Die Charakteristika einer Klei-Probe

Ausbildungswege an der TUHH

11.03.2013

Mithilfe des Triaxialversuches kann Marius Kuyken die Bodenprobe auf ihre Festigkeit untersuchen.
Mithilfe des Triaxialversuches kann Marius Kuyken die Bodenprobe auf ihre Festigkeit untersuchen. Foto: El Jobeili

Im mechanischen Forschungslabor des Instituts für Geotechnik und Baubetrieb soll Marius Kuyken eine Klei-Probe auf ihre Festigkeit untersuchen. Dabei hüllt er die lehmfarbige Bodenprobe in eine Gummimembran, die er in die Versuchszelle aus Plexiglas einbaut. Da die Klei-Probe im nächsten Schritt in einen insitu-Spannungszustand gebracht werden soll - also, die Probe unter Bedingungen gesetzt wird, die denen im Boden einer bestimmten Tiefe entsprechen - zieht Marius die Muttern der Zelle fest, um sie dicht zu machen. Mithilfe von Wasser setzt er nun die Probe in einen Spannungszustand von 800 kPa (Kilopascal). Dabei schiebt sich der Klei zusammen und gibt schließlich unter der erzeugten Last nach. Die dabei gemessene Kraft und der Weg geben Marius Auskunft über die Festigkeit des Kleis.

Seit Januar ist Marius Kuyken ausgebildeter Baustoffprüfer am Institut für Geotechnik und Baubetrieb der Technischen Universität Hamburg. Der zweite, der bisher im mechanischen Forschungslabor unter der Leitung von Diplom-Geologin Ingrun Albrecht erfolgreich ausgebildet wurde. Die Aufgabenbereiche des Labors teilen sich in zwei Hälften. Auf der einen Seite werden Versuche für Doktoranden betreut und durchgeführt. "Die andere Hälfte speist sich aus Projekten, die durch externe Ingenieurbüros an uns herangetragen werden", erklärt sie. Dabei handelt es sich ausschließlich um ein rein physikalisch-mechanisches Betrachten.

Seit 2007 bildet das Institut für Geotechnik und Baubetrieb Baustoffprüfer aus. Drei Jahre dauert die Ausbildung an der TUHH, die sich in drei Teilbereiche gliedert: Boden, Beton und Asphalt. "Wir können allerdings nur Leute ausbilden, die ihren Schwerpunkt im Bereich Boden/Geotechnik haben möchten", erklärt Ingrun Albrecht. Die beiden anderen Teilbereiche werden bei Partnern gelehrt, wie in Marius‘ Fall zum Beispiel an der Hafencity Universität. Als Baustoffprüfer ist er in erster Linie für die Qualitätskontrolle von Baustoffen zuständig. Wurde beispielsweise eine Straße gebaut, muss Marius Kuyken überprüfen, ob das gewünschte Material verbaut und die erforderliche Dichte erreicht wurde. Hierfür stehen ihm verschiedene genormte Versuche zur Verfügung, die im Rahmen der Ausbildung vermittelt werden. Neben der reinen Labortätigkeit, wird Marius auch Vorort eingesetzt, wenn beispielsweise Proben entnommen werden müssen. "Aber genauso kümmere ich mich auch um die Herstellung des Mörtels, der hinterher weiterverarbeitet wird", erklärt Marius Kuyken seinen Aufgabenbereich.

Neben der Ausbildung zum Baustoffprüfer, die aktuell zum dritten Mal ausgeschrieben ist, hat das Institut für Geotechnik und Baubetrieb eine weitere Ausbildungsmöglichkeit als Elektroniker für Geräte und Systeme mit dem Einsatzgebiet Mess- und Prüftechnik eingeführt. "Wir haben festgestellt, dass das eine gute Sache ist", sagt die Geologin begeistert. "Wir haben die Zeit dafür und außerdem auch nur positive Erfahrungen gemacht. Deshalb wollen wir in diesem Bereich nun auch eine Ausbildung anbieten", erklärt sie. Um überhaupt ausbilden zu dürfen, mussten Ingrun Albrecht und ihr Kollege Diplom-Ingenieur Marek Banduch selbst zwei Wochen die Schulbank drücken: " Das müssen alle machen, die zum Beispiel keinen Meister haben", erklärt Albrecht.

Auch in anderen Bereichen der Technischen Universität wird ausgebildet. Beispielhaft sind dabei vor allem die Bibliothek der TUHH sowie das Rechenzentrum, die jedes Jahr eine Ausbildungsstelle anbieten. Allein das Rechenzentrum bildet aktuell elf Azubis in vier verschiedenen Berufen aus und am Institut für Logistik und Unternehmensführung werden derzeitig zwei Azubis zur Kauffrau für Bürokommunikation ausgebildet.

Marius Kuyken ist mit seiner Ausbildung an der Technischen Universität sehr zufrieden: "Besonders hat mir das Umfeld hier gefallen. Die Kollegen, das gute Arbeitsklima. Das hat man auch nicht überall."


TUHH - Pressestelle
Sarah El Jobeili
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