Problemkind Fehmarnbelt-Querung - Dr. Pompeu-Santos präsentiert seinen alternativen Entwurf an der TUHH

17.11.2014

Der Fehmarnbelt-Tunnel soll Dänemark und Deutschland verbinden. Karte: Pompeu-Santos
Der Fehmarnbelt-Tunnel soll Dänemark und Deutschland verbinden. Karte: Pompeu-Santos

Dänisch-deutsches Riesenprojekt: Bis 2022 will Dänemark den 18 Kilometer langen Fehmarnbelt-Tunnel quer durch die Ostsee nach Deutschland gebaut haben. Einer der Kritiker des geplanten Absenktunnels ist der portugiesische Bauingenieur Dr. Silvino Pompeu-Santos. Auf Einladung des Instituts für Baustatik und Stahlbau der Technischen Universität Hamburg (TUHH) stellt Pompeu-Santos am Dienstag, 18. November 2014, ab 18.30 Uhr an der TUHH vor, welche Methode er favorisiert.

Die „Feste Fehmarn-Belt-Querung“ ist ein Bauvorhaben von gigantischen Ausmaßen: Zwischen Deutschland und Dänemark, genauer zwischen den Ostseeinseln Fehmarn und Lolland, soll der längste Absenktunnel der Welt entstehen. Momentan ist das Baugenehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Ein Absenktunnel ist ein am Grund von Gewässern verlaufender Tunnel bei dem die Tunnelröhre aus einzelnen Röhrenelementen besteht, die wie Kästen, an Land gefertigt, an ihrer Zielposition versenkt und dann verbunden werden. Dieses Vorhaben wird kontrovers diskutiert, da es einen erheblichen Einfluss auf Natur und Umwelt darstellen würde. So könnten die Baggerarbeiten für den Tunnel die marine Ökologie beeinflussen, falls ausgedehnte Sedimentfahnen durch die Ostsee trieben. Die Eintrübung würde sich vor allem im Bereich Fischland-Darß auswirken und könnte die Osteseeküsten gefährden. Kritiker fürchten zudem, dass ein vollbeladener Öltanker während der Bauphase mit schwimmend bereitgehaltenen Tunnelsegmenten zusammenstoßen und womöglich eine Umweltkatastrophe auslösen könnte.

Gastredner Dr. Pompeu-Santos favorisiert daher eine Alternative, die diese Umweltrisiken aus dem Weg räumen würde. Er schlägt vor, mit einer Tunnelbohrmaschine (TBM) zwei Tunnel zu bohren, die unterhalb des Meeresgrundes verlaufen. Einen für den Zugverkehr und einen für den PKW-Verkehr. Zudem sieht sein Konzept vor, mehrere in sich geschlossene Ebenen in den Tunnel einzufügen (Tunnel Multi Gallery). Autostraßen und Eisenbahnschienen würden so untereinander in abgetrennten Bereichen durch den Tunnel führen. Dieses Konzept ist umweltschonender und laut ersten Berechnungen Pompeu-Santos zufolge auch kostengünstiger.

Dr. Silvino Pompeu-Santos

Silvino Pompeu-Santos, geboren im Jahr 1950, studierte an der Technischen Universität Lissabon (Universidade Técnica de Lisboa), Portugal. 1983 erhielt er die Doktorwürde am Laboratório Nacional de Engenharia Civil, Lissabon, einem staatlichen Institut, welches auf die Forschung und Entwicklung im Bereich Hochbau und Tiefbau spezialisiert ist, welches er später als Forschungsdirektor leitete. Derzeit führt er ein eigenes Ingenieurbüro.

Vortrag Dr. Silvino Pompeu-Santos: „Optimized TBM Tunnel Solution fort he Fehmarnbelt Fixed Link“, 18.11.2014, 18:30 Uhr, TUHH-Gebäude K, Denickestraße 15, Raum 0506.


TUHH - Pressestelle
Alina Gruhn
E-Mail: alina.gruhn@nithh.de
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