Ringvorlesung „Regenerative Energien für Wärme und Strom“

15.06.2012

Prof. Dr.-Ing Martin Kaltschmitt
Prof. Dr.-Ing Martin Kaltschmitt
Foto: TUHH

TU-Energieforscher Prof. Dr.-Ing Martin Kaltschmitt referiert am Freitag, 15. Juni, über Wärme und Strom aus fester Biomasse, Rohstoffe und Konversionsanlagen

Prof. Kaltschmitt, Leiter des TU-Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft stellt in seinem Vortrag am Freitag, 15. Juni, die Bandbreite der heute marktgängigen Biofestbrennstoffe dar. Er erörtert Grundlagen der thermo-chemischen Biomassewandlung, soweit sie zum Verständnis der Anlagentechnik wesentlich sind, die Anlagentechnik nach dem aktuellen Stand der Technik zur Wärme- und/oder Stromerzeugung - auf der Basis der Verbrennung und der Vergasung - zu diskutieren und ausgehend davon darzustellen, welche Konversionstechniken unter welchen Bedingungen jeweils zu präferieren wären.

Biogene Festbrennstoffe wie Holz, Pellets oder Stroh tragen heute in Deutschland merklich zur Wärme- und Stromerzeugung aus regenerativen Energien bei. Dabei ist die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten im Energiesystem durchaus beachtlich; sie reicht von Anlagen im unteren einstelligen thermischen Kilowatt-Bereich zur Wärmeerzeugung bis zu Anlagen im Multi-Megawatt-Bereich zur Stromerzeugung.

Beispielsweise wird feste Biomasse in Kleinfeuerungsanlagen in Form von Stückholz, Hackgut oder Pellets zur Wärmebereitstellung genutzt; dies ist der so genannte klassische Anwendungsfall. Derartige Brennstoffe werden aber auch in größeren Anlagen zur gekoppelten Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt; diese Option hat in Deutschland infolge des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) zunehmend an Marktbedeutung gewonnen. Und schließlich wird auch eine reine Stromerzeugung aus fester Biomasse realisiert.

Martin Kaltschmitt zählt laut WirtschaftsWoche zu den „60 wichtigsten Machern der Energiewende“. Der Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft wurde im vergangenen Jahr von dem Wirtschaftsmagazin mit Rang 7 unter den deutschen Energieforschern ausgezeichnet. Der Professor beschäftigt sich unter anderem mit alternativen Flugkraftstoffen. Aufgrund einer Vielzahl bisher ungelöster Probleme, die unter anderem die Biomasseproduktion, die Weiterverarbeitung zu Biokerosin, die globale Kraftstoff-Logistik und die damit verbundene CO2-Zertifizierung umfassen, ist eine fundierte wissenschaftliche Begleitung dieses Markteinführungsprozesses zwingend erforderlich. Die TU Hamburg verfügt auf diesem Gebiet bereits über eine beachtliche Expertise und wird mit ihren bereits laufenden Forschungsaktivitäten einen wesentlichen Beitrag zum „grünen“ Luftverkehr leisten.

Veranstalter der Vorlesungsreihe ist der TU-Forschungsschwerpunkt „Klimaschonende Energie- und Umwelttechnik“. Verantwortlich für die Organisation ist das Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) unter Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt und Oberingenieur Dr. Joachim Gerth.

Am Freitag, 22. Juni, referiert Dr. Norbert Pfanner vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE über photovoltaische Stromerzeugung für dezentrale Anwendungen - Möglichkeiten und Grenzen von PV-Inselsystemen. Die Ringvorlesungen findet jeweils freitags von 15 bis 16.30 Uhr in der Denickestraße 15, Gebäude K, Raum 0506 statt. Sie wendet sich sowohl an Experten, Studierende als auch interessierte Bürger.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen gefördert werden. Die Betreiber von Öko-Kraftwerken erhalten für einen bestimmten Zeitraum eine Einspeisevergütung für ihren Strom, die über den Marktpreisen liegt. Außerdem müssen die Netzbetreiber den Ökostrom vorrangig abnehmen. Das EEG soll den Betrieb von Erzeugungsanlagen auf Basis regenerativer Energiequellen wirtschaftlich machen und zu einem beschleunigten Ausbau der Technologien beitragen.


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