Politiker aus Berlin beim 3. Parlamentarischen Abend an der TUHH

15.11.2012

TUHH-Präsident Garabed Antranikian mit Krista Sager (rechts), Grüne-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Hamburger Wissenschaftssenatorin, sowie Birgit Stöver, CDU, (links) und Dr. Eva Gümpel (GAL) aus der Hamburgischen Bürgerschaft.
TUHH-Präsident Garabed Antranikian mit Krista Sager (rechts), Grüne-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Hamburger Wissenschaftssenatorin, sowie Birgit Stöver, CDU, (links) und Dr. Eva Gümpel (GAL) aus der Hamburgischen Bürgerschaft.
Foto: TUHH/Jupitz

Polit-Prominenz aus Berlin ist gestern Abend Gast des dritten Parlamentarischen Abends an der TUHH gewesen. Mit Krista Sager (GAL) und Ingo Egloff (SPD) nahmen außer einer Vielzahl an Politikern aus der Hamburgischen Bürgerschaft sowie der Bezirksversammlung Harburg erstmals auch zwei Vertreter des Deutschen Bundestages an dieser jährlichen Veranstaltung teil, deren Ziel die Förderung des Dialogs zwischen Politik und Wissenschaft ist. Zu Beginn des geselligen Abends in der Lounge des Studentischen Lern-und Kommunikationszentrums stellte Uni-Präsident Professor Garabed Antranikian den Gästen die TU der Hansestadt kurz vor und zeigte dabei auch die von ihm gesetzten neuen Schwerpunkte in Forschung und Lehre auf. Seiner Begrüßung folgten unter dem Motto "Verständliche Wissenschaft" kurzweilige Beiträge von Vertretern und Vertreterinnen des akademischen Mittelbaus. So erhielten die Gäste einen kleinen Einblick in die Forschung an der TUHH, speziell in den von TUHH-Präsident Antranikian ausgerufenen Kompetenzfeldern. Im Anschluss daran begann der zweite Teil des Abends mit Gesprächen zwischen Politik und Wissenschaft.

Zum Auftakt der kleinen Vortragsreihe sprach Wiebke Saß. Die Diplomphysikerin am Institut für Mikrosystemtechnik stellte ein aus drei Teilen bestehendes mobiles Analysegerät zur Therapie und Heilung chronischer Mittelohrentzündungen vor. Die Doktorandin - Doktorvater ist Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller - wird ihre Forschung auf diesem Gebiet im TUHH-Kompetenzfeld Life Science Technologies auch nach Abschluss ihrer Promotion in drei Wochen als Postdoc fortsetzen. Die Grundlagen für die industrielle Herstellung dieser neuen Geräte in der Medizintechnik erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Bundeswehrkrankenhauses Hamburg. Die Forschungsarbeit verlangt Wissen und Zusammenarbeit mit Ärzten, Elektrotechnikern, Bioverfahrenstechnikern und ist ein Beispiel mehr für die interdisziplinäre Arbeit an der TUHH.

Die Vortragenden in Aktion: Jan Grymlas (im Uhrzeigersinn), Julia Hobohm, Wiebke Saß und Matthias Mecklenburg
Die Vortragenden in Aktion: Jan Grymlas (im Uhrzeigersinn), Julia Hobohm, Wiebke Saß und Matthias Mecklenburg
Foto: TUHH/Jupitz

Handyklingeltöne und Schreddergeräusche waren während des Vortrages von Doktorandin Julia Hobohm zu hören. Die Mitarbeiterin am Institut für Energiewirtschaft und Umwelttechnik promoviert bei Prof. Dr.-Ing. Kerstin Kuchta über Prozesse zur Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen aus Abfällen. Konkret geht es bei dieser Forschung im TUHH-Kompetenzfeld "Green Technologies" um das für die Elektrobranche wichtige so genannte Seltenerdmetall, das bislang beim Recycling verloren geht. Julia Hobohm schafft mit ihrer Doktorarbeit die verfahrenstechnischen Voraussetzungen für den Bau entsprechender Anlagen zur Rückgewinnung dieses kostbaren und als Rohstoff nur in China vorhandenen Metalls.

Im TUHH-Kompetenzfeld Maritime and Aviation Systems bewegt sich die Forschung von Jan Grymlas. Der Ingenieur promoviert am Institut für Flugzeugsystemtechnik bei Prof. Dr.-Ing. Frank Thielecke und brachte aus Finkenwerder, dem Sitz der TUHH-Dependance in Nachbarschaft zum Flugzeughersteller Airbus, außer Technik auch Requisiten aus der Natur mit. So verglich er die Vielzahl der Produkte eines Apfelbaums mit seinen Früchten, Zweigen, Blättern und der Sauerstoffproduktion mit denen einer Brennstoffzelle, die außer Strom auch Wärme, Gas, Wasser produziert. Grymlas Aufgabe besteht in der Entwicklung eines diese Vielfalt der Produkte integrierenden Regelungssystems, das im Rahmen der virtuellen Integration mit den Systemmodellen verschaltet und simuliert wird. Dieses Vorgehen ermöglicht es, das Verhalten des Gesamtsystems inklusive komplexer Kopplungseffekte in einem virtuellen Flugversuch zu analysieren.

Der leichteste Werkstoff der Welt, den Matthias Mecklenburg 2010 an der TUHH entdeckt hatte und der mit Wissenschaftlern aus Kiel weiterentwickelt wurde, stand im Zentrum des vierten und letzten Beitrags, das zugleich ein Beispiel ist für die Grundlagenforschung an der TUHH. Der Doktorand am Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe promoviert bei Prof. Karl Schulte über Wege, größere Mengen des Aerographits herzustellen. Denn bisher kann das großartige Material, das wegen seiner Sekundäreigenschaften - es ist elektrisch leitfähig, stabil und doch verformbar, undurchsichtig - ein gewaltiges Potenzial für verschiedene Anwendungen verspricht, nur in der maximalen Größe einer Fingerkuppe hergestellt werden. Die Forschungsarbeit erfolgt in dem an der TUHH angesiedelten Sonderforschungsbereich "Maßgeschneiderte multiskalige Materialsysteme".


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