SICK Förderpreis für herausragende Arbeiten an TUHH-Studierende verliehen

26.01.2018

Die Preisträger mit Renate Sick-Glaser (3.v.re)
Die Preisträger mit Renate Sick-Glaser (3.v.re)
Foto: TUHH/Photo-AG A. Ridwan

Immer den nachhaltigen Nutzen für Mensch und Gesellschaft im Blick: Saskia Prokorny, Nils Gessert und Daniel Plöger sind die diesjährigen Preisträger des SICK Förderpreises. Die Gisela und Erwin Sick Stiftung zeichnet damit bereits zum vierten Mal herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Technischen Universität Hamburg (TUHH) aus. Gewürdigt wird dabei besonders die Entwicklung innovativer Sensorik-Technologien zur positiven Veränderung innerhalb der Arbeitswelt in den Bereichen Prozess-, Fabrik- oder Logistikautomatisierung sowie im Umweltschutz.

„Mit dem SICK Förderpreis möchten wir den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und auch dazu animieren, mit seinen hervorragenden Leistungen einen Beitrag zur Sicherung des Technologie- und Zukunftsstandorts Deutschland zu leisten“, erklärte Renate Sick-Glaser, Vorsitzende des Vorstands der Gisela und Erwin Sick Stiftung sowie Mitglied der Eigentümerfamilie der SICK AG. Das Engagement der Stiftung sei auch im Sinne ihres Vaters Dr.-Ing. e. h. Erwin Sick, dem Gründer der SICK AG und Erfinder auf dem Gebiet der Opto-Elektronik.

„Industrieunternehmen brauchen Mitarbeiter mit hoher technischer Kompetenz, voller neuer Ideen und einem unbändigen Tatendrang“, sagte Dr. Kay Fürstenberg, Leiter Forschung und Entwicklung der SICK AG. Gleichzeitig sei der Austausch mit Wissenschaft und Forschung von ausschlaggebender Bedeutung: „Wir können unsere Ziele nicht allein in unseren Labors und Büros erreichen. Nur durch intensive Diskussionen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Forschungseinrichtungen und Universitäten können wir dafür sorgen, dass die Entwicklungen bei den Anwendungen sowie im Technologiebereich nicht unbemerkt an uns vorüberziehen.“

Die Preisträger des SICK Förderpreises für herausragende Arbeiten zum Thema „Technisch-wissenschaftlicher Fortschritt zum Vorteil von Mensch und Gesellschaft“:

TUHH-Präsident Antranikian, Prof. Morlock, Renate Sick-Glaser und Saskia Prokorny.
TUHH-Präsident Antranikian, Prof. Morlock, Renate Sick-Glaser und Saskia Prokorny.
Foto: TUHH/Photo-AG A. Ridwan

Saskia Prokorny für ihre Dissertation „Entwicklung von Mitralklappenstents zur katheterbasierten Implantation in das schlagende Herz und in vivo Evaluation im porcinen Großtiermodell" (6.000 Euro)

Die Mitralklappeninsuffizienz ist eine Undichtigkeit der Klappe zwischen linkem Herzvorhof und linker Herzkammer. Da gerade ältere Patienten oft nicht mit konventionellen chirurgischen Methoden behandelt werden können, ist die Entwicklung von katheterbasierten Therapieverfahren ein wichtiger Schwerpunkt in der Forschung der interventionellen Herzchirurgie. Die katheterbasierte Implantation eines Stents, der eine tierische Klappe trägt, in das schlagende Herz, ist hier ein vielversprechender neuartiger Therapieansatz. Saskia Prokorny konzentrierte sich in ihrer richtungsweisenden Arbeit auf die Entwicklung und Untersuchung von vier Verankerungskonzepten mit unterschiedlichen Fixierungsmechanismen und lieferte damit nachhaltige Vorteile für betroffene Patienten.

Nils Gessert für seine Masterarbeit „Investigation of Features and Learning Algorithms for Pose Estimation in OCT Volumes" (2.000 Euro)

Nils Gessert widmete sich dem Problem, die Lage eines Objektes im Raum anhand von Messwerten zu schätzen. Dazu wählt er die Optische Kohärenzmethode als Grundlage, ein vergleichsweise neues, bildgebendes Verfahren. Ziel war es, aus Bilddaten die Position und Orientierung von Objekten abzuleiten. Er konnte eindrucksvoll belegen, dass sein Ansatz bessere Ergebnisse liefert als die klassischen Methoden. Die Arbeit setzt grundlegend an und ist hinsichtlich der praktischen Anwendung vielfältig. So ist die genaue Lagebestimmung für die minimalinvasive Chirurgie ebenso von großer Bedeutung wie für Anwendungen in industriellen Szenarien.

Daniel Plöger für seine Masterarbeit "Robust Communication for Control of Robotic Vehicle Platooning" (2.000 Euro)

Die Arbeit behandelt vernetzte Regelsysteme am Beispiel einer selbstfahrenden Fahrzeugkette, in der der Abstand stabil und minimal gehalten werden soll. Dazu hat Daniel Plöger neben der Aufarbeitung der Regelungstheorien und der Theorie der Kommunikationsnetze einen sensorbestückten Demonstrator aufgebaut. Simulativ wurden die Einflüsse von Fehlerrate und Burstlänge der Kommunikation und die Auswahl und Parametrisierung der Regler strukturiert und sorgfältig analysiert. Die Arbeit zeichnet sich durch eine ungewöhnlich hohe Breite bei gleichzeitig sehr gutem wissenschaftlichem Anspruch aus und ist von hoher Relevanz für industrielle Nutzungen.

Die Gisela und Erwin Sick Stiftung

Die Gisela und Erwin Sick Stiftung wurde 2002 von Gisela Sick, der Witwe von Dr.-Ing. e. h. Erwin Sick, dem Gründer der SICK AG, ins Leben gerufen. Zweck der rechtsfähigen, gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Freiburg ist die Förderung der Wissenschaft und Forschung, der Jugend sowie der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich Studentenhilfe. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Stiftung dabei auf die MINT-Fächer mit dem Ziel, einen Beitrag zur Sicherung des Technologie- und Zukunftsstandortes Deutschland zu leisten.

Die SICK AG

SICK ist einer der weltweit führenden Hersteller von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen. Das 1946 von Dr.-Ing. e. h. Erwin Sick gegründete Unternehmen mit Stammsitz in Waldkirch im Breisgau nahe Freiburg zählt zu den Technologie- und Marktführern und ist mit mehr als 50 Tochtergesellschaften und Beteiligungen sowie zahlreichen Vertretungen rund um den Globus präsent. In Hamburg ist SICK mit zwei Niederlassungen vertreten.


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