TUHH untersucht Qualität von Gleisanlagen - Forschungsprojekt in Kooperation mit Hochbahn AG

09.02.2006

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts forscht die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) in Kooperation mit der Hamburger Hochbahn AG an einem Verfahren, das es erlaubt, den Zustand von Gleisen während des regelmäßigen Bahnbetriebs zu ermitteln. Zu diesem Zweck sind Sensoren und Rechner in den Fahrerstand eines fahrplanmäßig verkehrenden Hamburger U-Bahnzuges installiert worden. Seit dem 15. Oktober 2005 sind die Prüfgeräte im Einsatz; erste Daten wurden bereits analysiert.



In den kommenden Monaten werden weitere Daten gesammelt. Das Ziel ist, die Qualität der befahrenen Gleisanlage während des laufenden Betriebes zu ermitteln. "Das dynamische Zusam­men­spiel von Eisenbahnrädern und Schienen ist sehr empfindlich. Deshalb verwenden wir für die Aus­wertung der Mes­sungen spezielle Methoden aus der Chaostheorie. Diese Methoden helfen uns, Störungen in den Messdaten von relevanten Signalanteilen zu unterscheiden", sagt Philipp Glösmann, Doktor­and im Institut für Mechanik und Meerestechnik der TUHH.



Leiter des Projektes ist Prof. Dr.-Ing. habil. Edwin Kreu­zer. "Die Heraus­for­de­rung bei diesem Projekt besteht darin, aus der Fülle unterschiedlicher Daten die für die Bewertung des Gleiszustandes wichtigen Infor­ma­tio­nen heraus­zu­filtern."



Bis zur Serienreife der an der TUHH entwickelten neuen Technologie werden nach Einschätzung der Projektpartner noch zwei Jahre vergehen. "Wir betreiben Grundlagenforschung und stehen trotz unserer langjährigen Erfahrungen aus anderen Projekten bislang noch am Anfang", sagt Professor Kreuzer. Zunächst bedarf es einer deutlich höheren Anzahl an Messwerten, um das Auswertungsverfahren verfeinern zu können.



Gleisanlagen können bislang nur während der kurzen Betriebspausen geprüft werden. Diese Tests sollen künftig während des laufenden Betriebes möglich sein. Dadurch können größere Schäden erst gar nicht entstehen und somit Instandhaltungskosten gesenkt werden.



Weitere Informationen: http://www.mum.tu-harburg.de/



Für Rückfragen:

Philipp Glösmann

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