06.10.2026

Robotik und Künstliche Intelligenz entwickeln sich rasant. Doch was bedeutet das konkret für die betriebliche Praxis? Wo lohnt sich der Einsatz? Und wie können sich insbesondere kleine und mittlere Unternehmen schon heute auf die Produktion von morgen vorbereiten? Ganz konkrete Ansätze lieferte die Veranstaltung „Die Produktion der Zukunft“, organisiert von der Handelskammer Hamburg in Partnerschaft mit der Technischen Universität Hamburg.
Rund 150 Gäste aus Wirtschaft und Politik waren ins Forum der Handelskammer Hamburg gekommen. Hier lieferten gleich mehrere Forschende der TU Hamburg spannende Einblicke in ihre Arbeit. So zeigte Prof. Nikola Bursac vom Institut für Smarte Entwicklung und Maschinenelemente am Beispiel der Blechfertigung, wie sich Unternehmen auf lernende Robotersysteme vorbereiten können. Für das Institut für Digitales und Autonomes Bauen war Prof. Kay Smarsly vor Ort, der Einblicke in die Potenziale der Baurobotik gab. Prof. Jana Jost vom Institut für Technische Logistik diskutierte im Panel über die nächsten Entwicklungsschritte humanoider Robotik und Anwendungsfelder für Unternehmen.
Lösung für hohe Aufgabenvielfalt
Die Keynote der Veranstaltung sprach Prof. Thorsten Schüppstuhl, Leiter des Instituts für Flugzeug-Produktionstechnik, zum Thema humanoide Robotik und Embodied AI. Die TU Hamburg beteiligt sich unter anderem mit der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz an der Hightech Agenda Deutschland, einer groß angelegten, von der Bundesregierung beschlossenen Innovationsoffensive.

Prof. Thorsten Schüppstuhl: „Humanoide Roboter sind eine Lösung für menschzentrierte, unkontrollierte Umgebungen bei hoher Aufgabenvielfalt. In der klassischen Großserienproduktion werden sie daher mittelfristig vermutlich lediglich eine Bereichslösung darstellen. Die Großserie spielt aber eine wichtige Rolle als schneller Einstieg und Plattform für die Weiterentwicklung. Ihr wahres Potenzial werden Humanoide wohl erst in Manufakturen entfalten. Das Beispiel Flugzeugbau steht hier stellvertretend für die Produktion von Großstrukturen und weist alle oben genannten Merkmale auf. Hierfür sind aber noch erhebliche Entwicklungsarbeiten durchzuführen. Erste Anwendungen sind in der Intralogistik sowie bei einfachen Prüfaufgaben zu erwarten.“
Die Bedeutung von Robotik und KI für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Hamburg war das Thema eines politisch-strategischen Talks. Hier diskutierte Prof. Andreas Timm-Giel, Präsident der Technischen Universität Hamburg, mit Dr. Miriam Putz, Geschäftsführerin und Leiterin des Geschäftsbereichs Innovation und neue Märkte an der Handelskammer Hamburg, und Marina Tcharnetsky, Chief Business Development Officer des Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC).
Verbindung von Roboter und KI
Prof. Andreas Timm-Giel, Präsident der TU Hamburg: „KI und Robotik können zu einem wichtigen Produktivitätstreiber für den Industriestandort Hamburg werden. Gerade flexibel einsetzbare Robotersysteme – bis hin zur humanoiden Robotik – bieten große Chancen bei kleineren Stückzahlen und schnellen Produktzyklen. Als TU Hamburg wollen wir Forschung, Transfer und industrielle Anwendung eng verbinden, damit aus technologischer Exzellenz neue Wertschöpfung entsteht – in Hamburg und insbesondere im Hamburger Süden.“
Zwischen und nach diesen Programmpunkten gab es reichlich Gelegenheit zum Austausch zwischen den Vertreter∗innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Im Rahmen von Demonstrationen konnten die Gäste zudem gleich mehrere innovative Robotermodelle der TU Hamburg in Aktion begutachten. Darunter war auch der Unitree G1 EDU U6 vom Institut für Flugzeug-Produktionstechnik. Der humanoide Roboter ist ausgestattet mit 41 Freiheitsgraden und mit zwei taktilen Fünf-Finger-Händen. Eine Recheneinheit an Bord sorgt für die Steuerung und ermöglicht die Entwicklung und das Testen verschiedener KI-basierter Applikationen.
Das Event bildete den Auftakt einer neuen Reihe von Veranstaltungen der Handelskammer Hamburg unter dem Titel „Zukunftstechnologien für Hamburg“.
Fotocredits: Isadora Tast
TUHH - Pressestelle
Michael Tokarski
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