich nachhaltig für ihre ehemalige Alma Mater engagieren, ist auch das Ziel des neuen Vorsitzenden des Vereins "Alumni und Förderer der TUHH", Prof. Dr. Andreas Liese, Leiter des Instituts für Technische Biokatalyse. Im Juni dieses Jahres löste er seinen Amtsvorgänger Prof. Dr.-Ing. Arne Jacob ab, auf dessen erfolgreiche Arbeit er aufbauen wird: "Ich will erreichen, dass jede Studentin und jeder Student wahrnimmt, dass man bereits vom ersten Semester an von der Alumni-Arbeit profitiert", sagt er und fügt weiter an: "Dazu gehört auch, dass jeder stolz darauf ist, Studierende und irgendwann auch Absolvent der TUHH zu sein. Das sind die besten Botschafter, die das Bild der Universität nach außen tragen", erklärt Professor Liese.

Beispiele für erfolgreiche Alumni-Arbeit gäbe es vor allem in den USA. "In Amerika, aber auch allgemein im Ausland übertragen sie Verantwortung, indem sie Alumni beispielsweise in die Vorauswahl der Erstsemester integrieren", sagt Professor Liese. Zudem gehöre es innerhalb der Alumni-Arbeit zum Standardrepertoire sogenannte Chapter, also Ortsgruppen, in verschiedenen Städten weltweit aufzubauen, um so auch eine Anlaufstelle für Studieninteressierte und Alumni in ihrem jeweiligen Heimatland zu haben. "Wenn meine ehemalige Hochschule auf mich zukommt und mich darum bittet, mich aktiv für die Hochschule zu engagieren, dann fühlt man sich wertgeschätzt", erklärt Professor Liese und ergänzt: "Dieser Weg sollte bei uns noch stärker beschritten werden, dass wir unseren Alumni eine Wertschätzung zuteilwerden lassen". Genau hier möchte Professor Liese mit seiner Arbeit als neuer Vorsitzender ansetzen, denn vor allem auf diesem Gebiet könne man sich von amerikanischen Hochschulen viel abschauen. Was deutsche von amerikanischer Alumni-Arbeit außerdem unterscheide, sei die Tatsache, dass Studierende, wenn sie nach ihrem Abschluss ins Berufsleben gewechselt haben, nur noch sporadisch Kontakt mit ihrer Hochschule pflegen. In den USA werde dies durch das Übertragen von Verantwortung vermieden. Eins zu eins lasse sich das amerikanische Alumni-System laut Professor Liese jedoch nicht übertragen: "Dort wird bereits an den High Schools Recruting gemacht", merkt er an, "und sie sind außerdem von Grund auf anders organisiert". Auch andere Aktivitäten wie Alumni-Camps, bei denen beispielsweise Vorstandsvorsitzende anderen Alumni am Lagerfeuer Vorträge halten, seien in Deutschland nicht üblich. "Wir lernen daraus aber, dass es auf die persönlichen Gespräche und den exklusiven Kontakt von Alumni in einem Alumni-Netzwerk ankommt", sagt er.

Bereits heute kann der 1983 gegründete Verein auf ein Alumni-Netzwerk aus 1.013 Ehemaligen und Studierenden zurückgreifen.

Vereinsmitglieder können an Seminaren, Workshops und Alumni-Events des Alumni & Career Centers teilnehmen. "Da gibt es schon sehr viele Aktivitäten und viele, die bereit sind, sich einzusetzen", betont Professor Liese, "aber in Amerika ‚brennen‘ die Leute dafür, dort ist so ein Spirit da und eben auch eine starke Identifikation". Der Weg zu einer lebhafteren und agileren Universität führe vor allem darüber, berufstätige TUHH-Absolvent(inn)en mit denen in Verbindung zu bringen, die sich noch in Ausbildung befinden. "Wenn ich als Studierender die Möglichkeit habe, herausgestellte Persönlichkeiten, die an der TUHH studierten oder promovierten, in einem lockeren Kreis kennenzulernen, ist das für beide Seiten ein Gewinn und wir schaffen zugleich eine neue Verbindung zwischen Universität und Industrie", bekräftigt er.

Professor Liese möchte während seiner Zeit als Vorsitzender des Vereins noch viel bewegen und erreichen. Er ‚brennt‘ für seine Arbeit an der TUHH und möchte diese Leidenschaft auch an die Studierenden weitergeben. "Ich bin von der TUHH überzeugt und setze mich auch gerne dafür ein", betont er. "Es ist wichtig für das zu ‚brennen‘, was man tut, und ich fände es klasse, wenn jede Studentin und jeder Student das Gleiche empfinden würde."

Seine nächste Amtsausübung als Vorsitzender des Vereins wird im Rahmen der Absolventenfeier am 9. November sein, wenn er 265 der insgesamt 445 Absolvent(inn)en des Sommersemesters 2012 feierlich die Abschlussurkunden überreicht.


TUHH - Pressestelle
Sarah El Jobeili
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