Wenn sich die Sonne verdunkelt: Problembasiertes Lernen an der TUHH

23.03.2015

Alle Teilnehmer brachten unterschiedliche Apparaturen mit. Besonders das Fernglas beeindruckte durch seine
Alle Teilnehmer brachten unterschiedliche Apparaturen mit. Besonders das Fernglas beeindruckte durch seine Bildschärfe.

Am vergangenen Freitag blickte ganz Europa gen Himmel, um die Sonnenfinsternis zu beobachten – so auch die Studierenden und Mitarbeiter der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Im Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) wurde das Naturereignis in einen Workshop für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter integriert. Ziel der Dozenten war es, das „problembasierte Lernen“ (PBL) am Beispiel der Sonnenfinsternis selbst zu erfahren, um die Methode später mit Studierenden durchführen zu können.

Problembasiertes Lernen ist eine Unterrichtsmethode, bei der den Lernenden eine realistische Problemstellung vorgelegt wird. Indem sie eigene Lernfragen entwickeln und selbstständig arbeiten, eignen sie sich Wissen an. Rund zehn Dozenten der TUHH nehmen in diesem Monat an einem dreiteiligen ZLL-Workshop teil, um die Methode kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Der zweite Workshop fand am Tag der Sonnenfinsternis statt. Ein glücklicher Zufall für Workshop-Organisatorin Marisa Braasch, die daraus folgende Problemstellung ableitete: Stellen Sie sich vor, Ihr Patenkind, ein großer Weltraumfan, möchte mit Ihnen die Sonnenfinsternis beobachten. Sie möchten kein Geld für besondere Ausrüstung ausgeben, aber dennoch sicherstellen, dass das Augenlicht ihrer Patentochter nicht gefährdet wird. Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelten daraufhin folgende Lernfragen: Wie kann das Patenkind die Sonnenfinsternis sicher beobachten? Wann und wo kann an der TUHH das Naturspektakel am besten beobachtet werden? Besondere Schwierigkeit: Zur Projektion der Sonne und zum Schutz der Augen durften nur Gegenstände genutzt werden, die die Teilnehmenden zu Hause hatten. Das Ergebnis: Zum Einsatz kamen ein Fernrohr, eine Pappscheibe, mit einem kleinen Loch in der Mitte, eine spezielle Brille und eine Lochkamera.

„Es war toll, diese Methode nicht theoretisch in Form einer Power-Point-Präsentation vorgestellt zu bekommen, sondern sie selbst zu testen und einen entsprechenden Lernprozess zu durchlaufen“, sagt Teilnehmer Hanno Kallies. „Wir konnten selbst spüren, wie motivierend PBL ist und waren eifrig dabei, die Problemstellung zu bearbeiten. Für Studierende eignet sich PBL sehr gut, da sie ideal an ihr Vorwissen anknüpfen können. Ich werde die Lehrform zukünftig auf jeden Fall anwenden.“

Für Lehrende hat PBL entscheidende Vorteile: Die Studierenden beteiligen sich aktiv und tragen selbst die Verantwortung für den Lernprozess. Zudem wird die Verbindung von Theorie und Praxis gestärkt und das Verständnis für komplexe Zusammenhänge erleichtert.


TUHH - Pressestelle
Alina Gruhn
E-Mail: alina.gruhn@nithh.de
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