Karas Trumpf: die Internationalität und Interdisziplinarität der TU Hamburg

18.06.2012

Dr. Ing. Selin Kara
Dr. Ing. Selin Kara
Foto: TU Delft

Ihre Kollegen kommen aus aller Welt. Das internationale Spektrum aus Franzosen, Österreichern, Chinesen, Spaniern und Deutschen wird mit Selin Kara um die Türkei erweitert. Die Nachwuchswissenschaftlerin forscht seit Oktober 2011 an der Technischen Universität in Delft in einer internationalen und interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Biotechnologen, Ingenieuren und Chemikern. Was Internationalität und Interdisziplinarität bedeutet, hat Dr. Ing. Selin Kara an der TU als Studentin und Promovendin kennengelernt. „Das war ein Vorteil bei meiner Bewerbung“, sagt die Ingenieurin, die am Institut für Technische Biokatalyse unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Liese promovierte und zuvor im Dekanat Verfahrenstechnik ein Studium in Biotechnologie absolviert hatte.

Von ihrer Zeit in Hamburg an der TU spricht sie gern. „Mein Studium fand unter sehr guten Rahmenbedingungen statt“, sagt sie und nennt die überschaubare Größe und die Kontakte zu Studierenden und anderen Hochschulangehörigen als unschlagbaren Vorteil ihrer Alma Mater. „Wenn ich Rat und Hilfe brauchte, bekam ich ausnahmslos Unterstützung, nie habe ich Ablehnung erfahren“, sagt sie, ob es Fragen zum Studium gewesen waren, private Anliegen oder sie einmal wieder mit ihren Deutschkenntnissen nicht weiterkam. „Ich erfuhr so viel Unterstützung und Hilfe von Hochschulangehörigen, Kommilitonen und meinen Freunden aus der TurkING Gruppe“, erinnert sich Selin Kara. Auch später als Doktorandin am Institut Technische Biokatalyse fühlte sie sich im Team sofort willkommen und war bald integriert. Vier Jahre forschte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin auf dem Gebiet der Online-Analytik, einer Methode, mit der biologische Reaktionen schneller verfolgt werden können, über die sie im Rahmen eines DFG-Projekts im Dezember 2011 promovierte.

Selin Kara wuchs in Konya, einer mittelgroßen Stadt im Herzen der Türkei, als Älteste von zwei Kindern eines Lehrerehepaars auf. Sie studierte Lebensmitteltechnologie und Verfahrenstechnik an der Middle East Technical University in Ankara und beschloss eine Laufbahn in der Forschung einzuschlagen. 2005 erhielt sie ein Stipendium für ein Studium in Deutschland und begann – nach einem Deutschkursus – im Oktober desselben Jahres ihr Masterstudium in Biotechnologie an der TUHH. Zwei Jahre später hatte sie den Abschluss geschafft – und eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Was ist anders in Delft als in Hamburg? „Alle fahren Rad, ausgerechnet Rad“, sagt die 31-Jährige, die sich nach einem schweren Fahrradunfall in Hamburg, zum ersten Mal wieder in Delft aufs Rad wagte. „Zu Fuß ist das gefährlich hier“, ergänzt sie. Zeit für ihr Hobby, das Salsa tanzen, bleibt der Nachwuchswissenschaftlerin kaum noch. Was vermisst sie am meisten an der holländischen Uni? „Das gute Mensaessen“, sagt sie. In Delft wird zur Mittagszeit bevorzugt Milch getrunken, und das ist der teeliebenden Türkin bis heute fremd. Ihre Arbeit am Delfter Institut für Biokatalyse und Organische Chemie der Fakultät Biotechnologie macht ihr „sehr viel Spaß“, stellt sie fest, und bestätigt sie einmal mehr in ihrer Berufswahl. Als Forscherin sucht sie Wege für einen effizienteren Einsatz von Enzymen als Katalysatoren für die Produktion in der Pharmaindustrie und im agrochemischen Bereich. Noch fallen in diesem Prozess Reststoffe an, die künftig aus ökonomischen und ökologischen Gründen vermieden werden sollen.


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