Privatsammler und Museen

Dr. Harald Falckenberg spricht an der TU Hamburg

20.01.2011

Dr. Harald Falckenberg
Dr. Harald Falckenberg
Foto: privat

Dr. Harald Falckenberg spricht am kommenden Dienstag, 25. Januar, ab 18 Uhr an der TU Hamburg-Harburg zum Thema "Privatsammler und Museen". Der Hamburger Unternehmer gehört zu den wichtigsten Sammlern zeitgenössischer Kunst in Europa. Die mehr als 2000 Einzelwerke werden in den Phoenixhallen in Harburg gezeigt. Sein öffentlicher Vortrag im Audimax I bildet den Abschluss der fünfteiligen Ringvorlesung "Vom Nützlichen und Schönen - Begegnungen von Technik und Kunst".

Museen mit großen Sammlungen sind, sagt Falckenberg , längst zu Ausstellungshäusern geworden. Als Beispiel nennt der promovierte Jurist die Hamburger Kunsthalle, die zu 90 Prozent wegen einer aktuellen Ausstellung besucht wird und nur zu zehn Prozent, um die dort rund ums Jahr gezeigte Sammlung zu sehen. 30 Ausstellungen hatte es 2010 in der Kunsthalle gegeben, keine einzige hätte jedoch realisiert werden können, wenn es nicht Mäzene dafür gegeben hätte. Dies zeige sehr deutlich den Wandel der Position des privaten Sammlers. "Er wird für Ausstellungen, aber nur noch bedingt für Sammlungen gebraucht", sagt Falckenberg. Hinzu komme, dass die internationalen Auktionshäuser massiv in die Gegenwartskunst eingestiegen, wodurch die Preise für Kunstobjekte explosionsartig gestiegen seien. Ankäufe für wichtige Arbeiten ihrer Sammlungen zu erwerben, werde auch deshalb für staatliche Museen immer weniger möglich. Doch auch für den Sammler werde es immer schwieriger, sich am Markt zu behaupten. "Wir steuern auf eine Zweiklassengesellschaft zu", sagt Falckenberg, "die Reichen und die weniger Bemittelten." So setzten viele der vermögenden Sammler die finanziell eher schwachen Museen unter Druck und gründeten ihre eigenen privaten Museen oder Ausstellungsräume.

Falckenberg ging beide Wege: Der erfolgreiche Unternehmer hat in Harburg in einer ehemaligen Fabrikhalle der Phoenixwerke auf eigene Kosten ein Ausstellungsghaus installiert. Mit Beginn des Jahres hat er nach langen zähen Verhandluinegn mit der Hansestadt Hamburg die Leitung und damit auch die Verantwortung für die Sammlung an die Deichtorhalle abgegeben. 500 000 Euro stehen dessen Leiter Dirk Luckow jährlich für diese Aufgabe zur Verfügung. So wird es künftig weiterhin südlich, jedoch auch nördlich der Elbe in den Deichtorhallen Ausstellungen im Rahmen der Sammlung Falckenberg geben.


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