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TUHH meets Codexis, ein Biotech-Unternehmen in Silicon Valley

29.06.2012

Die Firma Codexis in Redwood City entwickelt enzymbasierte Verfahren zur Produktion von Pharmawirkstoffen, Biokraftstoffen und Feinchemikalien.
Die Firma Codexis in Redwood City entwickelt enzymbasierte Verfahren zur Produktion von Pharmawirkstoffen, Biokraftstoffen und Feinchemikalien. Foto: TUHH

Auf Einladung des Codexis-Vizepräsidenten Dr. Peter Seufer-Wasserthal reisen TUHH-Verfahrenstechniker nach Redwood City ins Silicon Valley. Codexis gilt als eines der führenden Biothech-Unternehmen auf dem Gebiet der Anwendung biokatalytischer Verfahren (http://www.codexis.com/) und ist der Weißen bzw. Industriellen Biotechnologie zuzuordnen. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt in der Gewinnung von Enzymen im Bereich Pharma, Biokraftstoffen und Bioraffinerie. Codexis Inc. beschäftigt 350 Mitarbeiter und überzeugt mit einem Jahresumsatz von 124 Mio. Dollar.

Professor Garabed Antranikian stellt die TUHH und ihre Strategien sowie das Institut für Technische Mikrobiologie vor. Prof. Dr. Andreas Liese, Leiter des Instituts Technische Biokatalyse, und Prof. Dr. An-Pin Zeng, Leiter des Instituts für Bioprozess- und Biosystemtechnik, präsentieren die Aktivitäten ihrer Institute. Prof. Liese stellt fest, dass zwischen den Aktivitäten des TU-Forschungsschwerpunkt (FSP)"Integrierte Biotechnologie und Prozesstechnik" und den Geschäftsfeldern von Codexis ausgezeichnete Kooperationsmöglichkeiten bestünden, insbesondere in der verfahrenstechnischen Umsetzung enzymatischer Prozesse.

Laborbesuch bei Codexis. V.l.n.r.: Dr. Gjalt Huisman (Vice President Product Planning, Codexis), Prof. Heinrich, Prof. Schlüter, Prof. Liese, Dr. Peter Seufer-Wasserthal (Senior Vice President Pharmaceuticals, Codexis), Prof. Antranikian, Dr. Grote, Prof. Zeng, Dr. Lori Giver (Vice President Systems Biology, Codexis).
Laborbesuch bei Codexis. V.l.n.r.: Dr. Gjalt Huisman (Vice President Product Planning, Codexis), Prof. Heinrich, Prof. Schlüter, Prof. Liese, Dr. Peter Seufer-Wasserthal (Senior Vice President Pharmaceuticals, Codexis), Prof. Antranikian, Dr. Grote, Prof. Zeng, Dr. Lori Giver (Vice President Systems Biology, Codexis).

Erfreut zeigt sich Prof. Zeng: "Systembiologie und Synthetische Biologie sind wichtige Zukunftsfelder. Ich freue mich zu sehen, dass Codexis diese Technologie aus der Grundlagenforschung in die industrielle Praxis überführt hat.“

"Firmen wie Codexis sind außerordentlich wichtig, um nachhaltigen biotechnologischen Verfahren den Weg in eine breite Anwendung zu ebnen, beispielsweise bei der Nutzung von Biomasse in den Bioraffinerien der zweiten Generation", resümiert Professor Antranikian.

Die deutschen Besucher verlassen Silicon Valley mit einer konkreten verfahrenstechnischen Maßnahme im Handgepäck: Codexis wird die Expertise des Instituts Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie (Prof. Dr.-Ing. Stefan Heinrich leitet das Institut) für die Formulierung von Enzymen, beispielsweise durch Sprühtrocknung, testen.

Darüber hinaus hat Gjalt Huismann, Industrieforscher und Vize-Präsident für Produktplanung bei Codexis, eine Verabredung mit Prof. Liese getroffen: "Bereits in der übernächsten Woche werde ich mit Prof. Liese auf der Gordon Konferenz ‚Biokatalyse’ in Rhode Island, USA, weitere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit diskutieren."

Zum Abschluss des Besuchs zieht Dr. Ralf Grote Bilanz: "Der Firmenbesuch heute bei Codexis hat uns noch einmal das große Potenzial der Biotechnologie für einen Wechsel von der Erdöl- zu einer Bioökonomie aufgezeigt. Im Kompetenzfeld Life Science Technologies kann die TUHH schon heute mit verfahrenstechnischen und biokatalytischen Innovationen punkten".

Hintergrundinformationen zur Bioökonomie:

Endliche fossile Ressourcen, demographischer Wandel, Umweltbelastung und Klimawandel fordern globale Antworten und sind die maßgeblichen Treiber eines anstehenden Strukturwandels von einer erdöl- zu einer biobasierten Industrieproduktion. Die wissensbasierte Bioökonomie nutzt biologische Vorgänge, entwickelt sie technisch weiter und macht sie damit leistungsfähiger sowie deren Nutzung effizient und nachhaltig. Bioökonomie schlägt somit eine Brücke zwischen Technologie, Ökonomie und Ökologie.

Der Hauptteil der Wertschöpfung findet durch biologische Prozesse mit Hilfe von Mikroorganismen, Enzymen und Biokatalysatoren hin zu Wertstoffen statt. Hier tritt die Biotechnologie als Impulsgeber und als eine der innovationstreibenden Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhundert in Erscheinung.

Text: Martina Brinkmann


TUHH - Pressestelle
Rüdiger Bendlin
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