21.10.2026

Die Jury der di SPRIND Challenge „Circular Biomanufacturing“ hat die TUHH-Ausgründung EveryCarbon zum Gewinner bestimmt. Aufgabe der Challenge war die Entwicklung einer durchgängigen Prototyp-Produktionsplattform,e verschiedene kohlenstoffhaltige Abfallströme in einem kontinuierlichen Bioproduktionsprozess zu neuen Produkten verarbeitet. Der Prototyp musste zeigen, wie kohlenstoffhaltige Abfallströme aufbereitet und Mikroorganismen als Nährstoffe zugeführt werden können. Gleichzeitig musste während der Challenge eine kontinuierliche Produktion über mindestens 180 Tage nachgewiesen werden. Am Ende sollten mit einem modernen Fertigungsverfahren mindestens drei verschiedene Produkte entstehen.
„Wir haben mit einem Bakterienstamm und einer Skizze auf Papier angefangen. SPRIND hat die Ziele gesetzt und uns die Freiheit gelassen, unseren eigenen Weg zu finden, und das Team hat diese Freiheit voll genutzt. Jetzt bringen wir ECOne™ auf den Markt und lassen jedes Kohlenstoffatom zählen“, freut sich Sebastian Beblawy, CEO und Mitgründer von EveryCarbon, über den Erfolg.
Die Challenge startete im November 2023 und lief über drei Jahre in drei Stufen. In Stufe 1 erhielten acht Teams jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro. In Stufe 2 erhielten sechs Teams jeweils 2,0 Millionen Euro. Im Oktober 2025 wählte die Expertenjury die Teilnehmer für Stufe 3 aus, in der jedes Team über zwölf Monate bis zu 2,5 Millionen Euro erhielt. Nach einem und nach zwei Jahren kam die Jury jeweils erneut zusammen, bewertete den Zwischenstand und entschied, welche Ansätze das größte Potenzial für Sprunginnovationen haben und welche Teams sich bis zum Ende der Challenge bewähren können. Vier Teams haben Stufe 3 abgeschlossen.

Durch Fermentation und chemische Synthese gibt das Team von EveryCarbon organischen Abfällen in ganz Europa eine bessere Verwendung als Biogas: ECOne™, ein biobasierter Polyester für Dämmstoffe, Schmelzklebstoffe und Spritzguss in Bau, Automobil und Elektronik. Laut Team nimmt ECOne™ ebenso wenig Wasser auf wie herkömmliche fossile Kunststoffe, bleibt unter Hitze formstabil und verursacht bei der Herstellung weniger CO₂-Emissionen. Das Team betrieb die Fermentation 180 Tage lang kontinuierlich, ohne Kontamination und ohne Antibiotika. EveryCarbon baute eine containerbasierte Miniplant auf einer Kläranlage, entwickelte ein digitales Monitoring für die nächste Skalierungsstufe und gründete das Unternehmen früher als geplant aus. Nach eigenen Angaben liegen dem Unternehmen Absichtserklärungen von Bauunternehmen und Materialherstellern vor. Die Pilotproduktion läuft, und das Team bereitet jetzt die Skalierung hin zum kommerziellen Betrieb vor.
„Wir sind sehr stolz auf das, was wir gemeinsam mit den Teams durch unser Challenge-Programm erreicht haben, und darauf, wie wir sie mit unserem Mentoring-Programm auf ihrem Weg zur Kommerzialisierung unterstützen konnten“, sagt Patrick Rose, Innovation Manager SPRIND und Challenge Lead.
Auch die anderen Teams haben erfolgreich kontinuierliche Fermentationsprozesse durchgeführt und eigene Produkte entwickelt. C3 Biotech stellt Acrylglas aus landwirtschaftlichen Abfällen her, Biophelion entwickelt kostengünstige pilzbasierte Bioprozesse und Amphistar produziert Biotenside aus gebrauchtem Speiseöl.
Wie es weitergeht
Biomanufacturing ist nicht gelöst. Durchbrüche gelangen bisher nur in Nischenanwendungen. Das Ziel bleibt, dass der Großteil der Massenprodukte mit Biomanufacturing-Prozessen aus lokal verfügbaren Rohstoffen hergestellt wird. Für alle vier Teams steht jetzt die Skalierung von Pilotanlagen zur industriellen Produktion an.
Die Jury und das Challenge-Team
Der Jury gehörten Petra Oyston, Clem Fortman, Deepti Tanjore, Julia Schüler, Rob Carlson, Ryan Ritterson und Michal Harari an. Die Challenge wurde bei SPRIND von Patrick Rose geleitet, Innovation Manager und Challenge Lead.
Über die SPRIND Challenge „Circular Biomanufacturing”
Weitere Informationen: www.sprind.org/de/challenges/biomanufacturing
TUHH - Pressestelle
Elke Schulze
E-Mail: elke.schulze@tuhh.de
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