Power auf der ganzen Strecke: Dr. Oexmann ist Vertriebsingenieur für Dampfturbinen

06.06.2012

Dr. -Ing. Jochen Oexmann
Dr. -Ing. Jochen Oexmann
Foto: MAN Diesel & Turbo SE

Das passiert eher selten: Ein Bremer erklärt Hamburg zu seiner Wahlheimat! Aufmerksam geworden durch einen Studienführer des Arbeitsamtes, immatrikulierte sich Jochen Oexmann aus Bremen vor zwölf Jahren an die TU in Hamburg – und verliebte sich im Verlauf seines Studiums und seiner Promotion in die Hansestadt. Die Hamburger wiederum lernten im Bremer einen beindruckenden Sportler kennen: Oexmann kickte bei den sechsten Herren des FC St. Pauli, rannte als Marathonläufer und klettert heute auf Berge, wenn er sich nicht gerade als Fallschirmspringer aus 4000 Meter Höhe vom Himmel fallen lässt. Beruflich hat er es mit High-Tech in stählernen Schwergewichten zu tun. Dr. -Ing. Jochen Oexmann ist seit Anfang des Jahres Vertriebsingenieur für Dampfturbinen bei MAN Diesel & Turbo SE – in Hamburg.

„Die Mischung aus Technik, Organisation und Betriebswirtschaft war genau das, wonach ich gesucht habe“, sagt der 31-Jährige über seinen Berufseinstieg. In Zusammenarbeit mit Betreibern von Biomassekraftwerken, Müllverbrennungsanlagen oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erarbeitet der promovierte Maschinenbau-Ingenieur das Konzept für die jeweils gewünschte Turbine, kalkuliert die Kosten, anschließend folgt die Ausarbeitung und Verhandlung von technischen und kommerziellen Spezifikationen.

Die ingenieurwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse für diese Aufgabe hat er an der TU Hamburg erworben. Zum schnellen Verständnis auch fachfremder technischer Probleme trug sein Grundstudium in General Engineering Science bei, in dem er sich unter Verzicht auf eine frühe Spezialisierung zunächst die ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen auf hohem Niveau erarbeitete. „Auch mein späteres Maschinenbaustudium sowie die vertiefende Beschäftigung mit energietechnischen, verfahrenstechnischen und thermodynamischen Themen in meiner Promotionszeit kommen mir bei der individuellen Auslegung und Optimierung von Dampfturbinen für die Industrie sehr zugute“, sagt Oexmann, der auch auf reichlich Auslandserfahrungen durch Studienaufenthalte in Frankreich, Schweden und Brasilien zurückblicken kann. Industrieerfahrung erwarb er sich vor allem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energietechnik, wo er abgesehen von seiner Forschungsarbeit über die CO2-Abtrennung in Kohlekraftwerken in einer Vielzahl von Projekten auch die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Experten aus Kraftwerken, dem Anlagenbau und Energieunternehmen kennenlernte.

In dieser Zeit sind ihm „Hamburgs Qualitäten erst richtig bewusst geworden“, sagt er und zählt auf: „Großstadt ohne Großstadtgefühl, der Hafen, jede Menge Kultur und nicht zuletzt Freunde und Familie.“ Bevor er auch beruflich in der Hansestadt Hamburg vor Anker ging, packte Oexmann, der Anfang 2011 mit „sehr gut“ bei Professor Alfons Kather promovierte, die Koffer. Nach Argentinien, Brasilien, Chile, China, Kanada, Marokko, Serbien, den USA standen Indien und Nepal auf der Liste des reislustigen Ingenieurs. Im Oktober wird er wieder mit seiner ebenso kletterbegeisterten Freundin zum Himalaya fahren, um den 6189 Meter Hohen Island Peak im zweiten Anlauf zu bezwingen.

Dr.-Ing, Dr. rer. nat., Dr. rer. pol. – 83 Ingenieure, Wirtschaftsingenieure und Biotechnologen haben 2011 an der TUHH promoviert, darunter auch Jochen Oexmann. Der Ingenieur erhält seine Promotionsurkunde auf der ersten Feier der TUHH, bei der am Freitag, 8. Juni, außer Absolventen auch Promovenden feierlich verabschiedet werden. Ort: die Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg unweit des Campus’. Beginn: 17 Uhr.


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