Vom Studenten zum Professor

Friedrich Wirz kehrt an die TUHH zurück und zeichnet verantwortlich für die neue Arbeitsgruppe "Schiffsmaschinenbau"

01.10.2013

Dr.-Ing. Friedrich Wirz.
Dr.-Ing. Friedrich Wirz. Foto: Martina Brinkmann/TUHH

Vor vier Jahren verließ der Maschinenbauer Friedrich Wirz als promovierter Diplom-Ingenieur die Technische Universität Hamburg. Nach Jahren des Studiums und der wissenschaftlichen Arbeit zog es den jungen Mann in die Industrie. Nun kehrt er zurück auf den Campus. Erst 33 Jahre jung, ist er just zum Professor berufen worden und folgt dem pensionierten Prof. Dr.-Ing. Horst Rulfs, der fast 29 Jahre lang als Schiffmaschinenexperte im Institut für Energietechnik (Bereich Schiffsmaschinen) wirkte. Wirz seinerseits zeichnet verantwortlich für die neue Arbeitsgruppe "Schiffsmaschinenbau" und hat ein Büro in der Nachbarschaft der Schiffbau-Institute an der TUHH bezogen. Wirz: "Konzentrieren möchte ich mich auf die Entwicklung von Gasantrieben für Schiffe."
Damit trifft er den Nerv der Zeit, denn zunehmend gerät der Schiffsverkehr weltweit wegen seiner Emissionen in die Kritik. So stammt in Hafenstädten wie Hamburg, Bremen oder Rotterdam ein Teil der Luftbelastung aus Schiffsdieseln. "Mit dem Einsatz von Erdgas als Kraftstoff ließe sich des Problems Herr werden", sagt Wirz, "noch aber steckt der Gasantrieb auf Schiffen in den Kinderschuhen, was den Vorteil hat, dass wir in großen Schritten forschen können." Wirz ist überzeugt, dass Gasmotoren im Schiffsverkehr ihren Siegeszug antreten werden. Zu seiner Einheit gehört ein überaus aufwendiger Motorenprüfstand. Dabei handelt es sich um einen Einzylinder-Forschungsmotor, den der junge Professor mittelfristig plant, als Gasprüfstand umzurüsten. "Darüber hinaus gehören aus meiner Sicht zum Schiffsmaschinenbau neben dem Motor auch weitere Ausrüstungskomponenten wie etwa Winden und Rudermaschinen. Diese möchte ich mehr als bisher in Lehre und Forschung einbeziehen", so der Professor.

Den Blick für das Gas als Schiffskraftstoff entwickelte der dreifache Familienvater während seiner Industrietätigkeit im Anschluss an die Promotion. Zwei Jahre lang verdiente sich der gebürtige Hamburger bei MAN Diesel & Turbo SE (Societas Europaea) mit Sitz in Augsburg, einem Anbieter von Großdieselmotoren und Turbomaschinen für maritime und stationäre Anwendungen. Dort war er tätig in der Marienesystementwicklung mit den Schwerpunkten Gassysteme und Schiffsantriebsanlagen. 2012 kehrte Wirz zurück in den Norden. Der in Uetersen ansässige Schiffbau-Zulieferer Hatlapa wurde sein Arbeitgeber. Die maritime Branche hatte es ihm angetan und Wirz profilierte sich als Leiter der neuen Konstruktionsgruppe Antriebs- und Steuerungstechnik in den Disziplinen Elektrik und Hydraulik. Der Maschinenbauer füllte die neu geschaffene Gruppe mit Leben. Mitte des Jahres dann stolperte er über das Stellenangebot für eine Professur für Schiffsmaschinenbau an der TUHH und landete wieder in Harburg.

Das Starten und Landen ist für den begeisterten Sportflieger eine der leichtesten Übungen. Noch als wissenschaftlicher Mitarbeiter hatte Friedrich Wirz aus seinem Sportflugzeug heraus Luftaufnahmen von dem TUHH-Gelände gemacht. Darüber hinaus berichtete er über Jahre als "Staupilot Steve" live aus dem Hamburger Luftraum für Hörer eines Hamburger Privatsenders. Mittlerweile haben Beruf und Familie die einst geliebte Fliegerei auf die Plätze verwiesen. Überdauert hat indes die Leidenschaft fürs Klavierspielen. Am Klavier gelingt dem musikalischen Ingenieur der spielerische Ausgleich zur schwergewichtigen Disziplin des Schiffsmaschinenbaus.


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