Abschlussveranstaltung des Landesexzellenzclusters SynBio in Harburg

TUHH-Prof. Dr. An-Ping Zeng zieht eine positive Bilanz des dreieinhalb Jahre dauernden Projekts

06.12.2012

Teilnehmer des Workshops (von links): Prof. Ping Wang (University of Minnesota), Prof. Bao-Lian Su (University of Namur and University of Cambridge), Dr. Inés Ardao (Université catholique de Louvain), Prof. Man Bock Gu (Korea University Seoul), Prof. Michael C. Jewett (Northwestern University) und Prof. An-Ping Zeng
Teilnehmer des Workshops (von links): Prof. Ping Wang (University of Minnesota), Prof. Bao-Lian Su (University of Namur and University of Cambridge), Dr. Inés Ardao (Université catholique de Louvain), Prof. Man Bock Gu (Korea University Seoul), Prof. Michael C. Jewett (Northwestern University) und Prof. An-Ping Zeng
Foto: TUHH/Jupitz

Das Hamburger Landesexzellenzcluster (LEXI) "Fundamentals for Synthetic Biological Systems" organisiert in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (DECHEMA) von Donnerstag bis Freitag (6./7. Dezember) den "International Workshop on New and Synthetic Bioproduction Systems" in Harburg. International renommierte Wissenschaftler auf den Gebieten der Synthetischen Biologie (SynBio) und zellfreien Biotechnologie sind eingeladen, über aktuelle Entwicklungen zu berichten. Ebenfalls beteiligt sind Experten der Technischen Universität Hamburg.

Der Workshop ist zugleich die Abschlussveranstaltung des LEXI-Clusters SynBio. Die Ergebnisse des Clusters werden einem internationalen Publikum vorgestellt. Mehr als 70 Wissenschaftler aus Deutschland und dem Ausland werden an dem Workshop teilnehmen. Eröffnet wird die Veranstaltung von TUHH-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Garabed Antranikian. Als Chairman führt durch das Programm am Donnerstag der Koordinator des Clusters, Prof. Dr. An-Ping Zeng. Der Bioverfahrenstechniker leitet an der TUHH das Institut für Bioprozesse und Biosystemtechnik und ist zugleich Vorsitzender des temporären DECHEMA-Arbeitskreises "Neue Bioproduktionssysteme".

Dreieinhalb Jahre arbeitete in Hamburg ein Team mit 25 Wissenschaftler in dem LEXI-Cluster SynBio; darunter 16 Forscher der Technischen Universität Hamburg neben Wissenschaftlern der Universität Hamburg und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie am Deutschen Elektronen-Synchroton (Desy). Gefördert wurde das Projekt mit jährlich rund einer Millionen Euro. Die von der TUHH beteiligten Forscher sind Prof. Dr. Garabed Antranikian, Prof. Dr. An-Ping Zeng, Prof. Dr. Andreas Liese, Prof. Dr.-Ing. Irina Smirnova, Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller, Prof. Dr.-Ing. Heinz Herwig, Dr. Lutz Hilterhaus sowie neun Doktoranden.

Das Forschertam des Hamburger Landesexzellenzclusters "Fundamentals for Synthetic Biologicals Systems"
Das Forschertam des Hamburger Landesexzellenzclusters "Fundamentals for Synthetic Biologicals Systems"
Foto: TUHH/Jupitz

Ziel des nunmehr abgeschlossenen Projekts war einerseits die Erarbeitung von Grundlagen für einen integrierten Einsatz von Biomolekülen (Proteinen), nanostrukturierten Materialien und Mikrosystemen. Andererseits verfolgt das Cluster in die Entwicklung neuer, synthetischer Stoffwechselprozesse für die biotechnologische Produktion neuartiger Werkstoffe oder regenerativer Energieträger. Vorangetrieben wird beispielsweise die Herstellung von Wasserstoff (H₂) aus Biomasse für den Antrieb von Autos sowie die Produktion von chemischen Monomeren für Polyester und Autolacken aus Abfall.

"Die Verknüpfung von Chemie, Biologie und Ingenieurwissenschaften in diesem Cluster war einzigartig", resümiert der Koordinator des Clusters, Prof. Dr. An-Ping Zeng. Zum Abschluss des Clusters zieht der Wissenschaftler Bilanz: " Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit haben wir völlig neue Wege für die Entwicklung von kontrollierten mehrstufigen Bioreaktionen in Mikrostrukturen und an der Oberfläche von Nanomaterialien eröffnet. Neben zahlreihen gemeinsamen Publikationen in renommierten Zeitschriften sind die Ergebnisse direkt in die Entwicklung von neuen Bioprozessen, zum Beispiel zur Produktion von 1,3-Propandial, einem grünen Grundstoff für Textilien und Teppiche, eingeflossen. Ferner sind aus dem Cluster eine Reihe von neuen Drittmittelforschungsprojekten entstanden. So wird am Institut für Bioprozess- und Biosystemtechnik der TUHH ab Januar 2013 eine Nachwuchsgruppe "Multiskalige Modellierung und Design von Multienzymkomplexen" für vier Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des BMBF-Forschungsprogramms "Basistechnologien für die nächste Generation biotechnologischer Verfahren" finanziert.

Einhergehend mit der wissenschaftlichen Beteiligung der Technischen Universität Hamburg an dem Landesexzellenzcluster hat sich in Hochschule ein neues Forschungsfeld an der Schnittstelle der Bio- und Ingenieurwissenschaften etabliert. Es könnte die Biotechnologie und die Life Sciences insgesamt revolutionieren. Die beteiligten Forscher gehen davon aus, dass dieses neue Forschungsgebiet der Synthetischen Biologie in seiner Bedeutung vergleichbar ist mit der Entwicklung der Halbleitertechnik für die Elektro- und Informationstechnologie.

Informationen zu Exzellenzcluster:
Forschungscluster sind regionale Forschungsverbünde, die die vorhandene Expertise zu einem (größeren) Forschungsthema bündeln. In den Clustern arbeiten alle für das Thema relevanten Einrichtungen und Wissenschaftler/innen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen, um aktuelle und komplexe wissenschaftliche Fragestellungen zu untersuchen. Solche Themenstellungen erfordern in der Regel eine interdisziplinäre oder disziplinenübergreifende Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedenen Fachrichtungen, z.T. auch eine Einbeziehung der Industrie. Die beteiligten Wissenschaftler müssen ausgewiesene Experten ihres Fachgebietes sein und das Cluster muss sich erfolgreich einer Begutachtung im Wettbewerb unterziehen, damit es als ein Exzellenzcluster anerkannt wird. (Quelle: http://wissenschaft.hamburg.de/exzellenz-wissenschaft/)

Siehe auch: http://www.tu-harburg.de/synbio


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