Festkolloquium für TUHH-Mathematikprofessor Wolfgang Mackens

31.03.2014

Prof. Dr. Wolfgang Mackens mit Gästen.
Prof. Dr. Wolfgang Mackens mit Gästen.
Foto: Lindner/TUHH

Vergangenen Freitag fand im Ditze-Saal der Technischen Universität Hamburg ein Festkolloquium für Prof. Wolfgang Mackens statt, der im Laufe des Semesters seinen 65. Geburtstag feierte und sich nun, wie sein Institutskollege Prof. Marko Lindner sagte, "auf die Dinge konzentrieren kann, die er mag und anderen die überlassen kann, die gemacht werden müssen".

TUHH-Präsident Prof. Antranikian, ließ in seiner Ansprache Revue passieren, auf welch vielfältige Art sich Prof. Mackens in den letzten fast 25 Jahren für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der TUHH und weit über deren Grenzen hinaus engagierte: Während dieser 49 Semester hatten mehr als 12.000 Studierende Kontakt mit Wolfgang Mackens - kaum Studierende, die ihn nicht kannten. Mackens erkannte, dass die Förderung junger Menschen im oft so ungeliebten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) viel früher ansetzen muss. So baute er über die Jahre ein umfangreiches Netzwerk zwischen Schulen, Hochschulen, Schulbehörde, Lehrern, Verbänden und Unternehmen auf, um Schülerinnen und Schüler schon frühzeitig zu erreichen und mit dem MINT-Fieber anzustecken, das für den technischen Fortschritt unserer Gesellschaft so entscheidend ist

Die von rund 60 Gästen (Kollegen aus TUHH und Universität Hamburg, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Studierende der TUHH sowie weitere Besucher aus verschiedenen Teilen des Landes) besuchte Feier war ein unterhaltsamer Streifzug durch das bisherige akademische Leben des Mathematikers Mackens, erzählt von langjährigen Wegbegleitern auf seinen Stationen in Hamburg, Münster, Bochum, Aachen und schließlich wieder Hamburg.

Prof. Wolf-Jürgen Beyn (Bielefeld) war Kommilitone von Mackens in Hamburg und wechselte mit ihm zur Promotion nach Münster. Unter dem Titel "Konturen" ging es um sogenannte operatorwertige Funktionentheorie mit allerlei Berührungspunkten zur Arbeit des Jubilars. Der nächste Vortrag kam von Mackens' Chef aus den Mitt-70ern in Bochum: Prof. Dietrich Braess, der über eine seiner berühmtesten Arbeiten sprach, das Braess-Paradoxon. Hier geht darum, dass die Öffnung einer zusätzlichen Straße zu einer nachweisbaren Verschlechterung des Verkehrsflusses führen kann: Albtraum und Alibi zugleich für alle Städteplaner.

Das kulturelle Highlight des Nachmittages war eine Neuauflage der Erlkönig-Ballade von Goethe als "LA-König" durch Prof. Jens Struckmeier von der Universität Hamburg, der sich auf seine Weise bei Wolfgang Mackens für die langjährige Zusammenarbeit an UHH und TUHH bedankte.

Nach der Kaffeepause trat Prof. Michael Schlüter (TUHH) hinter das Rednerpult. In seinem Vortrag ging es um die Rolle der Mathematik bei aktuellen Problemen der Verfahrenstechnik - eines der Gebiete, auf denen Mackens die meisten Abschlussarbeiten während der letzten 25 Jahre betreute.

Die letzten Vorträge kamen von zwei Kollegen aus den 80er-Jahren in Aachen: Prof. Harry Yserentant (TU Berlin) sprach über Mackens' Beiträge zur Quantenphysik, und der damalige Chef der beiden, Prof. Rolf Jeltsch (ETH Zürich), sprach über die Mathematik hinter der Wettervorhersage und über den Segen der Numerus-Clausus-Regelung, die Mackens seinerzeit davon abhielt, Medizin zu studieren.

Wie nicht anders zu erwarten, übernahm Mackens selbst das Schlusswort des Tages, in dem er seinen Freunden und Wegbegleitern dankte und die Runde mit Anekdoten zu den Vortragenden bereicherte.

Wer Prof. Mackens kennt - und das sind in und um Hamburg nicht wenige - der weiß, dass das Wort "Ruhestand" keine passende Beschreibung für die nun kommende Zeit sein wird. Auf die Frage, für wann er seinen diesjährigen Sommerurlaub plane, konnte er noch nicht antworten, da es bis zum Herbst keine nennenswerte Lücke in seinem Terminkalender gebe. Es sei dem Jubilar auch nicht leicht gefallen, die Organisation der Feier einmal den anderen zu überlassen, so berichtete Prof. Sabine Le Borne.

Wolfgang Mackens bleibt der TUHH als Koordinator des 2004 von ihm gegründeten Schullabors und als unermüdlicher Kämpfer für den wissenschaftlichen Nachwuchs erhalten - und das noch hoffentlich für viele Jahre.

Prof. Dr. Marko Lindner
Technische Universität Hamburg (TUHH)
Institut für Mathematik (E-10)
Schwarzenbergstraße 95 E, D-21073 Hamburg
fon: +49 40 42878-2918
fax: +49 40 42878-2696

lindner@tuhh.de

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Text: Prof. Dr. Marko Lindner


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