Ressourcenschonende Forschung: TUHH optimiert chemische Analysen

06.08.2014

Dipl.-Ing. Holle Goedeke bei Untersuchungen mittels Mikro-Röntgenfluoreszenzanalyse.
Dipl.-Ing. Holle Goedeke bei Untersuchungen mittels Mikro-Röntgenfluoreszenzanalyse. Foto: Lina P. A. Nguyen

Ob im Schadensfall, bei Kunstwerken oder Korrosionsprozessen – es bedarf bei der Ursachenforschung einer genauen Analytik. Dass diese auch energieeffizent durchgeführt werden kann, zeigt die Technische Universität Hamburg (TUHH). Sie hat ihre Mikro-Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) zur ortsauflösenden chemischen Elementanalyse mit einem peltiergekühlten Siliziumdriftdetektor modernisiert. So entfällt die energieintensive Kühlung mit flüssigem Stickstoff.

Die Einsatzbereiche der Mikro-Röntgenfluoreszenzanalyse sind äußerst vielfältig. Sie reichen von Feststoffen über Flüssigproben bis hin zu Pulvern und Pasten. Zudem bietet das Verfahren die Möglichkeit einer zerstörungsfreien Analyse und einen hohen Probendurchsatz. Das vom Institut für Baustoffe, Bauphysik und Bauchemie der TUHH eingesetzte Gerät spart nun bei der Analyse noch mehr Energie. Der peltiergekühlte Siliziumdriftdetektor benötigt zur Kühlung keinen Stickstoff mehr. So findet außerhalb der Messzeiten kein Ressourcenverbrauch mehr statt. Gleichzeitig wurden die Nachweisgrenzen für die analysierbaren Elemente (alle Elemente ab Natrium) verbessert.

Das Institut für Baustoffe, Bauphysik und Bauchemie der TUHH setzt die RFA insbesondere für die Charakterisierung von Baustoffen und zur Analyse von Korrosionsprozessen mit einer örtlichen Auflösung bis zu 10 Mikrometern ein. Darüber hinaus wird sie für die Untersuchung von Transportprozessen in porösen Festkörpern und die Bauschadensanalyse verwendet. Ferner werden auch elektronische Bauteile analysiert. Aufgrund der Möglichkeit der zerstörungsfreien Analyse großer Proben an Luft spielt diese Methodik ansonsten auch bei der Analyse von Kunstwerken eine große Rolle.


TUHH - Pressestelle
Jasmine Ait-Djoudi
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