Im Fokus der Wissenschaft : Frugale Innovationen als Trend in westlichen Industrieländern

Ein Forschungsprojekt zwischen der TUHH und dem Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie

12.08.2015

v.l.n.r. Prof. Tobias Dauth (Leiter der Gruppe Erschließung neuer Märkte, Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Prof. Cornelius Herstatt (TUHH), Eleonora Zagorska (Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Professor Thorsten Posselt (Institutsleiter Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Yevheniya Kralyuk (Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Dr. Rajnish Tiwari (TUHH)  
v.l.n.r. Prof. Tobias Dauth (Leiter der Gruppe Erschließung neuer Märkte, Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Prof. Cornelius Herstatt (TUHH), Eleonora Zagorska (Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Professor Thorsten Posselt (Institutsleiter Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Yevheniya Kralyuk (Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Dr. Rajnish Tiwari (TUHH)  Foto: Fraunhofer-Zentrum Leipzig

Mit Chancen und Risiken frugaler Innovation in westlichen Industrieländern beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Potenziale, Herausforderungen und gesellschaftliche Relevanz frugaler Innovationen im Kontext des globalen Innovationswettbewerbs“ an der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Projektpartner sind das TUHH-Institut Technologie und Innovationsmanagement (TIM) und das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie Leipzig. Gefördert wird das Verbundprojekt über das Innovations- und Technikanalyse-Programm (ITA) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Frugale Innovationen sind Innovationen für quasi jeden Geldbeutel. Ideen und wichtige Anwendungsbeispiele dazu stammen vornehmlich aus Schwellenländern wie Indien und China, die sich mittlerweile als Leitmärkte für diese Innovationen etabliert haben. Produziert werden sie für Kunden, die kein Geld für Funktionen ausgeben wollen oder können, die sie nicht benötigen. Ihre Produktionsweise orientiert sich stark an den ortsspezifischen Bedarfen und den teils eingeschränkten Produktionsmitteln. Obwohl einfach und kostengünstig in der Produktion, stellen sie oftmals echte Innovationen dar. Auch in westlichen Industrieländern gibt es ein vermehrtes Interesse an solchen einfachen Produkten und immer mehr Unternehmen erkennen die wachsende Bedeutung frugaler Innovationen. Dazu Dr. Rajnish Tiwari, Habilitand und Senior Research Fellow sowie Mitbegründer des Center for Frugal Innovation am TIM: „Mit diesem Projekt wollen wir die gesellschaftspolitische Relevanz frugaler Innovationen im deutschen Kontext prüfen, so dass eventueller Handlungsbedarf zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Innovationsstandort Deutschland frühzeitig identifiziert und geeignete Maßnahmen vorgeschlagen werden können.“

In dem vorliegenden BMBF-Projekt beabsichtigen die Projektpartner, eine vergleichende Studie durchzuführen, die Innovationskontexte am Beispiel der Automobilzulieferindustrie untersucht.
Professor Cornelius Herstatt, Leiter des TUHH-Instituts Technologie und Innovationsmanagement: „Da unsere bisherige Forschung Indien eine Rolle als Vorreitermarkt („Lead Market“) für frugale Lösungen gerade in der Automobilindustrie bescheinigt, streben wir anhand dieser Untersuchung an, die dort häufig eingeschlagenen Innovationspfade zu ermitteln. In einer Vergleichsstudie sollen dann die „herkömmlichen“ Innovationspfade in der deutschen Automobilzulieferindustrie erkannt werden. Hierdurch erhoffen wir uns neue Erkenntnisse über Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten in beiden Innovationsansätzen. Ziel der Untersuchung ist es, Kooperationspotenziale in unterschiedlichen Innovationskontexten zu ermitteln und zum gegenseitigen Nutzen zu verwenden. Wir vermuten, dass die Erkenntnisse nicht nur für Unternehmen sondern auch darüber hinaus für diverse gesellschaftliche Interessenvertreter etwa im Bereich der Bildungs- und Forschungspolitik sowie der internationalen Kooperation interessant sein könnten.“

Im Laufe der Projektarbeit sollen Erkenntnisse über Potenziale und Risiken, die sich aus dem Modell frugaler Innovationen für Deutschland ergeben, gewonnen werden. Eine der Hauptfragen, wie sich Innovationspfade frugaler Innovationen – zurzeit noch vorwiegend aus Schwellenländern – von Innovationen aus Industrieländern unterscheiden, steht dabei im Zentrum des Forschungsvorhabens. Neben einer systematischen Analyse der gesellschaftspolitischen Relevanz sollen inländische Unternehmen im Hinblick auf zukunftsträchtige Innovationsstrategien unterstützt werden. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, den Standortvorteil Deutschland im internationalen Wettbewerb nachhaltig zu sichern.

Das Center for Frugal Innovation unter Leitung von Professor Herstatt, angesiedelt am Institut für Technologie- und Innovationsmanagement der TUHH, zählt zu den führenden Institutionen auf diesem Forschungsgebiet. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes verantwortet es das Forschungsdesign und die Durchführung der theoretisch-wissenschaftlichen Untersuchung. Die Leipziger Fraunhofer-Experten leiten in den kommenden zwei Jahren die Forschungsarbeit aus der anwendungsorientierten wissenschaftlichen Perspektive heraus.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Dr. Rajnish Tiwari
Technische Universität Hamburg
Institut Technologie und Innovationsmanagement
Am Schwarzenberg-Campus 4
21073 Hamburg
Tel. +49 / (0)40-42878-3776
Fax: +49/ (0)40-42878-2867
E-mail: tiwari@tuhh.de

Siehe auch: https://www.tuhh.de/tim/


TUHH - Pressestelle
Martina Brinkmann
E-Mail: m.brinkmann@tuhh.de
Tel.: +49 40 428 78 3558
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