TUHH goes America:

„Unser Ziel ist der Ausbau von Kooperationen mit den weltweit renommiertesten Universitäten"

17.10.2014

TUHH-Präsident Garabed Antranikan (1.v.l.) und Wirtschaftssenator Frank Horch (1.v.r) besuchten Gerhard Casper, den ehemaliger Präsidenten der Stanford Universitiy. Die Runde bereicherte Petra Vorsteher, Leiterin des Alumni Chapters der TUHH in San Francisco sowie CO-Founder und CAO bei dem Hamburger Unternehmen Smaato
TUHH-Präsident Garabed Antranikan (1.v.l.) und Wirtschaftssenator Frank Horch (1.v.r) besuchten Gerhard Casper, den ehemaliger Präsidenten der Stanford Universitiy. Die Runde bereicherte Petra Vorsteher, Leiterin des Alumni Chapters der TUHH in San Francisco sowie CO-Founder und CAO bei dem Hamburger Unternehmen Smaato
Foto: Kerstin von Stürmer

Eine positive Bilanz seiner einwöchigen Amerikareise zieht Professor Garabed Antranikian, Präsident der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Er und Professor Andreas Timm-Giel waren auf Einladung des Hamburger Wirtschaftssenators Frank Horch im Kreis einer Delegation von 70 IT-Managern und Unternehmern in die Vereinigten Staaten gereist. Vornehmlich ging es darum, Kontakte in San Francisco und im Silicon Valley zu knüpfen und Hamburger Unternehmern den Zugang zum dortigen Markt zu ebnen.
Prof. Antranikian: „Gut, dass Senator Horch so offen für die Thematik ist und erkannt hat, dass der Wissens- und Technologietransfer ein Thema von großer Bedeutung auch für die Technische Universität Hamburg ist. Mit unserem Engagement in diesem Bereich öffnen wir uns der Wirtschaft und bringen sie mit der Wissenschaft zusammen. So ist es für uns extrem wichtig zu erfahren, wie in den USA Technologietransfer stattfindet und gelebt wird. Auch haben wir die Reise genutzt, um die Zusammenarbeit mit den renommiertesten amerikanischen Universitäten zu intensivieren – der Stanford University sowie der University of California in Berkeley.“

Mit Berkeley besteht seit einigen Jahren eine Kooperation, die einen gegenseitigen Austausch unter Studierenden ermöglicht. Beide Seiten indes wünschen sich eine noch engere Zusammenarbeit als bisher. Prof. Timm-Giel, Leiter des TUHH-Instituts für Kommunikationsnetze: „Dabei wird uns Dr. Erica Lilleodden unterstützen. Sie forscht im Bereich der Experimentellen Werkstoffmechanik und hat sowohl in Stanford als auch in Berkeley wissenschaftlich gearbeitet.“ Dr. Lilleodden kommt vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht und lehrt am TUHH-Institut für Werkstoffphysik und Werkstofftechnologie.
Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Stanford University ist ein engerer Austausch zwischen verschiedenen Instituten geplant; beispielsweise mit dem TUHH- Institut für Unternehmertum unter Leitung von Professor Christoph Ihl. „Professor Ihl integriert die Unternehmensgründung in die akademische Lehre. In seinen Veranstaltungen arbeiten Studierendenteams mit Unternehmen an realen Gründungsprojekten und entwickeln diese weiter“ so Timm-Giel. Da auch in Stanford Unternehmensgründungen eine große Rolle spielen, ist eine Kooperation speziell in diesem Bereich sinnvoll, einhergehend mit einem Studierendenaustausch.

Als überaus interessant erwies sich das Gespräch mit dem ehemaligen Präsidenten der Stanford University Gerhard Casper. Der gebürtige Hamburger äußerte seine Besorgnis über die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Deutschland, der seine Universitäten nicht ausreichend finanziere. Forschung sei teuer und besonders die Entwicklung in Deutschland hänge von den Erfolgen der Forschung im Bereich der Technologien der Zukunft ab, wozu unter anderem die Energie- und Kommunikationstechnologien zählen.
Das Hauptziel der Reise jedoch war es, Technologiezentren und große Firmen wie Google, Apple, NXP, Cisco und Twitter zu besuchen. Dahinter stand die Frage, wie amerikanische Konzerne ihre Arbeit in Hamburg ausweiten und Firmen aus der Hansestadt in den USA lukrative Geschäfte tätigen können. Prof. Antranikian: „Überall sind wir auf unglaubliche Dynamik, Selbstbewusstsein und Mut zur Risikobereitschaft gestoßen verbunden mit der Kultur, dass das Scheitern dazugehört und nichts Schlimmes ist. Voraussetzung für gute Forschungsbedingungen sind darüber hinaus Zeit und Geld. Wo beides ausreichend zur Verfügung steht, da entwickelt sich Kreativität und werden neue Wege eingeschlagen.“
Gerade das wünscht sich Präsident Antranikian für Hamburg und die TUHH: „Wir verwalten mehr als dass wir gestalten können. Forschung aber braucht Zeit und Freiraum, um zu gelingen – das heißt auch weniger Bürokratie, die uns vom Forschen abhält.“

Info:
Stanford ist mit einem Stiftungsvermögen von aktuell über 21 Milliarden Dollar eine der reichsten Hochschulen der Welt und verfügt darüber hinaus über ein Jahresbudget von über 5 Milliarden Dollar bei nur knapp 16 000 Studierenden. Zum Vergleich: Die Exzellenzinitiative fördert seit 2011 Spitzenforschung an deutschen Hochschulen. Bund und Länder wollen dafür bis 2017 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.


TUHH - Pressestelle

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