TU Hamburg wagt den Sprung in neue Form der Wissenschaftsförderung

05.07.2012

Entwickelte eine Strategie zur Stärkung der Wissenschaft: Vizepräsident Forschung Professor Jürgen Grabe.
Entwickelte eine Strategie zur Stärkung der Wissenschaft: Vizepräsident Forschung Professor Jürgen Grabe.
Foto: TUHH/Dörte Hagenguth

Die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) wagt den Sprung in eine neue Form der Wissenschaftsförderung. Die Idee: Wirtschaft und Staat investieren zu gleichen Teilen in kluge Köpfe an der TUHH mit dem Ziel, aus Ideen schneller und nachhaltiger Innovationen zu machen. Gerade vor dem Hintergrund des hohen Forschungsbedarfs im Zuge der Energiewende hat der mit dem an der TUHH gerade gegründeten Exzellenzkolleg beschrittene Weg Modellcharakter für Deutschland. In Hamburg sollen auf diese Weise die technischen Wissenschaften einerseits gestärkt und andererseits die Innovationskraft von Unternehmen erhöht werden.

„Die Idee ist, langfristig Lösungen für drängende Zukunftsfragen zu finden“, sagt Professor Jürgen Grabe. Der Vizepräsident für die Forschung hat das Modell entwickelt, mit dem ausdrücklich außer Unternehmen auch universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Stiftungen und Banken als Partner angesprochen werden. Der gemeinsame Invest von öffentlicher und privater Hand gilt außer für „Green Technologies“ auch für die beiden anderen von TU-Präsident Garabed Antranikian für Hamburgs TU formulierten Kompetenzfelder: „Life Science Technologies“und „Aviation and Maritime Systems.“ Diese drei von ihm gesetzten Schwerpunkte orientieren sich an den Clustern der Hansestadt, in deren Wirtschaft zum Beispiel die Windkraft gerade enorm Aufwind nimmt, und die in der Luftfahrt weltweit den dritten Platz belegt. Stets stehen am Anfang dieser Art von Wissenschaftsförderung im Exzellenzkolleg neue Gedankenansätze in der Forschung und zwar jenseits von Optimierungswünschen und am Ende als Ergebnis konkurrenzfähige Produkte, mit denen Unternehmen auf dem Weltmarkt bestehen können.

Dabei steht die TUHH selbst keinesfalls mit leeren Händen da – im Gegenteil: 6 Millionen Euro – je zur Hälfte aus Mitteln der TUHH und der Hamburger Wissenschaftsbehörde – stehen für diesen Start des Exzellenzkollegs bereit. Diese Summe, und das ist der Clou, soll sich durch die Beteiligung von Forschungspartnern bis 2018 verdoppeln. Zwei Phasen sind geplant, in denen jeweils die ersten vier Jahre die TUHH die Stellen für jeweils einen Juniorprofessur plus drei Doktoranden in jedem der drei Kompetenzfelder finanziert, und die folgenden zwei Jahre der Partner. Zur Gewährleistung der gleichfalls mit dem Modell beabsichtigten Nachhaltigkeit soll die Forschung nach diesen sechs Jahren weitergehen – entweder im Rahmen einer vom Partner finanzierten Stiftungsprofessur oder einer von der TUHH finanzierten Professur , oder der Wissenschaftler wechselt an führende Stelle in der Wirtschaft.

„Mit diesem Modell schaffen wir Perspektiven für den akademischen Mittelbau“, sagt Professor Grabe. Damit eröffnen sich bei entsprechendem Leistungsnachweis für die Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessoren durch die größere finanzielle Absicherung bessere berufliche Perspektiven. Diese Stärkung des akademischen Mittelbaus wird in Deutschland seit Langem vor dem Hintergrund der Abwanderung herausragender Wissenschaftler in die USA gefordert.

Die Freiheit von Forschung und Lehre sieht Grabe in allen Phasen des Modells gewährleistet. Die Themen, die in den drei Wissenschaftlergruppen bearbeitet werden, legt die TUHH gemeinsam mit dem Partner fest. Danach werden die Stellen der Juniorprofessuren europaweit ausgeschrieben und wiederum unter Vorsitz der TUHH die Wahl getroffen.

Partner, die in diesem Exzellenzkolleg an der TUHH investieren, initiieren damit auch eigene Forschungsideen. Weitere Vorteile: Sie haben direkteren Zugang zur Wissenschaft sowie zu Absolventen der TUHH, und die Kooperation ist langfristig. „Im Gegensatz zur üblichen Projektarbeit-und förderung geht es um längerfristige Perspektiven, beispielsweise die Frage, wie das Zukunftsprodukt eines Unternehmens in fünf Jahren aussehen kann“, sagt Dr. Johannes Harpenau, Forschungsmanager an der TUHH: Angesichts der überschaubaren Investition – eine Juniorprofessur kostet jährlich 150 000 Euro – sei dieses Modell durchaus auch für mittelständische Betriebe interessant, die durch die Zusammenarbeit mit exzellenten Wissenschaftlern mit neuen Ansätzen Zukunftssicherung betreiben können.

Im Idealfall forschen ab Sommer 2013 bis 2018 exzellente Talente in drei Wissenschaftlergruppen auf den Gebieten „Green Technologies“, „Life Science Technologies“, „Aviation and Maritime Systems,“ teilfinanziert aus Mitteln der Partner zum Wohl von Wissenschaft und Wirtschaft.

Potenzielle Partner werden gebeten, sich bis Ende September mit ihren Forschungsvorschlägen zu bewerben.

Ansprechpartner für potenzielle Partner:

Vizepräsident Forschung

Prof. Jürgen Grabe

Tel. : 040/ 42878-3762

E-Mail: grabe@tuhh.de

Referent Forschung

Dr. Johannes Harpenau

Tel.: 040/ 42878-3574

E-Mail: harpenau@tuhh.de

Für Rückfragen der Medien:

TU Hamburg-Harburg

Pressestelle

Jutta Katharina Werner

Tel.: 040/ 42878-4321

E-Mail: j.werner@tuhh.de


TUHH - Pressestelle

Fax: +49 40 428 78 2366