Digitale Lösung: Wie nachhaltig ist der Fisch im Einkaufswagen?

Praxisprogramm „Fishing for Experience“ des Career Centers der TU Hamburg bringt Studierende mit Unternehmen und Organisationen wie dem WWF zusammen

04.09.2026

Per Handyfoto werden relevante Informationen von Fischverpackungen erfasst und mit der Bewertungsdatenbank „WWF Fischratgeber“ abgeglichen.
Per Handyfoto werden relevante Informationen von Fischverpackungen erfasst und mit der Bewertungsdatenbank „WWF Fischratgeber“ abgeglichen. Foto: TUHH/Bittcher

Fischart, Fanggebiet, Fangmethode: Wer beim Einkauf von Fisch auf Nachhaltigkeit achten möchte, muss sich durch eine Vielzahl von Angaben auf Verpackungen arbeiten. Oft ist schwer zu erkennen, welche Informationen für die Bewertung tatsächlich relevant sind. Für den World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland hat ein Studierendenteam der Technischen Universität Hamburg (TUHH) im Rahmen des Praxisprogramms „Fishing for Experience“ des Career Centers einen Prototyp entwickelt, der genau hier ansetzt: Er kann per Handyfoto relevante Informationen von Fischverpackungen erfassen und mit der Bewertungsdatenbank der Umweltorganisation abgleichen. Die Ergebnisse wurden nun bei der Abschlussveranstaltung des Semesterprogramms an der TU Hamburg präsentiert.

Das Studierendenteam aus den Bereichen Data Science und Computer Science hat unter anderem Bild- und Texterkennung sowie KI-Methoden eingesetzt, um Angaben aus den Verpackungstexten auszulesen. Zusätzlich entwickelte es eine Möglichkeit, die deutschen Bezeichnungen automatisiert mit den englischsprachigen Einträgen der WWF-Bewertungsdatenbank abzugleichen.

Informationen leichter nutzbar machen

Aktuell ist die konkrete Einbindung in den „WWF Fischratgeber“ (online und App) in der Entwicklung. Es zeigt sich aber bereits, wie digitale Technologien dazu beitragen können, Informationen über die Nachhaltigkeit von Fischprodukten im Supermarkt verlässlicher und leichter nutzbar zu machen.

Franck Hollander, Sustainable-Seafood-Koordinator beim WWF Deutschland: „Für den WWF ist die Arbeit der Studierenden eine große Hilfe. Durch die entwickelte IT-Lösung lässt sich unsere Fischratgeber-App in Zukunft noch einfacher bedienen. Es war für die Studierenden sicher eine Herausforderung, die Komplexität der Fischereiwissenschaft zu verstehen. Deshalb freue ich mich umso mehr über das tolle Ergebnis.“ 

Das Projektteam Aishwarya Sirikanth, Bohdan Zdorovets, Sri Rama Saketh Iragavarapu, Yash Mahajan (nicht im
Das Projektteam Aishwarya Sirikanth, Bohdan Zdorovets, Sri Rama Saketh Iragavarapu, Yash Mahajan (nicht im Bild: Nikita Ziubin) mit Alston D’Souza und Franck Hollander vom WWF sowie Frauke Kasting und Katrin Fimpel vom Career Center der TU Hamburg. Foto: TUHH/Bittcher

Yash Mahajan, TUHH-Student im Projektteam: „Es war ein Projekt mit einigen Herausforderungen. Wir sind tief in biologische Begrifflichkeiten eingetaucht und haben gleichzeitig Teamwork mit Partnern aus einem ganz anderen fachlichen Bereich trainiert. Diese Erfahrung wird uns auch über das Studium hinaus weiterhelfen. Dass wir mit dem WWF eine Organisation unterstützen konnten, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt, hat die Arbeit für uns umso wertvoller gemacht. Wir können das Career Center-Praxisprogramm ‚Fishing for Experience‘ nur allen empfehlen.“ 

Elf Projekte, ein gemeinsames Ziel

Das WWF-Projekt ist eines von elf Praxisprojekten, die Studierende der TU Hamburg im vergangenen Semester im Rahmen von „Fishing for Experience“ bearbeitet haben und die nun präsentiert wurden. Zu den beteiligten Unternehmen und Organisationen zählten neben dem WWF Deutschland unter anderem auch Airbus Operations GmbH und Siemens Gamesa Renewable Energy.

„Fishing for Experience“ ist ein Angebot des Career Centers der TU Hamburg, das Studierende bereits während ihres Studiums mit der beruflichen Praxis zusammenbringt. Jedes Semester bearbeiten interdisziplinäre und internationale Teams von bis sechs Studierenden reale Fragestellungen gemeinsam mit den jeweiligen Projektpartnern. Die Projekte decken unterschiedlichste Themenfelder ab.

Frauke Kasting, Referentin Career Center an der TUHH: „Als Career Center verstehen wir uns als Schnittstelle zwischen Hochschule und Arbeitswelt. Mit ‚Fishing for Experience‘ ermöglichen wir Studierenden, ihr Wissen in der Praxis anzuwenden, Unternehmenskontakte zu knüpfen und erste Erfahrungen im beruflichen Umfeld zu sammeln. Gleichzeitig lernen sie, ihre eigenen Stärken und Entwicklungsfelder zu reflektieren. All das sind wichtige Erfahrungen, die Studierende dabei unterstützen, ihre eigene Berufsbiografie bewusst und konstruktiv zu gestalten.“

Prof. Dr.-Ing. Thorsten A. Kern, Vizepräsident für Lehre der TUHH: „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es für eine Technische Universität entscheidend, Studierende nicht nur fachlich exzellent auszubilden, sondern sie auch auf die Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt vorzubereiten. Programme wie ‚Fishing for Experience‘ erreichen genau das. Darüber hinaus müssen Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen nicht nur technologisch kompetent sein, sondern ihr Wissen auch auf die großen Herausforderungen unserer Zeit anwenden können. Der strategische Fokus der TU Hamburg ‚Engineering to Face Climate Change‘ bringt diesen Anspruch auf den Punkt.“

Weitere Informationen zum Programm „Fishing for Experience“:

www.tuhh.de/fishing

Zum WWF Fischratgeber

https://fischratgeber.wwf.de/#/

Bildmaterial zur Veranstaltung:

https://cloud.tuhh.de/index.php/s/DkqqYkPPBqNwFNK

Fotocredit: TUHH/Bittcher


TUHH - Pressestelle
Michael Tokarski
E-Mail: michael.tokarski@tuhh.de
Tel.: +49 30601 3458

Bildmaterial im Original herunterladen: Per Handyfoto werden relevante Informationen von Fischverpackungen erfasst und mit der Bewertungsdatenbank „WWF Fischratgeber“ abgeglichen. Per Handyfoto werden relevante Informationen von Fischverpackungen erfasst und mit der Bewertungsdatenbank „WWF Fischratgeber“ abgeglichen.