Nach 169 Jahren Zeitungsgeschichte

Die letzte Ausgabe der Harburger Anzeigen und Nachrichten

30.09.2013

TUHH-Präsident Prof. Garabed Antranikian.
TUHH-Präsident Prof. Garabed Antranikian. Foto: TUHH

Mit großem Bedauern nehmen wir Harburger heute zur Kenntnis, dass mit der heutigen Ausgabe der Harburger Anzeigen und Nachrichten eine publizistische Stimme des Stadtteils, eine wichtige Informationsquelle und ein Hort der Nahraum-Kommunikation mit einer letzten Ausgabe erscheint. Damit nimmt das mediale Angebot für die Harburger und das Umland ab.

Die TUHH verliert einen gleichermaßen offenen wie kritischen Begleiter seiner Geschichte. 35 Jahre lang hat die HAN über uns berichtet. Alles in allem war sie auch für uns ein Sprachrohr, ein Mittler und manchmal auch mahnender Kritiker. Man bezog sich in politischen Diskussionen auf ihre Berichterstattung. Und ihre Kommentare lieferten Stoff für Zustimmung und Widerspruch. Im besten Sinne erfüllte die HAN eine wichtige Aufgabe eines Wächters und Beobachters. Sie war immer nah am Geschehen und gerade deshalb auch ein Brückenbauer über die Elbe von Süd nach Nord. Die TUHH wird nicht vergessen, dass hinter dieser Tageszeitung immer Menschen standen: Redakteure, Journalisten, Fotoreporter. Wir erlebten gemeinsam die Zeiten des Aufbaus unserer Technischen Universität und manche großartigen Erlebnisse wie zum Beispiel die Einweihungen neuer Gebäude oder besondere wissenschaftliche Erfolge. Gerade in der Vorbereitung von Jubiläen oder bei der Würdigung wichtiger Personen, die mit der TUHH verbunden sind, haben wir immer wieder das Archiv der HAN bemüht, um zu schauen, wie es damals war. Auch in diesem historischen Kontext ist die Einstellung der HAN ein Verlust. Es ist bedauerlich, dass in diesen schwierigen Zeiten des Umbruchs in der publizistischen Landschaft die Printausgaben der Tageszeitungen einen so schweren Stand haben, dass der wirtschaftliche Betrieb oftmals nicht mehr gesichert ist. Umso bedauerlicher, dass damit nicht nur eine Stimme verstummt, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor in Harburg verschwindet und damit auch Arbeitsplätze. Die HAN wird uns, wird der TUHH fehlen.

Garabed Antranikian, Präsident der TUHH


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