TUHH kooperiert mit dem Carl-von-Ossietzky-Gymnasium

Das erfolgreiche Kooperationsmodell der Technischen Universität Hamburg mit Schulen fördert das Interesse der Schüler an Naturwissenschaften und Technik

04.04.2013

Die 48. Schulkooperation zwischen der TUHH und dem Carl von Ossietzky-Gymnasium ist besiegelt. Zur Vertragsunterzeichung trafen sich (v.r.): Dr. Astrid Mutzel , Thorsten Kirchhoff und Dr. Frank Möbius vom CvO-Gym., Prof. Garabed Antranikian, Schulleiter Dominik Teckentrup, Prof. Andreas Timm-Giel sowie die Schüler Jan Goldregen und Nichloas Breitkreuz  
Die 48. Schulkooperation zwischen der TUHH und dem Carl von Ossietzky-Gymnasium ist besiegelt. Zur Vertragsunterzeichung trafen sich (v.r.): Dr. Astrid Mutzel , Thorsten Kirchhoff und Dr. Frank Möbius vom CvO-Gym., Prof. Garabed Antranikian, Schulleiter Dominik Teckentrup, Prof. Andreas Timm-Giel sowie die Schüler Jan Goldregen und Nichloas Breitkreuz  Foto: TUHH/Brinkmann

Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium Hamburg ist die 48. Kooperationsschule der Technischen Universität Hamburg. Den Vertrag unterzeichneten unlängst TUHH-Präsident Professor Garabed Antranikian und CvO-Schulleiter Dominik Teckentrup. "Wir freuen uns darüber, das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in den Kreis unserer Kooperationspartner aufnehmen zu können", begrüßte Professor Antranikian die aus Hamburg-Poppenbüttel angereisten Gäste.

Seitens der Technischen Universität Hamburg begleitet die Kooperation in den kommenden drei Jahren Professor Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel. Der studierte Elektro- und Kommunikationstechniker leitet seit 2010 den Lehrstuhl Kommunikationsnetze sowie das gleichnamige Institut an der TUHH. "Die Chemie zwischen Professor Timm-Giel und uns stimmt", kommentierte Dr. Frank Möbius, Physiklehrer am CvO-Gymnasium, den derzeitigen Status quo. "Das gilt ebenso für die Physik", fügte einer der anwesenden Gäste hinzu. Prof. Timm-Giel hat bereits die Schule in Poppenbüttel besucht und dort einen Vortrag über spannende Forschungsthemen und das Berufsbild des Ingenieurs gehalten. TUHH-Professor Wolfgang Mackens organisiert zudem einen Förder-/Vorbereitungskurs Mathematik zur Vorbereitung für das Studium und die TU-Beteiligten diskutieren mit den Lehrkräften derzeit ein Projekt mit drahtlosen Sensornetzen.

Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium ist insofern eine besondere Schule, als dass sie eigene Ansätze für eine Individualisierung entwickelt hat und neue Wege geht. "Wir haben alle Stunden um fünf Minuten verkürzt und investieren die dadurch gewonnene Zeit in Trainings- und Forscherkurse für die Schüler", erklärt Schulleiter Teckentrup. "Wir wollen unsere Schüler von der Mittelstufe an intensiver an die Naturwissenschaften heranführen", sagte Dr. Möbius, der selbst an der TUHH studierte und promovierte. Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es Forscherkurse am CvO-Gymnasium, die Schülerinnen und Schüler aus einem Angebot von verschiedenen Fächern wählen. Sie arbeiten einmal wöchentlich in einer Doppelstunde selbständig an einer Aufgabe oder einem Projekt. Dies kann eine historische Untersuchung, ein Filmprojekt oder ein naturwissenschaftliches Experiment sein.

Damit die Jungforscher ohne Zensurendruck forschen und sich ausprobieren können, werden die Kurse nicht benotet. Allerdings gibt es im Zeugnis einen individuellen Teilnahmenachweis. "Dieser bewertungsfreie Raum unterstützt selbständiges und freies Arbeiten. Den Schülerinnen und Schüler können ohne den üblichen Notendruck die MINT-Fächer für sich entdecken", so Schulleiter Teckentrup.

Erstmalig verfolgten neben Schulleitung und Fachlehrern auch Schüler der Oberstufe die Vertragsunterzeichnung zwischen TUHH und Schule. Die Zwölftklässler Jan Stoffregen und Nicholas Breitkreuz sowie weitere neun Schüler und eine Schülerin haben sich für das Physikprofil am CvO-Gymnasium entschieden.

Positives hinsichtlich des Frauenanteils unter den TUHH-Studierenden - der immerhin fast 25 Prozent bei den Studienanfängern des Wintersemesters 2012/13 beträgt- vermeldete Professor Antranikian:"Der Frauenanteil unserer Studierenden in den Bachelor-Studiengängen entwickelt sich erfreulich." Verantwortlich für die Angebote der TUHH an die Kooperationsschulen ist Dr. Astrid Mutzel, die von Beginn an den Aufbau dieser Kooperationen inhaltlich begleitet hat.

"Durch den Vertrag schaffen wir eine grundlegende Verbindlichkeit. Es gibt in der Ausgestaltung der Kooperation jedoch viel Spielraum, den das CvO Gymnasium in den nächsten Jahren sicher gut nutzen wird", so Dr. Mutzel.

Neben Materialien für den Unterricht, die Technische Universität Hamburg auf dem Campus unter anderem Kurse für begabte Schüler oder Förderung speziell für Mädchen. Auch vermittelt Astrid Mutzel Gespräche mit Hochschulabsolventen, die Einführung in die Bibliothek der TUHH und informiert zur Studienorientierung.

Info:

Knapp 17 Prozent aller erwerbstätigen Ingenieure in Deutschland sind weiblich. Auch innerhalb der Ingenieurwissenschaften zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Fachgruppen. Das klassische Frauenfach ist immer noch Architektur mit einer Frauenquote unter den Erwerbstätigen von über einem Drittel. Anteilig die wenigsten Frauen wählen hingegen ein Maschinenbau- oder Elektroingenieurstudium, wo die Frauenquoten unter zehn Prozent liegen. Die Gründe für die geringe Zahl von Ingenieurinnen sind vielschichtig und reichen von einer
 bei weiblichen Schülern bereits deutlich schwächer ausgeprägten Schwerpunktwahl mathematischer, technischer oder naturwissenschaftlicher Schulfächer über ein als maskulin wahrgenommenes Image des Ingenieurberufs ... (Quelle: VDI 2012: Ingenieure auf einen Blick). Positiv hingegen entwickelt sich der Frauenanteil der TUHH-Studierenden in den Bachelor-Studiengängen. Bei den Erstsemestern im WS 2012/13 in den Allgemeinen Ingenieurwissenschaften sind Studentinnen mit 30 Prozent vertreten (18,5 Prozent in 2011/2012), 33 Prozent sind es im Studiengang General Engineering Science (11,8 Prozent), über 40 Prozent (37,9 Prozent) weibliche Studierende zählt das Bau- und Umweltingenieurwesen und 56 Prozent die Bioverfahrenstechnik (27 Prozent).


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