TUHH auf der Nortec 2014

Laser Zentrum Nord GmbH und das TUHH-Institut für Logistik und Unternehmensführung ziehen positive Bilanz

12.02.2014

Gute Stimmung auf der Nortec: Prof. Wolfgang Kersten (links)
Gute Stimmung auf der Nortec: Prof. Wolfgang Kersten (links) Foto: TUHH

"Die Nortec war für uns und die TUHH ein Riesenerfolg. Hundert Teilnehmer - vornehmlich Vertreter namhafter Industrieunternehmen, Zulieferanten und Maschinenbaufirmen - verfolgten unsere Auftaktveranstaltung mit Fachvorträgen zum 3D-Laserdrucken und anderen neuartigen Laserfüge- und -trennverfahren", sagt Prof. Dr.-Ing. Claus Emmelmann. Er ist Geschäftsführer der Laser Zentrum Nord GmbH /LZN, einem der Technischen Universität Hamburg zugeordneten Unternehmen. Im Zentrum der Expertenvorträge auf der Fachmesse für Produktion im Norden stand die Technik um den 3D-Druck, an dem derzeit niemand aus Bereichen wie der Luftfahrt-, der Medizintechnik- und der Automobilindustrie sowie Maschinenbau vorbeikommt. "Mit Hilfe des Laserfügens, insbesondere auch dem 3D-Druckverfahren, wird Gewicht eingespart. Autos, Flugzeuge und Schiffe werden wesentlich leichter, verbrauchen weniger Kraftstoff oder haben im Fall eines Kreuzfahrtschiffs weniger Tiefgang." Auch versprichtman sich in der Automobil- und Luftfahrtindustrie von den neuen Verfahren - die Metalle verzugsfrei schmelzen bzw. schweißen und beim Laserdrucken aus Metallpulver komplexe 3D-Bauteile wachsen lassen - sinkende Produktionskosten. Konzerne wie Airbus, Volkswagen, Daimler, BMW oder die Papenburger Meyer-Werft haben das Laser Zentrum Nord am Schleusengraben in Bergedorf bereits mit Projekten beauftragt, um mit Hilfe von Laser-Techniken ihre Produktionsprozesse weiterzuentwickeln. "Leichtbau heißt das Zauberwort", so Professor Emmelmann.

Ein ausgewählter Teilnehmerkreis war am zweiten Messetag zur Gründungsveranstaltung des Industriearbeitskreises Light Alliance in das Laser Zentrum Nord in Hamburg geladen. Professionelle Partner aus Industrie und Forschung wie die Hauni Maschinenbau AG, Lufthansa Technik, Airbus, VW und zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen nutzten die Gelegenheit der angebotenen Workshops und kreierten in dem für sie vorbereiteten Branchenfokus neuartige Produkte. Das LZN hatte drei Workshops vorbereitet, die sich mit unterschiedlichen branchenspezifischen Produkten beschäftigten. Die Luftfahrt mit der Patenschaft von Airbus kreierte ein 3D-Hybridbauteil, welches das 3D-Drucken von Titanwerkstoffen für definierte Lasten mit CFK-Strukturen kombiniert. Im 3D-Blechleichtbau wurde zusammen mit VW eine neuartige bionisch optimierte Blechleichtbaugruppe entwickelt, die durch verschiedene Laserverfahren leichter, kostengünstiger und schneller herstellbar wird. Hauni widmete sich mit dem LZN einem neuartigen Maschinenbauteil mit neuen Funktionalitäten durch das 3D-Drucken. Claus Emmelmann: “Diese Ideen werden wir in den kommenden zwei Jahren von der Konstruktion bis zu den Fabrikstrukturen risikolos für einen Einsatz der neuen Technologien im Unternehmen analysieren." Damit hat nicht zuletzt der Workshop dazu beigetragen, dass der neu gegründete "Industriearbeitskreis Light Alliance" mit großem Erfolg gegründet werden konnte. "Ein großartiges Ergebnis, dass uns in unserer Arbeit bestärkt."

Die Entwicklung neuer Produkte im 3D-Laserdruckverfahren standen im Fokus des Workshops im LZN  
Die Entwicklung neuer Produkte im 3D-Laserdruckverfahren standen im Fokus des Workshops im LZN  Foto: LZN

Das Institut für Logistik und Unternehmensführung/LogU (http://www.logu.tuhh.de) der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH, http://www.tuhh.de) führte gemeinsam mit der Region Hamburg/Schleswig-Holstein des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME, http://www.bme.de) das NORTEC Symposium Einkauf und Logistik durch.

Unter dem Thema "Chancen, Risiken und Trends für den Einkauf der Zukunft" entwickelten sich unter den 65 Teilnehmern (Leiter von Unternehmenseinkaufsabteilungen, Logistikexperten und Akademiker) spannende Diskussionen; insbesondere Supply Chain Risiko Management und nachhaltige Entwicklung von Unternehmen waren Inhalt der Gespräche.

Gastgeber und Institutsleiter Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Kersten begrüßte auch fünf Referenten aus Praxis und Wissenschaft und führte die Teilnehmer anschließend nicht nur durch die Veranstaltung. In seinem Vortrag „Supply Chain Risk Management wirksam implementieren“ stellte der Wissenschaftler hochgradig relevante, aktuelle Forschungsprojekte (Bewertung von Komplexitätskosten in Logistiksystemen (BeKoLog), Nachhaltiges Rampenmanagment (NaRama), Durchsetzung von ökologischen Standards in Stückgutkooperationen (Ökostar), sowie Situationsadäquaten Implementierung eines Supply Chain Risk Managements (SitRisk)) vor.

"Ideen für den Einkauf der Zukunft - Wohin entwickelt sich der Einkauf?" fragte zur Einführung Prof. Dr.-Ing. Michael Höbig von der Putz & Partner Unternehmensberatung AG und lud ein zu einem Ausblick in die Welt des Einkaufs im Jahr 2025. Trends für das Jahr 2015 ließen sich direkt im Anschluss aus den Benchmarks im Vortrag "TOP-Kennzahlen 2013: Leistungsbarometer für den Einkauf" ableiten; Evgenia Gavrina von den BME Benchmark-Services zeigte hier die Entwicklung seit 2007.

Warum für eine wirksame Implementierung von Supply Chain Risk Management auch Verträge ein Erfolgsfaktor sind, erläuterte Rechtsanwalt und Autor Dr. Jan Bohnstedt, mit einem Hinweis auf Chancen, welche durch unzureichende Verträge vergeben werden.

Einkaufspartnerschaften und die damit einhergehenden Möglichkeiten der Lieferantenentwicklung beleuchtete Hennig Osterkamp, Seniorberater bei Lischke Consulting. Abgerundet wurde der Themenbereich Partnerschaften und das Programm durch Prof. Dr. Tobias Held vom Department Maschinenbau und Produktion der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern sehr positiv bewertet und der Hamburg Messe und Congress GmbH unterstützt. Die Vorträge aller Referenten stehen online unter http://www.logu.tuhh.de/nortec2014 zur Verfügung. Im Rahmen der Nortec 2016, da waren sich Veranstalter und Teilnehmer einig, wird dieses Symposium wieder angeboten.


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