27.04.2026

Mit einer interaktiven Präsentation wurde das Forschungsprojekt FPOplus (Fahrplanoptimierung „plus“) der HafenCity Universität Hamburg unter Beteiligung der TU Hamburg in der Gleishalle Oberhafen abgeschlossen. Die Teilnehmenden konnten dabei selbst aktiv werden und das „Hamburg Living Lab“ in der Gleishalle ausprobieren. Mit dieser Verzahnung von realer Infrastruktur und Simulation im Digitalen Zwilling konnten intelligente Prognosemodelle zur vorausschauenden Steuerung von Fahrgastströmen entwickelt werden. Ziel ist es, eine bessere Auslastung von Nahverkehrs- und Regionalzügen zu ermöglichen und so die Mobilität schneller, effektiver und stressfreier zu gestalten.
Staatssekretär Thomas Jarzombek vom Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) konnte so das Living Lab gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Konsortialführer des Forschungsprojekts und Präsident der HafenCity Universität, den Projektbeteiligten und weiteren Gästen direkt selbst ausprobieren. Jarzombek überbrachte im Rahmen der Abschlusspräsentation die Grußworte des Ministeriums. Über dessen Förderlinie ImmoNT war das Projekt gefördert worden, an dem neben der HCU Forschende der Technischen Universität Hamburg (TUHH), Universität zu Lübeck (UzL), RPTU Kaiserslautern-Landau und die Partner Deutsche Bahn AG und Breuer Nachrichtentechnik GmbH beteiligt waren.
Erfolgreiche Ergebnisse zur Optimierung der Fahrgastströme an Bahnhöfen
Die beiden Präsidenten der beteiligten Hamburger Universitäten freuten sich gemeinsam mit den beteiligten Mitarbeiter∗innen über die im Projekt erzielten Erfolge und fassten die Ergebnisse zusammen.
Prof. Dr. Andreas Timm-Giel, Präsident der Technischen Universität Hamburg und Projektbeteiligter mit seinem Institut für Kommunikationsnetze, sagte: „Wir haben uns sehr darüber gefreut, als Technische Universität Hamburg Verbundpartnerin und Teil des FPOplus-Projekts zu sein. Mithilfe innovativer Funktechnologie- und Vorhersagemodelle konnten wir dazu beitragen, eine Technologie zu entwickeln, die präzise die Zahl der in einem Bereich anwesenden Personen erfassen kann und so die Auslastung ermittelt. Damit können wir künftig Fahrgastströme an Bahnhöfen optimieren und die Fahrenden über ihre Handys leiten. Zusammen mit dem TUHH-Institut für Hochfrequenztechnik unter der Leitung von Prof. Alexander Kölpin und mit unseren Partner∗innen können wir unseren Beitrag leisten, das Bahnfahren zu verbessern und die Menschen künftig zufriedener reisen zu lassen.“
Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow stellte das Projekt im Rahmen der Abschlusspräsentation in Grundzügen vor: „In Folge des 9-Euro-Tickets und seines Nachfolgers, dem 49 Euro Ticket, kam es zu massiven Überfüllungen an Bahnhöfen und in Zügen. Darüber hinaus nahm aus Überlast die Verspätung insgesamt stark zu. Aus empirischer Beobachtung folgte, dass zwei wesentliche Veränderungen dies bewirkten: Spontanes, bisher teilweise unbekanntes Fahrgastverhalten sowie die Nicht-Prognostizierbarkeit von Abfahrts- und Ankunftsort. Dies ist prinzipiell eine Frage des Informations- sowie des Flowmanagements. Hier haben wir mit der technologischen Verzahnung von moderner Sensorik, Funk- und 5G-Technologie, digitalen Zwillingen, Data Lakes sowie KI in unserem Reallabor es in einem Konsortium aus Hochschulen und Wirtschaftspartnern geschafft, eine neue Form der Informationsverdichtung aus Open Data und eigenen erhobenen Daten zu leisten. Es wurde so möglich sehr viel präzisere Vorhersagen und Handlungsempfehlungen machen zu können.“
Das Forschungsprojekt und das in seinem Rahmen ergänzend entwickelte Indoor-Navigationssystem haben in den Simulationen dazu beigetragen, Gedränge zu reduzieren sowie die Orientierung der Reisenden am Bahnhof zu verbessern – insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Ergebnisse zeigen, dass das umgesetzte Testfeld als Vorbild für den Einsatz an weiteren Bahnhöfen dienen kann und sowohl Betreibern als auch Fahrgästen durch eine bessere Planung und höheren Komfort zugutekommt.
TUHH - Pressestelle
Elke Schulze
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