TUHH-Institut für Hochfrequenztechnik zieht Award-Bilanz für 2014

22.01.2015

Die Preisträger v.l.n.r.: Benjamin Rohrdantz, Christian Friesicke, Thomas Jaschke und Nora Meyne
Die Preisträger v.l.n.r.: Benjamin Rohrdantz, Christian Friesicke, Thomas Jaschke und Nora Meyne

Vier wissenschaftliche Mitarbeitende des Instituts für Hochfrequenztechnik an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) wurden im vergangenen Jahr auf IEEE Konferenzen für ihre herausragenden wissenschaftlichen Beiträge geehrt. IEEE, das Institute of Electrical and Electronics Engineers, ist ein weltweiter Berufsverband von Ingenieuren hauptsächlich aus den Bereichen Elektrotechnik und Informationstechnik . Preisträger sind: Dipl.-Ing. Christian Friesicke, Thomas Jaschke, Dipl.-Ing. Nora Meyne und Dipl.-Ing. Benjamin Rohrdantz.

Christian Friesicke erhielt auf der 20th International Conference on Microwaves, Radar and Wireless Communications im polnischen Gdansk für seinen Beitrag „K-Band Leistungsverstärker mit 100 nm GaN HEMT MMIC in Streifenleitungstechnologie“ den 2. Preis der GAAS Association im "Young Scientist Contest". Friesicke forscht an energieeffizienten Leistungsverstärkern, welche in der Sende-Endstufe von Kommunikations-Satelliten eingesetzt werden sollen. Die Verstärker basieren auf der relativ jungen Halbleitertechnologie Galliumnitrid (GaN), mit der erstmals ausreichend hohe Sendeleistungen für Satelliten möglich werden. Damit können Vakuumröhren - die bisherige Standard-Technologie - zukünftig in einigen Anwendungen ersetzt werden. Die von Friesicke entworfenen Halbleiterchips sind nur wenige Quadratmillimeter groß und daher selbst nach Integration in ein Gehäuse kleiner und leichter als Vakuumröhren. Da auf Satelliten Abwärme möglichst vermieden werden soll, ist die Herausforderung der Arbeit, einen möglichst hohen Wirkungsgrad bei ausreichender Sendeleistung zu erzielen.

Mirkowellen Biosensor  
Mirkowellen Biosensor  Fotos: TUHH

Thomas Jaschke (Master of Science) wurde auf der 8th German Microwave Conference/GEMiC 2014 in Aachen für seinen Beitrag „Eine flexible Oberflächenbeschreibung für beliebig geformte Substratlinsenantennen“ mit dem Best Student Paper Award ausgezeichnet. In seiner Arbeit beschäftigt sich Jaschke mit planaren Antennen. Diese erfreuen sich seit geraumer Zeit einer hohen Popularität in der Kommunikationstechnik und können vorteilhaft für die elektronische Schwenkung der Antennenkeule genutzt werden. Ihr Siegeszug begann in der stark anwachsenden Luft- und Raumfahrtindustrie des letzten Jahrhunderts. Die nur etwa eine halbe Wellenlänge (7.5mm) kleinen Antennen – in großer Zahl ersetzten sie eine Parabolantenne – besitzen eine besonders flache Bauform, da sie aus dünnen Platinen hergestellt werden. Werden diese mit Teflon-Linsen, wie sie ähnlich in der Optik verwendet werden, versehen, lässt sich die Antennenkeule formen. „Die Linsen geeignet zu entwerfen ist in diesem Fall ein besonders kniffliges elektromagnetisches Problem“, kommentiert Professor Arne Jacob, Leiter des TUHH-Instituts für Hochfrequenztechnik, die Leistung des Preisträgers.

Nora Meyne nahm den „EuMC Young Engineer Prize“ auf der 44th European Microwave Conference in Rom für ihren Beitrag „Quasi-konzentrierter Koplanarleitungssensor zur breitbandigen Charakterisierung von Flüssigkeiten“ entgegen. Meyne verfolgt einen neuen Technologieansatz zur Charakterisierung biologischer Zellen mittels Mikrowellen-Nahfeldsensoren. Die Charakterisierung biologischer Zellen spielt in der Medizin generell eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Untersuchung von Tumorzellen. Die üblichen Standardverfahren, die auf Anfärbetechniken beruhen, weisen jedoch einige Nachteile auf. Die Nachwuchswissenschaftlerin geht in ihrem Forschungsprojekt der Frage nach, ob es möglich ist, mittels elektromagnetischer Sensoren im Mikrowellenfrequenzbereich in biologische Zellen zu blicken und zu sehen, ob eine Zelle gesund oder krank ist. In der oben genannten Veröffentlichung wurde durch speziell geformte Elektroden die Empfindlichkeit des Sensors erhöht, um auch kleinste Kontraste detektieren zu können.

Auf der Asia Pacific Microwave Conference in Sendai wurde Benjamin Rohrdantz im vergangenen November für seinen Beitrag „Ein zirkular polarisiertes Antennen-Array mit integrierten Kalibriersensoren“ mit dem APMC 2014 Student Prize ausgezeichnet. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Erkennung und Korrektur von Herstellungsfehlern und Schwankungen der Betriebsparameter bei Antennensystemen. Für diese Kalibrierung hat Rohrdantz eingebaute Sensoren entwickelt, die regelmäßig den auftretenden Fehler messen. Die von Rohrdantz untersuchten Antennen werden bei 20 Gigahertz betrieben. Es räumlich zu schaffen, Sensoren auf einem durch die Frequenz vorgegebenen Raster von 7,5 Millimeter zu positionieren, erfordert neben Ingenieurwissen auch Kreativität.

Die Arbeiten von Thomas Jaschke, Christian Friesicke und Benjamin Rohrdantz sind im Rahmen von zwei durch das Nationale Raumfahrtmanagement geförderte Vorhaben (SAMOA und LEVERAGE) entstanden. Die Arbeit von Nora Meyne wird von der TUHH gefördert.

Siehe auch: http://www.tuhh.de/et3/home/index.html


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