Gefährdet die Energiewende die Qualität des Wassers?

Kolloquium an der TU Hamburg

22.08.2012

<span lang="EN-GB">Prof. Dr.-Ing. Ralf Otterpohl. </span>
<span lang="EN-GB">Prof. Dr.-Ing. Ralf Otterpohl. </span>Foto: TUHH/Roman Jupitz

Wie wirkt sich die Energiewende auf den Wasserhaushalt aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich Experten aus dem Bundesgebiet am 12. und 13. September an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Das Thema ist einer von vier Schwerpunkten des 24. Hamburger Kolloquiums zur Abwasserwirtschaft. Mehr als 100 Wissenschaftler und Praktiker werden sich an zwei Tagen außerdem mit den Auswirkungen von Mikroschadstoffen im Wasser beschäftigen, die zum Beispiel Arzneimittel und Fassadenputz hinterlassen. Auf der Tagesordnung stehen auch Maßnahmen zur Reinigung von Industrieabwässern.

Die Teilnehmer kommen aus Ingenieurbüros, staatlichen Institutionen, Abwasserzweckverbänden und Hochschulen. Zum Auftakt spricht Prof. Dr.-Ing. Mathias Ernst über "Potenzielle Gefahren für das Trinkwasser im Zuge der Energiewende. "Die Restrukturierung des Energiemarktes in Folge der Energiewende kann mit erheblichen Gefahren für Gewässer und Trinkwasser verbunden sein", sagt der neue Leiter des Instituts für Wasserressourcen und Wasserversorgung der TUHH. Der stark zunehmende Anbau von Biomasse fordere weitere Ackerflächen, die teilweise als "Verdünnungsflächen" auch zum Grundwasserschutz eingesetzt werden. Zunehmend kritisch beurteilt würden ferner der vornehmliche Anbau von Mais, hohe Gaben von Stickstoffdünger, Gärreste mit hohen stofflichen und mikrobiologischen Belastungen sowie die Nachhaltigkeit des Biomasse-Anbaus. Auch Windparks, Solar- und Geothermie-Anlagen könnten nicht a priori als unproblematisch gelten.

Prof. Dr.-Ing. Mathias Ernst.
Prof. Dr.-Ing. Mathias Ernst. Foto: privat

Im zweiten Schwerpunktthema "Spurenstoffe und Risikomanagement" geht es um Mikroverunreinigungen - Arzneimittel und Industriechemikalien - die aufgrund verbesserter analytischer Verfahren in sämtlichen aquatischen Systemen nachgewiesen werden können. Um die Bedeutung dieser Thematik zu beleuchten, werden in fünf Vorträgen europäische Umweltqualitätsnormen, toxikologische Auswirkungen einschließlich Bewertungsunsicherheiten, internationale Fallbeispiele sowie die wasserwirtschaftliche Rolle von Fassadenputzen vorgestellt.

Der dritte Themenschwerpunkt setzt sich mit den Themen "Prävention und Schadensmanagement" auseinander. Dabei geht es um Schutz- und Bewirtschaftungsmaßnahmen für Gewässer sowie praktische Aspekte der Schadstoffunfallbekämpfung. Der vierte Schwerpunkt ist den Industrieabwässer gewidmet. Thematisiert werden die neuesten rechtlichen Regelungen sowie technische Möglichkeiten zu deren Behandlung.

Gastgeber des zweitägigen Kolloquiums sind das Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz der TUHH, die Gesellschaft zur Förderung der Forschung und Entwicklung der Umwelttechnologien an der TU Hamburg-Harburg e.V., die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie das stadteigene Unternehmen Hamburg Wasser.

Für Rückfragen:

<address>TU Hamburg-Harburg</address><address>Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz</address><address class="MsoNormal" style="margin-bottom: .0001pt; line-height: normal;"><span style="font-family: Arial;" lang="EN-GB">Prof. Dr.-Ing. Ralf Otterpohl</span></address><address class="MsoNormal" style="margin-bottom: .0001pt; line-height: normal;"><span style="font-family: Arial;" lang="EN-GB">Tel.: 040 42878-30 07</span></address><address class="MsoNormal" style="margin-bottom: .0001pt; line-height: normal;"><span style="font-family: Arial;" lang="EN-GB">Mobil: 0173 216 2048</span></address><address class="MsoNormal" style="margin-bottom: .0001pt; line-height: normal;"><span style="font-family: Arial;" lang="IT">E-Mail: otterpohl@tuhh.de</span></address>

Text: Henning Büttner


TUHH - Pressestelle

Fax: +49 40 428 78 2366