TUHH eröffnet am 16. Oktober das Zentrum für Lehre und Lernen

E-Learning

11.10.2012

Schiffbaustudentin Melina Eichwald zeichnete im vergangenen Semester zahlreiche Grundvorlesungen aus dem mechanischem Bereich auf. Studierende können die Aufzeichungen zur Prüfungsvorbereitung nutzen
Schiffbaustudentin Melina Eichwald zeichnete im vergangenen Semester zahlreiche Grundvorlesungen aus dem mechanischem Bereich auf. Studierende können die Aufzeichungen zur Prüfungsvorbereitung nutzen
Foto: TUHH/Brinkmann

Eine vierteilige Serie möchte bereits vor der Eröffnung den Appetit für ein sich veränderndes Lehren und Lernen an der TU wecken. Die einzelnen Serienteile widmen sich dem Lernen allgemein, beschreiben das Leitziel des ZLL im Besonderen sowie neue Elemente, die zukünftig vermehrt Lehrveranstaltungen flankieren werden.

Teil 3 - E-Learning: Der Einsatz elektronischer Medien verbessert Vorlesungen und motiviert Studierende, aktiver und nachhaltiger zu lernen

Für viele Studierende gilt: Es wird zu viel gepaukt und zu wenig nachgedacht. Was also muss sich ändern, damit der akademische Nachwuchs tatsächlich gut qualifiziert von der Uni kommt? Das Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) an der Technischen Universität Hamburg setzt unter anderem auf E-Learning - den Einsatz von elektronischen Lernmedien und dem Internet. "Die Möglichkeiten mit Hilfe der elektronischen Lernmedien und des Internets Präsenzveranstaltungen wie Vorlesungen zu verbessern sind vielfältig", sagt Prof. Dr. Sönke Knutzen, Vizepräsident Lehre und Mitglied der ZLL-Leitung.

Auf vielfachen Wunsch und unter Beteiligung der Studierenden hat die TU im vergangenen Semester ein Aufzeichnungssystem für Vorlesungen angeschafft. Studierende nutzen die Videos zur Nachbereitung der Vorlesung und vor allem zur Vorbereitung auf die Prüfungen am Semesterende. Der bisher größte Vorteil der Aufzeichnungen besteht darin, dass Studierende nach der Lehrveranstaltung zu Hause per Videostreaming Vorlesungsinhalte nachhören können und nicht länger auf unvollkommene Mitschriften angewiesen sind.

"Hilfreiche wäre es, wenn diese Vorlesungsaufzeichnungen mit Übungen erweitert würden, damit die Studierenden sich aktiv mit dem Stoff auseinandersetzten. Durch die Entwicklung gibt es viele Möglichkeiten, wie Studierende auch gemeinsam Aufgaben bewältigen können. Für Professoren und Dozenten bliebe durch den vermehrten Einsatz von E-Learning letztlich mehr Zeit, sich um die persönliche Betreuung der Studierenden zu kümmern", so Knutzen.

Ein weiteres Mittel, Vorlesungen zu bereichern seien die Techniken der Visualisierung und Simulation. "Überall dort, wo komplexere Objekte wie beispielsweise Schiffe oder Windkraftanlagen in den Mittelpunkt einer Vorlesung rücken, holen wir uns diese mit Hilfe der Visualisierung und Simulation in den Hörsaal." Der Einsatz dieser Techniken gehört in den Ingenieurwissenschaften zum täglichen Geschäft und sollte zukünftig in vielen ingenieurrelevanten Vorlesungen - eingeschlossen der Mathematik und Physik - Einzug halten.

Gleichfalls lassen sich auf elektronischem Wege Diagnosen und Tests durchführen sowie das regelmäßige Feedback der Studierenden abrufen. Seit einigen Semestern wird an der TUHH das sogenannte "Clicker"-System eingesetzt, was den Dialog auch in Großveranstaltungen ermöglicht. Der Dozent kann Verständnisfragen stellen und vier Antwortmöglichkeiten vorgeben, die von den Studierenden ähnlich wie bei "Wer wird Millionär" ausgewählt werden. Das Ergebnis wird sofort über Beamer angezeigt. Antworten viele Studierende falsch, muss der Sachverhalt noch einmal anders erläutert werden. Durch dieses System wird nicht nur der Dialog ermöglicht. Darüber hinaus werden die Studierenden veranlasst, aktiv an den Vorlesungen teilzunehmen."

"Die Aktivierung der Studierenden kann durch elektronische Medien deutlich erhöht werden - und zudem auch viel mehr Spaß machen. Schließlich führen regelmäßige Übungen zur Selbstüberprüfung zu einem kontinuierlichen und damit nachhaltigen Lernen", erklärt Prof. Knutzen. "Das Gehirn ist keine Festplatte, in dem man Wissen einfach abspeichern kann. Das Lernen muss aktiv und von jedem einzelnen übernommen werden. Anstatt nach dem Prinzip des Nürnberger Trichters Unmengen an Wissen in die Studierenden hineinzupressen, ist also aktives und selbständiges Lernen gefragt."

Selbst der Einsatz sozialer Netze bereichert das Lernen. Wenn Schüler sich informieren, was sie studieren wollen, dann findet ihr Entscheidungsprozess zu einem großen Teil in sozialen Foren, wie Facebook oder Schüler- beziehungsweise StudiVZ statt. Studenten und Studentinnen indes studieren mit Web-2.0. Entsprechende Applikationen oder Tools können in unterschiedlichen Kontexten zur individuellen Nachbereitung eines Seminars, als Prüfungsvorbereitung oder zur Gruppenarbeit genutzt werden.

"Obwohl Web 2.0 an Hochschulen noch nicht so verbreitet ist, gibt es doch vielversprechende Anfänge, die wir an der TU ausbauen möchten", sagt Prof. Sönke Knutzen.


TUHH - Pressestelle

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